Egal ob in der Partnerschaft oder im Beruf – nur wer die richtigen Worte findet, kann seine (Kommunikations)ziele und damit Verständnis erreichen. Die Gewaltfreie Kommunikation kann dabei eine große Hilfe sein.

Das Vorbild ist die Giraffe. „Weil ihr langer Hals die Weitsicht symbolisiert“, beschreibt Bettina Edler, WIFI-Trainerin und Kommunikationsexpertin das Symbol-Tier für die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach Marshall B. Rosenberg, die auch beim letzten WIFI-Officemanagement-Forum im Juni 2016 Thema war. Es geht dabei um wertschätzende Kommunikation – „und nicht darum, nett zu sein, wie viele vermuten“. Wenn man selbst wertschätzend agiert und klar sagt, was man möchte, ist es auch deutlich wahrscheinlicher, dass dies das Gegenüber macht. Egal ob es sich dabei um die Chefin, den Partner oder die Schwiegermutter handelt, betont Edler. Aber alles mal der Reihe nach:

1. Sagen, was Sache ist – ohne zu werten

Das Wetter ist schön, der Straßenlärm ist laut, die Besprechung ist nicht effizient – der Mensch (be)wertet nahezu permanent. Dabei vergisst man, dass Wertungen immer subjektiv sind. Und das Gegenüber ganz anderer – bzw. konträrer – Meinung sein kann. Deshalb gilt am Beginn: Möglichst neutral die Sache an sich beschreiben.

Zum Beispiel: Mir ist aufgefallen, dass du zu den letzten 3 Besprechungen immer um mindestens 15 Minuten zu spät gekommen bist. Oder: Du hast meine Nachricht nicht beantwortet.

2. Sein Befinden ausdrücken

Jeder Mensch ist anders. Der eine ist selbst unpünktlich und findet daher nichts Schlimmes daran, wenn andere zu spät kommen. Der andere fühlt sich persönlich gekränkt, wenn das Gegenüber laufend zu spät zu vereinbarten Terminen kommt. Deshalb ist es unerlässlich, dass man ganz offen – und ohne Beleidigungen – sagt, welche Auswirkungen eine Handlung auf einen hat.

Zum Beispiel: Es ärgert mich, wenn du zu spät kommst, weil wir ohne dich mit der Besprechung nicht starten können. Oder: Ich mache mir Sorgen, wenn du nicht auf meine Nachricht antwortest.

3. Wissen, was man will

Eigentlich ist es logisch, aber dennoch läuft es oft nicht richtig: Nur wer sein Ziel kennt, kann es erreichen. Deshalb muss ganz klar sagen, was man will. Wie bereits oben erwähnt: Jeder Mensch ist anders und hat daher auch andere Ziele/Werte/Prioritäten. Deshalb kann man NIE davon ausgehen, dass seine Erwartung bzw. sein Ziel ohnehin selbstverständlich bzw. offensichtlich sind – man muss sie aussprechen.

Zum Beispiel: Ich möchte, dass unsere Besprechungen effizient sind. Oder: Ich möchte mir nicht unnötig Sorgen machen.

4. Eine Bitte formulieren

Erst im 4. Schritt spricht man in der 2. Person, d.h. das Gegenüber direkt an: Man formuliert eine Bitte – mit möglichst klaren Angaben, damit kein Raum für unterschiedliche Interpretationen bleibt. „Pünktlich“ heißt für den einen auf die Minute genau, für den nächsten um maximal 5 Minuten zu spät.

Zum Beispiel: Bitte komm zu den nächsten Besprechungen pünktlich um 9 Uhr. Oder: Bitte antworte mir innerhalb von 2 Stunden, wenn ich in einer Nachricht frage, wann du heimkommst.

Weiterbildungstipp

16- stündiges Seminar Wertschätzende Kommunikation mit Bettina Edler

Titelbild: © pio3 – Fotolia.com

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