Immer mehr Controller entscheiden sich aktuell gegen eine Beschäftigung in einem Großkonzern. Selbst erfahrene Experten geben nach langen Jahren ihre etablierte Stellung in Großkonzernen auf und wechseln zu einem mittelständischen Unternehmen. Hierbei lockt der Mittelstand mit flachen Hierarchien, der Chance, die eigene Karriere aktiv selbst mitzugestalten und besonders schnellen Aufstiegschancen. Diese attraktiven Arbeitsbedingungen sind aktuell gerade für klassische Berufe wie zum Beispiel dem des Controllers verfügbar. Diese attraktiven Stellen sind jedoch nicht für jeden etwas. So weichen teilweise die Anforderungen des Mittelstands stark von denen der Großkonzerne ab.

Die Rolle von Controllern in mittelständischen Unternehmen

Die Rolle des Controllers wird in den meisten mittelständischen Unternehmen gänzlich neu definiert. Neben der eigentlichen Informationsrolle nimmt man im Mittelstand auch noch die Rolle des Kontrolleurs und des Beraters ein. Hierbei beginnt man jedoch in den meisten mittelständischen Unternehmen vorerst als operativer Kontrolleur. Dies ist auf die einzigartigen Gegebenheiten im Mittelstand zurückzuführen. Da das gesamte Geld des Unternehmens nicht ausschließlich im Sinne des Unternehmens, sondern zusätzlich im persönlichen Sinne des Unternehmers verwendet werden muss, gehört es zum Alltag des Controllers, dass Entscheidungen gegen seinen Ratschlag getroffen werden. Auch wenn man zahlenmäßig beweisen kann, dass eine Entscheidung des Unternehmers unvorteilhaft ist, hat dieser stets das letzte Wort und die Entscheidungsgewalt. Die Rolle des Controllers ist hier also vorrangig beratender Natur.

Besondere Herausforderungen von Controllern im Mittelstand

Aktuell werden deutlich mehr Herausforderungen an mittelständische Controller herangetragen, als an ihre Kollegen in Großkonzernen. Hat man sich in einem Unternehmen etabliert und konnte eine Vertrauensfunktion erlangen, arbeitet man oft als direkter Berater. Dabei übernimmt man auch strategische Entscheidungen für die Geschäftsführung und arbeitet im engen Kontakt mit dieser zusammen. Es ist ebenfalls üblich, dass man vom Marketing bis zum Supply Chain Management jeder einzelnen Abteilung des Unternehmens beratend zur Seite steht. Man kann hierbei jeden einzelnen Aspekt des Unternehmens mitgestalten und damit die Zukunft des Unternehmens fortwährend beeinflussen. Diese besonders großen Chancen bringen jedoch eine um ein Vielfaches höhere Verantwortung und deutlich mehr Risiken mit sich. Die erhöhte Sichtbarkeit des Controllers setzt diesen wie in keiner anderen Position sonst einem besonderen Druck aus. Während man in Großkonzernen als einer unter vielen Controllern arbeitet, hat der Erfolg des mittelständischen Unternehmens direkten Einfluss auf die eigene Reputation und das Image.

Eine weitere große Herausforderung besteht in der Beraterfunktion für das ganze Unternehmen. Üblicherweise werden Controllern auch einmal Aufgaben zugeordnet, für welche sie normalerweise nicht zuständig sind. Zuständigkeitsbereiche und feste Aufgabenverteilungen existieren in mittelständischen Unternehmen meist nur in einem besonders lockeren Rahmen. Deshalb ist eine Stelle im Mittelstand für Menschen, die straffe Strukturen genießen und sich gern besonders tief in ein Spezialgebiet einarbeiten wollen, nicht die perfekte Wahl. Von Controllern wird hier meist erwartet, fundiertes Fachwissen in allen Gebieten zu besitzen, sodass man ausfallende Kollegen notfalls vertreten kann. Hierbei können durchaus von Zeit zu Zeit Fehler passieren und es wird nicht erwartet, dass man besonders tiefgehendes Spezialwissen besitzt. Dieses wird bei Weitem niedriger bewertet als ein guter Überblick und grundlegendes Wissen in allen unternehmensrelevanten Themen.

Warum sollte man als Controller im Mittelstand arbeiten?

Bei all den Unsicherheiten, Risiken und hohen Herausforderungen stellen sich einige Betriebswirte die Frage, warum man eine Stelle als Controller im Mittelstand annehmen sollte. Trotz der hohen Anforderungen werden sich Controller, die mit der Unternehmenskultur zurechtkommen, in einem sehr breiten Spektrum von Aufgaben sicher bewegen können. Der so entstehende umfassende Überblick über alle Geschäftsprozesse des Unternehmens ist ein immenser Vorteil, den man nicht unterschätzen sollte. Zahlreiche Controller, die in Großkonzernen beschäftigt werden, beklagen spürbare Anonymität und scheinbare Sinnlosigkeit. Das genaue Gegenteil ist bei ihren Kollegen im Mittelstand der Fall. Diese entwickeln sich in besonders kurzer Zeit zu geschätzten Beratern des Unternehmers und all seiner Angestellten und haben einen umfassenden Überblick über Sinn und Zweck aller übernommenen Aufgaben. Darüber hinaus ist man nicht an ein bestimmtes Aufgabengebiet gebunden, sondern kann als Allroundtalent alle Kenntnisse und Fähigkeiten in das Unternehmen einbringen, die man gelernt hat.

Entscheidungen werden weder über einen noch ohne einen getroffen, sondern an vorderster Front mitgestaltet. Dabei erleichtern die besonders flachen Hierarchien es dem Controller sich schnell einen umfassenden Überblick über das gesamte Unternehmen zu verschaffen und diesen auch langanhaltend zu behalten. Letztlich werden einem durch die besonders schnellen Aufstiegschancen einzigartige Gelegenheiten geboten, proaktiv die eigene Karriere mitzugestalten.

Titelbild:  © everythingpossible – Fotolia.com

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