Die Digitalisierung wird viel diskutiert. So ist von Wirtschaft 4.0, Industrie 4.0 oder der vierten industriellen Revolution die Rede: gemeint ist damit, dass dank der Informations- und Kommunikationstechnologien Arbeitsprozesse tiefgreifend verändert und weiter entwickelt, eben revolutioniert, werden.

Die Digitalisierung prägt unser Leben im Alltag genauso wie in der Arbeitswelt. Viele Menschen kommunizieren hauptsächlich digital, skypen, chatten, shoppen oder spielen in erster Linie online.

Das Kundenverhalten ändert sich dramatisch. Wie pass‘ ich mich an?

In der Wirtschaft schafft die Digitalisierung ungeahnte neue Möglichkeiten – in der Optimierung von Arbeitsprozessen, der Qualitätssteigerung, der Entwicklung von neuen Produkten oder in der Ansprache von Kund(inn)en und im Verkauf von maßgeschneiderten Produkten und Lösungen.

So entstehen neue Unternehmen, deren Geschäftsidee auf der Entwicklung einer App oder der Einführung einer Online Plattform beruht. Softwareentwicklungen werden verstärkt nachgefragt und bieten technisch innovativen Unternehmen enorme Wachstumschancen. Digitale und interaktive Agenturen unterstützen Unternehmen bei der Umsetzung mobiler Lösungen oder der Einführung von Webshops. Hersteller von Produkten schaffen Apps und digitale Welten rund um ihre Produkte und revolutionieren damit das Konsumerlebnis. Banken und Versicherungen bieten eine Vielzahl mobiler Dienste an, die jederzeit genutzt werden können, Unternehmen nahezu aller Branchen erschließen digital neue Absatzkanäle und integrieren eCommerce-Geschäftsmodelle in ihre bestehenden Strukturen. Und das sind nur einige Beispiele für das, was sich derzeit quer über alle Branchen vollzieht.

Da verwundert es nicht, dass laut Expert(inn)en die digitale Revolution den entscheidenden Wachstumsmotor für die Wirtschaft in den nächsten Jahren darstellt und ihr Ende noch nicht abzusehen ist. Entscheider/innen in Unternehmen erwarten große Umwälzungen in ihren Geschäftsprozessen für die nächsten Jahre. Zweistellige Wachstumsraten werden prognostiziert, bereits in 5 Jahren soll der Anteil der digitalen Wirtschaft an der Weltwirtschaft bei 25% liegen.

Digitalisierung schafft neue Berufsbilder

Das Wachstumspotenzial, das Unternehmen unterschiedlicher Branchen durch die Digitalisierung realisieren können, ist also längst noch nicht ausgeschöpft. Mit der rasanten Entwicklung der Digitalisierung entstehen auch laufend neue Berufsbilder, die sich unsere Eltern oder Großeltern nicht hätten träumen lassen: das Spektrum reicht von Software-ArchitektInnen und ProjektmanagerInnen Digital über Digital Consultants, Sicherheits- oder DatenexpertInnen bis zu Geschäftsprozess- und Digital Designer(inne)n.

So vielfältig die Bezeichnungen und die dahinterstehenden Aufgabenfelder auch sind, sie haben doch alle einiges gemeinsam: all diese neuen Berufsbilder erfordern Fachkräfte, die in der Lage sind, die technische Machbarkeit von Lösungen der Informations- und Kommunikationstechnologie zu verstehen, mit unterschiedlichen Spezialist(inn)en zu kommunizieren und zu beurteilen, was wirtschaftlich sinnvoll ist. Und da wäre noch eine Anforderung: die entwickelten Lösungen müssen benutzerfreundlich, funktional, intuitiv verständlich und optisch ansprechend sein. Denn die Erwartungen und Ansprüche von Unternehmen und Endkund(inn)en an digitale Anwendungen steigen ständig.

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Die größte Hürde für die Umsetzung digitaler Lösungen sind nicht die Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnologie, sondern der Mangel an qualifizierten Mitarbeiter(inne)n. Schon heute suchen Unternehmen oft vergeblich nach Personen, die in der Lage sind, die gerade beschriebenen Anforderungen auch zu erfüllen – Tendenz steigend. Für Menschen, die sich gerne ständig weiter entwickeln und technisches Verständnis mit Freude an Design und wirtschaftlichem Denken kombinieren, bietet die Digitalisierung damit viele spannende Aufgabenfelder und enorme berufliche Aufstiegsmöglichkeiten.

Ein Berufsbild ist hier besonders zukunftsträchtig: der/die Digital Designer/in. Doch was genau beinhaltet Digital Design? Und was macht Digital Designer/innen aus?

