Kaffee ist nicht gleich Kaffee. So gibt es sowohl im Preis als auch in der Qualität und im Geschmack erhebliche Unterschiede. Neben den großen Exportländern, wie Brasilien und Kolumbien, werden gerade in kleineren Ländern besondere Kaffee-Raritäten produziert, die geschmacklich nicht nur mit den „großen“ Kaffees mithalten können, sondern diese um ein Vielfaches übertreffen.

Suchen Sie einen ganz besonderen und außergewöhnlichen Kaffeegenuss? Wir haben eine erlesene Auswahl der besten Kaffees weltweit für Sie zusammengestellt:

Der Champagner unter den Kaffees – Jamaica Blue Mountain

Unter Kaffeeliebhabern trägt der Jamaica Blue Mountain einen Kultstatus und ist ein „Must-have“ der exquisiten Kaffees. Er zählt nicht nur zu den besten, sondern auch zu den teuersten Kaffees weltweit – der Marktpreis pro Kilogramm liegt bei etwa 100 Dollar, in Japan zahlt man sogar bis zu 40 Dollar pro Tasse. Das liegt nicht zuletzt daran, dass es nur sehr wenige Bohnen gibt: die jährliche Produktionsmenge liegt bei gerade mal 1.000 Tonnen.

Was genau macht den Geschmack des Jamaica Blue Mountain so einzigartig? Kaffeetrinker heben vor allem die perfekte Ausgewogenheit zwischen Säure und Körper hervor. Das Aroma ist außergewöhnlich und erinnert an Nüsse, Früchte und Blumen, der Abgang ist besonders lang. Verantwortlich für den unverwechselbaren Geschmack ist vor allem die Lage des Anbaugebietes: Die Kaffeekirschen wachsen in den namensgebenden Blue Mountains in Höhenlagen von 600 bis 2.000 Metern. Die natürlichen Voraussetzungen eines nährstoffreichen Bodens und feucht-kühlen Klimas sind hier ideal, da so die Reifezeit wesentlich länger dauert als in anderen Kaffeegebieten. Verschifft wird der Kaffee dann nicht in Säcken – sondern einzigartig genauso wie Wein – in Holzfässern, damit das Aroma optimal erhalten bleibt. Die Geschichte des Blue Mountain-Kaffees begann übrigens bereits 1728, als der Gouverneur von Jamaika Sir Nicholas Lawes eine Kaffeepflanze vom damaligen Gouverneur von Martinique geschenkt erhielt.

Kaffee aus dem Lavaboden – Hawaii Kona

An der Südwestküste Hawaiis liegt der Distrikt Kona, der dem edlen Spezialitätenkaffee seinen Namen gibt. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Bohnen in Hawaii eingeführt, der britische Kaufmann Henry Nicholas Greenwell machte etwas später den Kona Kaffee populär.

Sein lieblich-fruchtiges Aroma mit leichter Säure und gehaltvollem Körper ist auf den ganzjährig fruchtbaren Boden zurückzuführen, auf dem der Hawaii Kona angebaut wird: Er wächst an Vulkanhängen auf 250 bis 750 Metern Höhe auf schwarzen Lavaböden. Die Anbaufläche ist durch ihre Lage nicht nur schwerlich zu bewirtschaften, sondern auch sehr begrenzt, so dass die jährliche Produktionsmenge an sortenreinem Hawaii Kona Kaffee bei nur etwa 650 Tonnen liegt. Das ist auch ein Grund, warum nicht wenige Kona-Kaffees nur einen relativ geringen Anteil an echtem Hawaii Kona enthalten.

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Bester Biokaffee – von den Galapagosinseln und vor allem San Christóbal

Er zeichnet sich durch sein unverwechselbares Aromareichtum aus – passionierte Kaffeetrinker schmecken feine Nuancen von Edelschokolade und Nüssen, die ein weich-samtiges Mundgefühl hinterlassen. Der Galapagos-Kaffee gilt als exklusive Rarität, nur etwa 100 Tonnen werden jährlich exportiert, daher ist diese Spezialität auch nur sehr selten sortenrein zu erhalten. Da die Galapagosinseln als Nationalpark deklariert sind, müssen sie sich an strenge Umweltrichtlinien halten, so dass die Bohnen automatisch zu einem exquisiten Bioprodukt werden.

Auf San Christóbal, einer der größten Galapagosinseln, wird der außergewöhnliche Bourbon Kaffee, eine Variante der Arabica-Bohnen, angebaut. Diese Pflanzen brachte man erstmals 1879 aus französischen Kolonien dorthin. Bis heute werden sie in den räumlich begrenzten, zentralen Gebirgen von San Christóbal erfolgreich bewirtschaftet. Hier wachsen die Kaffeekirschen unter klimatisch hervorragenden Bedingungen. Der vulkanische Boden ist mineralreich und feucht und wird mit Quellwasser natürlich bewässert.

Guter Kaffee aus großen Exportland Kolumbien – Gran Café de Caldas

Kolumbien gehört mit jährlich 13 Millionen Kaffeesäcken (à 60 Kilogramm) zu den weltweit größten Kaffeeexportländern. Die Nummer drei hinter Brasilien und Vietnam steht dabei für qualitativ hochwertige Arabica-Kaffeebohnen. Es gibt drei Hauptanbauregionen – neben Risaralda und Quindio ist das zudem die Andenprovinz Caldas. Der berühmte Gran Café des Caldas ist ein sortenreiner Kaffee aus Arabica-Bohnen und kann sich mit den Topkaffees der Welt messen. Der Andenkaffee hat ein reiches und rundes Aroma mit einer stimmig-feinen Säure und schmeckt süßlich-weich nach Nüssen. An den Berghängen können die Kaffeekirschen mit viel Sonne und ausreichend Regen optimal wachsen. Die guten klimatischen Voraussetzungen erkannte bereits 1808 ein Geistlicher, der erste Kaffeegewächse von den französischen Antillen nach Kolumbien brachte. Heute wird nur noch ein Drittel der Gesamtkaffeeproduktion von kleineren Familienbetrieben erzeugt, den Rest bewirtschaften moderne Plantagen.

Kaffee von einer Plantage aus Costa Rica – Minita Tarrazu

In Höhen von 1.200 bis 2.000 Meter auf durchlässigem, nährstoffreichem Vulkanboden wachsen besonders hochwertige Bohnen. Der Tarrazu-Kaffee aus Costa Rica hat seinen Namen von den gleichnamigen Bergen südlich von San José. Überzeugend ist vor allem sein einzigartiger Duft, der mit einem vollen Aroma und ausgeprägter, dynamischer Säure einhergeht. Außergewöhnlich ist der Kaffee Minita Tarrazu, der auf einer Plantage angebaut wird, die ohne Pestizide und Kunstdünger auskommt. Die Ernte ausschließlich von Hand bringt nur eine jährliche Exportmenge von etwa 500 Tonnen. Er ist damit eine Rarität und reiht sich unter die besten Kaffees weltweit ein. Seit 1830 wird in Costa Rica Kaffee angebaut, heute deckt das kleine mittelamerikanische Land immerhin 15 Prozent des weltweiten Kaffeebedarfs, angebaut werden ausschließlich Arabica-Bohnen.

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Titelbild: © Antonio Gravante – fotolia.com

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