Kaum jemand weiß, wie praxisbezogen die Inhalte der Berufsreifeprüfung wirklich sind. Vorbei sind die Zeiten, wo man sich hin und wieder die Sinnfrage stellen musste. Denn die Kompetenzorientierung in der Reifeprüfung sorgt dafür, dass das vermittelte Wissen im Alltag auch sinnvoll eingesetzt werden kann. Und das ist auch das Wesen der Berufsmatura – aufbauend auf der bestehenden Berufsausbildung und Berufserfahrung werden alltags- und berufsbezogene Inhalte auf Maturaniveau vermittelt.

Wer mit der ganzen Welt kommunizieren will, muss heute gut Englisch können.

Englisch lernt man heute auf der ganzen Welt. Und wer eine bulgarische, griechische oder japanische Homepage aufruft, klickt natürlich auf den Button „english“. „Wie flüssig man Englisch verstehen und reden können sollte, um überall zurechtzukommen, ist leicht gesagt:

So, wie bei unserer Berufsmatura“, scherzt Mag. Barbara Böttger. Im Europäischen Referenzrahmen für Sprachen ist das „B2“: Die meisten Nachrichtensendungen und Filme verstehen, spontan und fließend an einer Diskussion beteiligen, über eigene Interessensgebiete referieren.

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Barbara Böttger hat Deutsch und Englisch für das Lehramt an Höheren Schulen studiert, arbeitet im Büro für Internationale Beziehungen der Technischen Universität

Graz und ist WIFI-Fachkoordinatorin für Englisch. „Kommunizieren, das ist der zentrale Schwerpunkt im Vorbereitungslehrgang wie bei der Prüfung.“ In der Maturaprüfung muss man einen Monolog halten und im Dialog darüber reden können. „Zwei aus zehn Themenkreisen werden vorgegeben, das kann Sport, Ernährung, Kultur, Kommunikation – eben etwas aus dem Alltag sein.“

Nun kommt es darauf an, ob man den Wortschatz parat hat, im Reden und im Verstehen der Gegenfragen, ob man ohne grammatikalische Ausrutscher flüssig formulieren kann – und ob man beim Englischen gleich die eigentliche Muttersprache durchhört. „Was wir im Lehrgang vor allem erreichen wollen: dass man ohne Scheu und frei weg Englisch redet – richtige Kommunikation eben.“

Wenn sie konkrete Probleme lösen kann, wird Mathematik so richtig spannend.

„Hören Sie nicht auf Leute, die im vorigen Jahrhundert maturiert haben“, meint Mag. Beatrix Rathofer, „da war der Zugang noch viel weniger praxisbezogen.“ Heute geht es viel mehr um Anwendungen mathematischer Vorgangsweisen. „Unsere Berufsreifeprüfung in Mathematik hat Fragen, in denen der Praxisbezug zählt.“

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Beatrix Rathofer unterrichtet an der Grazer International Bilingual School. Sie ist Fachkoordinatorin für Mathematik am WIFI Steiermark und gehört dem Team der Mathematiklehrerinnen und -lehrer an, die an der Vorbereitung der Zentralmatura arbeiten.

Und so geht es in den Aufgaben zum Beispiel um Lösungswege aus der Technik: „Das mathematische Modell einer Brücke, die Graphen von Messergebnissen interpretieren, Wurfparabeln vergleichen – Problemstellungen, wie sie heute auch in der Industrie laufend zu bearbeiten sind.“

Wie in der beruflichen Praxis spielt das Vorstellungsvermögen, das Einschätzen von Dimensionen eine wichtige Rolle: „Auf den ersten Blick zu erkennen, ob das Ergebnis überhaupt stimmen kann, ist eine ganz wichtige Fähigkeit, um Fehler zu vermeiden.“ Multiplizieren und Dividieren kann man dem Taschenrechner überlassen, „mathematisch denken können, darauf kommt es an“.

Es ist wichtig im Leben, sich in jeder Kommunikationssituation adäquat ausdrücken zu können

„Stellen Sie sich vor, Sie schreiben in Ihrem und im Namen Ihrer Kollegen einen Offenen Brief an die Geschäftsführung – gut formuliert, überzeugend  argumentiert, mit Respekt, aber auch selbstbewusst. Das ist nicht nur eine Situation aus dem Leben, so etwas kann auch zur Deutsch-Matura kommen“, erzählt Mag. Beate Frakele über die kompetenzorientierte Reifeprüfung in Deutsch.

Beate Frakele war Assistentin und Lehrbeauftragte am Institut für Germanistik der Karl-Franzens-Universität Graz und ist am WIFI Steiermark Fachkoordinatorin für Deutsch in der Berufsmatura.

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„Neben Grammatik, Rechtschreibung und Zeichensetzung lernt man in den Vorbereitungslehrgängen zur Berufsmatura, neun praxisorientierte Textsorten zu erstellen  – beispielsweise Offener Brief, Meinungsrede oder Zusammenfassung. Diese Textsorten sind in rund 20 Themenbereiche eingebettet – Weltwissen, auf das die Aufgabenstellungen Bezug nehmen, das mündlich und schriftlich diskutiert wird.“

Im Prinzip ist es eben so, wie man es überall in verantwortlichen beruflichen Funktionen braucht.

Wir haben Ihr Interesse geweckt? Hier können Sie sich online Informieren: WIFI Berufsmatura

 

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