Wenn man nur ein- oder zweimal falsch abgebogen hat, ist der richtige Weg retour meist nicht allzu schwer. Schwieriger wird es, wenn der letzte Blick auf das Navigationsgerät schon ewig zurück liegt und offensichtlich wird, dass man komplett falsch ist.

So ähnlich ist das auch im Unternehmen: Wenn man regelmäßig seine Ziele vor Augen hat und sich Zeit fürs Controlling nimmt, ist man auf der sicheren Seite – und trifft damit eine wesentliche Maßnahme zur Insolvenz-Vorsorge (siehe dazu auch: 8 Management-Fehler, die zur Insolvenz führen können).

Für effizientes Controlling braucht es

  • das erforderliche Know-how (das das WIFI Steiermark in seinen zahlreichen Controlling-Lehrgängen liefert),
  • klar definierte Ziele (das beste Navigationssystem hilft nichts, wenn man kein Ziel eingibt)
  • und idealerweise ein Programm oder zumindest eine Excel-Liste für schnelles Berechnen und laufendes Monitoring.
  • Und dann muss man natürlich wissen, welche Kennzahlen die wichtigsten sind. Paul Slamanig, Leiter des Controlling-Lehrgangs am WIFI Steiermark, empfiehlt für KMU und EPU vor allem:

 

1. Quick-Test

Viele kennen ihn wohl noch aus dem BWL-Unterricht: den guten alten Quick-Test, für den man 4 Bilanzkennzahlen heranzieht. Er ist aus Sicht von Slamanig für die operative Ebene die beste Möglichkeit für einen schnellen Überblick. Bewertet wird dabei einfach mit Schulnoten-System.

Eigenkapitalquote
Aussage: Anteil des Eigentümers am Unternehmen
Formel: (Eigenkapital * 100) / Gesamtkapital
Bewertung: von „Sehr Gut (1)“ bei mehr als 40% bis „Insolvenzgefährdet (5)“ bei einem negativen Wert

Schuldentilgungsdauer in Jahren
Aussage: Zeitraum, den das Unternehmen benötigen würde, um die Verschuldung aus dem Cashflow zu tilgen
Formel: (Fremdkapital – liquide Mittel) / Cashflow
Bewertung: von „Sehr Gut (1)“ bei weniger als 3 Jahren bis „Insolvenzgefährdet (5)“ bei mehr als 15 Jahren

Gesamtkapitalrentabilität
Aussage: Verzinsung des eingesetzten Kapitals
Formel: ((EGT + Fremdkapitalzinsen)*100) / Gesamtkapital
Bewertung: von „Sehr Gut (1)“ bei mehr als 15% bis „Insolvenzgefährdet (5)“ bei negativem Wert

Cash-Flow-Leistungsrate
Aussage: Anteil des Umsatzes, der für Investitionen oder Schuldentilgung zur Verfügung steht
Formel: (Cash-Flow * 100) / Betriebsleistung
Bewertung: von „Sehr Gut (1)“ bei mehr als 10% bis „Insolvenzgefährdet (5)“ bei negativem Wert

2. Marktstellung des Unternehmens

Auf strategischer Ebene empfiehlt WIFI-Experte Slamanig die Marktstellung des Unternehmens im Auge zu behalten. Dazu nimmt man dem Markt und seine Konkurrenten näher unter die Lupe (Benchmark). Weil man dazu auch externe Daten benötigt (zB Marktanalysen), ist die Analyse hier etwas aufwändiger.

3. Produktivität

Grundsätzlich gilt hier die Formel Output dividiert durch Input. Wobei diese beiden Größen in unterschiedlichen Maßeinheiten, aber auch Euros bemessen werden können. Und man kann die Produktivität eines Arbeitsschrittes, eines Mitarbeiters, einer Abteilung, etc. berechnen. Am besten man erarbeitet gemeinsam mit einem Experten ein Berechnungsgerüst, das man dann laufend verwenden kann – oder man eignet sich selbst das erforderliche Know-how am WIFI Steiermark an.

Dazu gibt es unter anderem die folgenden Möglichkeiten:

 

Titelbild: © Pavel Timofeev – Fotolia.com

Kommentar verfassen