Für viele Angestellte ist die Beförderung ins Management das oberste Ziel der täglichen Arbeit. Es bedeutet nicht nur ein Anstieg auf der Gehaltsabrechnung, sondern auch mehr Verantwortung und individuelle Freiheit. Man steht für eine gewisse Kompetenz und soll diese auf die eigenen Mitarbeiter übertragen. Daher ist es sehr wichtig, sich nach einer solchen Beförderung mit den verschiedenen Regeln und Tipps zu beschäftigen, die aus Erfahrung von anderen Führungskräften kommen.

1. Bekannte Prozesse nicht einfach weiterführen

Es ist vollkommen normal, dass man im Laufe der Jahre eine gewisse Routine am Arbeitsplatz entwickelt. Da sind feste Ansprechpartner, Berater und sei es nur der morgendliche Gang in die Kaffeeküche, um sich mit den anderen Angestellten über das Wochenende zu unterhalten. All diese Dinge müssen auf den Prüfstand gestellt werden. Der Einstieg ins Management bedeutet nicht nur automatisch, dass man auf einer anderen Ebene des Unternehmens tätig ist. Es ist auch eine Chance, mit der man sehr einfach die eigenen Prozesse neu definieren und überarbeiten kann. Das ist sogar gefordert, denn man wird sehr schnell bemerken, wie hoch die Last in den oberen Ebenen eines Unternehmens ist. Dazu kommt, dass auch die Kollegen einen ganz anderen Blick auf eine Person aus der Führungsebene werfen, als auf jene, die in der Hierarchie mit ihnen auf einer Stufe stehen.

2. Den neuen Blickwinkel der Mitarbeiter nicht unterschätzen

War man bis vor einer Woche noch der feste Teil eines bestimmten Teams oder einer Gruppe von Arbeitern, kann sich dies mit einem Wechsel in das Management so stark ändern, dass man sich wundert. Auf den ersten Blick mag es einem Selbst nicht vorkommen, aber die Art und Weise wie mit den Vorgesetzten oder Teamleadern umgegangen wird, ist immer ein wenig anders, als mit jenen, die mit der täglichen Arbeit verbunden sind. So wird es nun auch den alten Kollegen gehen. Besonders dann, wenn man in der Abteilung bleibt, in der bisher gearbeitet wurde, sind wichtige Dinge für den richtigen Umgang zu beachten:

Alle Kollegen müssen offen und neu behandelt werden – egal wie sehr man sich als Mitarbeiter über den Kollegen aufgeregt hat, der immer die Termine nicht eingehalten hat.

Teambuilding wird zu einer wichtigen Aufgabe im Management und ist nun der entscheidende Teil für eine motivierte und begeisterte Abteilung.

Gespräche müssen gesucht, Erwartungen neu definiert werden. Das ist der entscheidende Punkt für den Wechsel in der Abteilung.

Nur wer bereit ist, den schmalen Grat zwischen Neuanfang und geringfügigen Veränderungen zu wagen, kann dabei erfolgreich sein, mit den bisherigen Kollegen als ihr Vorgesetzter weiter zu arbeiten.

3. Kritik nicht richtig interpretieren

Der richtige Umgang mit Kritik wird nun von oben als auch von unten zu einer entsprechenden Aufgabe. Während Manager viel direkter an der Geschäftsführung sitzen und die Art und Weise, wie sie Feedback und Kritik äußern, ändern müssen, geht es auch für die bisherigen Kollegen darum, die Kritik richtig zu äußern. War es bisher normal, dass man sich im Team offen und konstruktiv geäußert hat, könnten die bisherigen Kollegen nun durchaus Hemmungen haben, diesen Umgang mit ihrem neuen Chef weiterzupflegen. Auch hier ist es entscheidend, den richtigen Umgang mit diesem Problem zu pflegen und auf eine Harmonie im Team zu achten. Bei eigener Kritik an die höheren Etagen kann es aber gerade als Neuling sinnvoll sein, sich erst einmal ein wenig zurückzuhalten und sich auf der neuen Stelle zu etablieren. Ein häufiger Fehler von neuen Kollegen im Management ist es, alle vermeintlichen Missstände in der ersten Woche ändern zu wollen.

4. Die neue Management Verantwortung darf nicht unterschätzt werden

Mit der Führungsposition ist nicht einfach nur die Führung von Mitarbeitern, die Verwaltung einer Abteilung oder eine neue Aufgabenstellung verbunden. Ab hier ist man deutlich mehr ein Aushängeschild der Firma und ein Ansprechpartner für die Belange der Mitarbeiter in der eigenen Abteilung. Wer unterschätzt, wie stark sich die Aufgaben verändern und welch neue Dimension sie bekommen, wird langfristig feststellen, dass man für diesen Job vielleicht nicht ganz vorbereitet war. Es ist durchaus in Ordnung, sich Tipps und Hinweise bei Kollegen auf der gleichen Ebene zu holen. Noch wichtiger ist nur die Bereitschaft, sich selbst auf diese Veränderungen einzulassen und dafür zu sorgen, dass man bestens für die neue Verantwortung im Unternehmen vorbereitet ist.

5. Fortbildungen, Weiterbildungen und Coachings nutzen

In den meisten Unternehmen ist es durchaus Normalität, dass der Einsatz in der Management-Ebene auch mit entsprechenden Coachings verbunden ist. Diese Angebote sollten genutzt werden. Es geht hier nicht nur um die fachliche Erweiterung der eigenen Kompetenzen und Qualifikationen, sondern auch um die sogenannten Soft-Skills. Die richtige Führung von Mitarbeitern will gelernt sein, die Kunst des Feedbacks ebenso wie die richtige Motivation der Leute, die unter einem stehen. Durch diese neuen Möglichkeiten können die eigenen Fähigkeiten geschärft werden und somit stehen weitaus weniger Hürden im Weg, die auf dem Weg in die erfolgreiche Zeit im Management genommen werden müssen.

Die Beförderung in die Führungsebene ist eine Wertschätzung der eigenen Fähigkeiten. Achtet man darauf, dass wirklich die wichtigsten Dinge beachtet werden, sollten keine Probleme entstehen. Allerdings sollte man sich schon vor dem Wechsel darüber bewusst sein, welche neuen Verantwortungen und Aufgaben damit verbunden sind und auf welche Dinge geachtet werden muss. Dann steht dem weiteren und erfolgreichen Weg der Karriere nichts im Weg.

Titelbild: © ILYA AKINSHIN – fotolia.com

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