Als Meister fällt man nicht vom Himmel. Es braucht fachliches Know-how und Praxiserfahrung, um erstklassige Ergebnisse zu liefern. Das ist in der IT-Technik nichts anderes wie in der Medizin oder der Organisation einer Hochzeit.

Das kann doch nicht so schwer sein, meinen manche. Und andere: Man kann sich ja bei Bekannten erkundigen, die schon geheiratet haben. Oder einfach Googeln. „Das stimmt natürlich“, bestätigt Wedding Plannerin Eva Schober (hoch-zeiten.at), die den Wedding-Planner-Lehrgang am WIFI Steiermark leitet. „Aber der Punkt ist, dass die Fülle des Angebots groß und die Qualität als Laie schwer abschätzbar ist.“ Das A und O sei, dass es die Hochzeit des Brautpaares ist und sich dieses wohlfühlt. „Aufgabe des Wedding-Planers ist es“, so Schober, „herauszufinden was das Brautpaar will und dann passende Vorschläge zu liefern“. Kontakte und Erfahrung seien dazu das A und O – und die habe man eben als Privatperson meist nicht. „Es ist im Prinzip wie in jeder Branche: Man muss den Markt genau kennen und den Kunden, dann kann man ihn auch begeistern.“

Eigenes Zertifikat für Wedding Planner

Der Hochzeitsmarkt hat sich in den letzten Jahren zunehmend professionalisiert und auch die Zahl der Wedding Planner steigt. Ganz neu: Ein eigenes TÜV AUSTRIA-Personenzertifikat für Wedding Planner dient als Orientierungshilfe und Qualitätsmerkmal.

Wen einladen?

Eine Hochzeit zu organisieren ist aufwändig – und zeitintensiv. „Für beliebte Locations muss man bis zu 2 Jahre im Vorhinein reservieren, vor allem wenn man gern ein spezielles Datum hätte.“ Und vor der Reservierung muss man natürlich wissen, wie groß die Gäste-Schar ist. Nur die engste Familie? Welche Freunde? Arbeitskollegen? In den letzten Jahren sei es laut Schober häufiger geworden, dass man die Anzahl der Hochzeitgäste überschaubar hält und für alle anderen danach ein gemütliches Fest organisiert oder sie zum Umtrunk einlädt.

Brautpaar steht im Mittelpunkt

Eine große Rolle spielt auch die Musik. „Damit kann man viel zum Positiven, aber auch zum Negativen wenden.“ Es ist kaum möglich, den Musikgeschmack aller Anwesenden zu erfüllen, „aber hauptsächlich sollte die Musik dem Brautpaar gefallen“.

Auch an Schlechtwetter denken

Wenn der Tag dann näher kommt, sind es die vielen Kleinigkeiten, die laut Schober viele unterschätzen. Das Basteln der Einladungen, das Hochzeitskleid aussuchen und anpassen, den Tagesablauf planen und so weiter – die Liste der ToDo’s ist lang. „Ganz wichtig ist auch, dass man ein Schlechtwetterprogramm hat. Und dass die Wege zwischen den einzelnen Stationen nicht zu lang sind.“

Dem Brautpaar den Rücken freihalten

Am Hochzeitstag selbst ist die Hauptsache, dass sich das Brautpaar und die Gäste wohlfühlen und Raum für Gefühle bleibt. Allerdings: „Wenn man als Gast Hunger hat oder einem kalt ist oder man als Brautpaar zu viel zu organisieren hat, kommen keine Gefühle auf“, weiß Eva Schober (hoch-zeiten.at). Als Wedding Planner kümmert sie sich um all die vielen „Kleinigkeiten“ und hält so dem Brautpaar den Rücken frei. Sie ist dann auch der erste Ansprechpartner, wenn das WLAN für den DJ nicht funktioniert, ein Gast Hilfe benötigt oder sonst etwas Ungeplantes auftritt. „Man ist da den ganzen Tag auf den Beinen, es gibt immer was zu tun.“ Das Brautpaar soll aber Zeit haben, sich mit den Gästen zu unterhalten und den Tag zu genießen. „Das ist ja doch ein besonderer Tag und man investiert auch viel Geld. Es wäre doch wirklich schade, wenn man das nicht genießen kann.“

Nähere Infos:

Kostenlose und unverbindliche Bildungsinformation zur Wedding-Planner-Ausbildung: www.stmk.wifi.at/tourismus
Die Ausbildung richtet sich neben Wedding Plannern auch an Dienstleister, die in der Hochzeitsbranche tätig sind (etwa Floristen, Stylisten, Verantwortliche für Locations etc.), die ihren Service verbessern wollen.

Titelbild: © adrenalinapura – Fotolia.com

ein Kommentar

Kommentar verfassen