Sich sprachlich gekonnt ausdrücken zu können, gilt als wahrnehmbarer Beleg für Intelligenz und Bildung. Für herausragende Erfolge im Beruf, in der Gesellschaft oder sogar in der Politik, gelten überdurchschnittliche rhetorische Fähigkeiten, oft noch vor dem Nachweis fachlicher Kompetenz, als unverzichtbare Voraussetzung. Komplizierte Sachverhalte einfach, verständlich und ansprechend oder vermeintlich einfache Dinge so ausdrücken zu können, dass ein Gegenüber gefesselt, begeistert und wenn gewünscht überzeugt wird, das ist, was aus einfacher Rede eine wertvolle und oft gewinnbringende Kunst macht.

Da fehlen einem die Worte

Wer Sie sind, was Sie können und wie Sie sich damit von anderen unterscheiden, sieht man Ihnen nicht unbedingt umfassend auf den ersten Blick an. Sprache ist das Mittel, sich, seine Fähigkeiten und seine Meinung seinem Gegenüber zu präsentieren. Sprachliche Kommunikation ist in allen Lebensbereichen das wichtigste Mittel der zielgerichteten Kontaktaufnahme.

Wer möchte nicht im Beruf überzeugend seine Position gegenüber Kunden, Kollegen oder Vorgesetzten vertreten oder im Privaten als eloquenter und unterhaltender Gesprächspartner glänzen? Rhetorik, also Redekunst, ist hier oft der Schlüssel zum gewünschten Erfolg oder zumindest ein wichtiger Bestandteil.

An zahlreichen Beispielen lässt sich der Einfluss der Rhetorik im beruflichen und privaten Alltag leicht verdeutlichen und belegen.

Erste Worte

Schon am Beginn einer beruflichen Karriere steht meist eine sprachliche Hürde: ein BewerbungGESPRÄCH, also die verbale Auseinandersetzung mit einem meist unbekannten Gegenüber. Nur selten besteht die tatsächliche Notwendigkeit, fachliche Eignung in einem solchen Gespräch nachzuweisen – diese war im Vorfeld meist die grundlegende Voraussetzung für eine Einladung. Nun geht es also darum, sich zu präsentieren, sich zu „verkaufen“ und dies geschieht, neben einem ersten optischen Eindruck, in der Hauptsache über das, was ein Bewerber sagt oder nicht sagt und nicht zuletzt wie er es sagt. Wie drückt er sich aus, wie reagiert er auf Nachfragen und vielleicht sogar auf Einwände, kurz: wie präsentiert er seine rhetorischen Fähigkeiten? Insbesondere bei Berufen, die ganz oder in wichtigen Teilen auf Kommunikation aufbauen, sei es innerhalb einer Unternehmensstruktur oder aber im direkten Kundenkontakt, sind die hier präsentierten rhetorischen Fähigkeiten oft ausschlaggebend für eine Entscheidung zu Gunsten eines Bewerbers.

Sie haben  Interesse an einer Ausbildung im Bereich Kommunikation/Persönlichkeit? Wir haben das Angebot! www.stmk.wifi.at/persönlichkeit

Erklärungsbedarf

Ein guter Verkäufer verkauft an erster Stelle nicht sein Produkt, sondern sich selbst. Insbesondere bei sogenannten erklärungsbedürftigen Produkten, das heißt solchen Angeboten, deren Nutzen einem potentiellen Kunden erst nahegebracht werden muss, ist meist Überzeugungskraft erforderlich. Überzeugen lässt man sich nur von jemandem, dem man grundsätzlich Vertrauen entgegenbringt und Vertrauen wird, gerade gegenüber Fremden, vor allen Dingen über die Sprache aufgebaut. Dabei zählt oft die Feststellung, dass ein Gegenüber „die selbe Sprache spricht“ wie man selbst. So ist ein Teil der Kunst, die Rhetorik in der Praxis ausmacht, die Anpassung der eigenen „Sprache“ an die des Gesprächspartners. Ob fachlich nüchtern oder kollegial locker, ob sparsam oder ausschweifend redselig, eine eloquente Rhetorik wählt für jede Situation das passende Werkzeug.

