Sich über Karriereentscheidungen zu ärgern, bringt einen nicht weiter. Außerdem gibt es keine per se „falschen“ Ausbildungen und mit 15 hat man eben andere Ziele als mit 30 oder 50. Egal wie alt man ist, die Matura kann man immer nachmachen – und damit das Ticket für den Hochschulzugang erwerben.

„Der Baustoff Holz hat mich fasziniert, deshalb habe ich mich auch mit voller Überzeugung für eine Tischler-Lehre entschieden.“ Margit Stockner bereut nicht, dass sie nach der Pflichtschule gleich in die Arbeitswelt gewechselt hat. „Das hat damals einfach gut gepasst.“

Von der Tischlerin zur Lehrerin

Mittlerweile hat sich aber viel verändert – beruflich und privat. „Die Kindererziehung brachte es mit sich, dass ich in Berufen gearbeitet hab, die sich mit der Familie verbinden lassen.“ Und irgendwann war da ein neues Ziel am Horizont: die Ausbildung zur Lehrerin.

Margit Stockner hat am WIFI die Berufsmatura absolviert - das Eintrittsticket für das Pädagogik-Studium bzw. die Ausbildung zur Lehrerin. (Credit: WIFI Steiermark)
Margit Stockner hat am WIFI die Berufsmatura absolviert – das Eintrittsticket für das Pädagogik-Studium bzw. die Ausbildung zur Lehrerin.
(Credit: WIFI Steiermark)

Vorteile der Berufsmatura

„Die Matura hatte ich als früherer Lehrling leider nicht, aber es gibt ja das WIFI.“ Die WIFI-Berufsmatura ist – anders als die Studienberechtigungsprüfung – eine Vollmatura und man hat damit freien Zugang zu allen Universitätsstudien, FH-Studiengängen und auch Kollegs an BHS. Ein großer Vorteil ist die gute Vereinbarkeit mit Beruf und Kindererziehung, da es flexible Modelle für die Kurszeiten gibt. Und: Die Ausbildung fokussiert auf 4 Teilbereiche (Deutsch, Mathematik, Englisch und ein Fachbereich) und man muss nicht für 10 oder mehr verschiedene Fächer lernen, wie es an einem Gymnasium der Fall ist.

Immer wieder weiterentwickeln

Stockner hat die WIFI-Berufsmatura mittlerweile erfolgreich abgeschlossen und ist ihrem Ziel einen großen Schritt näher. „Jetzt bin ich im Bachelorstudium an der Kirchlich Pädagogischen Hochschule in Graz.“ Auch für die Zeit danach hat sie bereits ganz konkrete Vorstellungen: „Ich will mich als Inklusive-Lehrerin in der Volksschule behinderten Kindern widmen.“ Die WIFI-Berufsmatura war für die künftige Lehrerin „ein großer Schritt zu neuen Perspektiven“, wie sie im Laufe des beruflichen und privaten Lebens immer entstehen. Denn wie heißt es so schön? „Nur wer sich verändert, bleibt sich treu.“ (Zitat von Wolf Biermann).

Titelbild: © peshkova – Fotolia.com

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