Wortführer

Insbesondere in der Gruppenkommunikation sind rhetorische Fähigkeiten unverzichtbar, vor allen Dingen für Führungsaufgaben innerhalb einer solchen Gruppe. Wer zum Beispiel beruflich mit der Personalführung, sei es in kleinen Arbeitsgruppen, Teams oder ganzen Abteilungen, beauftragt ist, bildet nicht nur ein verbindendes Element innerhalb dieser Gruppe, sondern ebenso das Brückenelement zur hierarchisch nächsten Ebene. Beide Funktionen basieren in weiten Teilen auf sprachlicher Kommunikation und damit auf rhetorischen Fähigkeiten. Angemessen mit eigenen Mitarbeitern zu kommunizieren, hier den richtigen Ton zu treffen, der Anliegen aufgreift und beantwortet oder Anweisungen verständlich für jeden Einzelnen zu formulieren und dabei zu Leistung zu motivieren, sind Fähigkeiten, die oft mit rhetorischer Leistungsfähigkeit stehen und fallen.

Sie haben  Interesse an einer Ausbildung im Bereich Kommunikation/Persönlichkeit? Wir haben das Angebot! www.stmk.wifi.at/persönlichkeit

Angriff und Verteidigung

Rhetorische Fähigkeiten sind nicht nur ein aktives Werkzeug zur Verwirklichung eigener Ziele, sondern immer auch ein Schutz vor deren unredlicher Anwendung gegenüber einem selbst. Wer selber rhetorisch erfahren ist, erkennt die vielen kleinen Winkelzüge zielgerichteter Kommunikation und kann diesen angemessen begegnen. Privat wie beruflich begegnet man immer wieder Menschen, von denen man umgangssprachlich sagen würde „der/die redet einen schwindelig“ oder ähnliches. Gemeint sind dabei meist solche Erlebnisse, bei denen man sich im Nachhinein, durch „Zureden“, dazu bewegt sah, Dinge zu sagen oder zu tun, die man unter anderen Umständen so nicht getan hätte. Wer selber rhetorisches Rüstzeug besitzt, erkennt, wo Gesagtes und objektive Wahrheit, dem „Klang“ des Gesagten nach zu urteilen, voneinander abweichen und wo versucht wird, „ein X für ein U vorzumachen“. Diese rhetorische Selbstsicherheit ermöglicht es, solchen Situationen bewusst zu entkommen oder aber mit genug Selbstbewusstsein den Bemühungen des Gegenübers entgegen zu treten und die Situation zum eigenen Vorteil zu wenden.

In die Wiege gelegt

Ausstrahlung, Charme, Charisma – menschlichen Eigenschaften oder Fähigkeiten, deren Wirkweise und Mechanismen vielen nicht bekannt oder bewusst sind, wird schnell zugeschrieben, sie seien angeborene Talente und nicht zu erlernen. Nicht anders sieht es mit sprachlicher Begabung im Allgemeinen und rhetorischen Fähigkeiten im Besonderen aus.

Auch wenn besonders herausragende Beispiele oft die Theorie einer sprachlichen Begabung grundsätzlich unterstützen, basieren gerade rhetorische Fähigkeiten in der überwiegenden Mehrheit auf erlernten Methoden. Erkenntnisse der Sprachwissenschaft und der Psychologie werden dazu genutzt, Kommunikation zu analysieren und zu optimieren und die so gewonnenen Erkenntnisse einem interessierten Publikum zugänglich zu machen. So ist prinzipiell jeder Mensch in der Lage, sich rhetorische Kenntnisse und Fähigkeiten anzueignen, um so von den Möglichkeiten einer zielorientierten Kommunikation und nicht zuletzt dem Spaß an der Kunstform Sprache zu profitieren.

Informationen zum Kommunikationstrainer finden Sie unter: Diplomlehrgang Kommunikationstrainer

Titelbild: ©Lonely – fotolia.com

Kommentar verfassen