Zukunftsperspektive Digital Design

Digital Designer/innen sind dafür verantwortlich, digitale Lösungen wie Apps oder Websites optisch ansprechend für die Nutzung auf unterschiedlichen mobilen Endgeräten wie Tablets oder Smartphones umzusetzen. Sie wissen darüber Bescheid, was technisch machbar und funktional sinnvoll ist, können die verfügbaren Daten mit vorhandenen Geschäftsprozessen synchronisieren und haben dabei auch ständig die Wirtschaftlichkeit der entwickelten Lösungen im Blick.

Die Aufgabenfelder sind vielfältig

Einerseits entwickeln und optimieren sie digitale Design-Lösungen. Darunter fallen Aufgaben wie die Entwicklung von UI (User Interface) – Konzepten und Lösungen für Websites und mobile Apps, Screen Design, die Ausarbeitung von Style Guides für digitales Design sowie die Gestaltung konkreter Design-Lösungen auch unter Einsatz von Video und Animation. 
Produktentwicklung und Testing gehören ebenfalls zum Aufgabenspektrum von Digital Designer(inne)n.

Darunter versteht man beispielsweise die Entwicklung von Prototypen und Proof-of-Concept Entwicklungen, die Entwicklung mobiler Apps für Cloud-Lösungen, die Entwicklung innovativer eCommerce Lösungen oder die Definition und Umsetzung von Testkampagnen. Darüber hinaus werden Digital Designer/innen, die entsprechende Erfahrung mitbringen, auch gerne mit der Leitung und dem Controlling digitaler Projekte beauftragt. Hier ist besonders ihr wirtschaftliches Verständnis gefragt, denn sie analysieren, planen, begleiten und bewerten die Umsetzung von Projekten, bei denen Weblösungen und mobile Anwendungen entwickelt werden. Digitales Marketing stellt ein weiteres vielfältiges Aufgabengebiet für Digital Designer/innen dar: Sie führen Trendanalysen durch, beobachten die rasanten Entwicklungen der Digitalisierung und setzen diese für ihre Unternehmen um.

Sie gestalten den Markenauftritt in digitalen Kanälen, arbeiten an der Entwicklung von Strategien im mobilen Marketing mit und entwickeln Kampagnen für unterschiedliche digitale Anwendungen. Dabei haben sie immer die Sicht der Kund(inn)en und das Erlebnis der Nutzer/innen digitaler Lösungen im Blick. Digital Designer/innen sind gesuchte Fachleute, die von einer Vielzahl unterschiedlicher Unternehmen nachgefragt werden. Dazu zählen Agenturen und Unternehmen der digitalen Kreativwirtschaft genauso wie Hersteller von Digital Signage Software, Anbieter von digitalen Plattformen und Apps sowie Unternehmen unterschiedlicher „traditioneller“ Wirtschaftszweige wie Automobilhersteller, Unternehmen der Lebensmittelbranche oder Banken und Versicherungen, um nur einige zu nennen. Die Job-Bezeichnungen für Digital Designer/innen umfassen Titel wie UI/UX Designer, UI/UX Developer, Front End Developer, Digital Designer & Developer und ähnliche sowie auch Consulting-Funktionen im Bereich Front End Optimierung und Digital Business.

Technologie, Design und Business

Wer sich auf Job-Plattformen und Karriereportalen umsieht, erkennt schnell, dass Spezialist(inn)en für Digital Design in Österreich von vielen renommierten Arbeitgeber(inne)n gesucht werden. Digital Designer/innen sind deswegen so gefragt, weil sie drei Welten miteinander verbinden können: Technologie, Design und Business. Das unterscheidet sie von vielen Spezialist(inn)en, die oft entweder nur die technologische Machbarkeit oder ausschließlich das ansprechende Design im Blick haben.

Wie kann man Digital Design erlernen?

Angehende Digital Designer/innen sollten ein technisches Grundverständnis ebenso mitbringen wie Sinn und „Gespür“ für Design und ein betriebswirtschaftliches Grundwissen. Wer beispielsweise eine Designausbildung und/oder eine Informatikausbildung abgeschlossen hat, bringt bereits wesentliche Voraussetzungen für eine weiterführende Ausbildung zum/zur Digital Designer/in mit.

Der 4-semestrige Studiengang „MSc Designing Digital Business“ am WIFI Steiermark führt Technologie, Design und Business zusammen. Er vermittelt technologisches Fachwissen als Basis für die Entwicklung innovativer Online-Lösungen ebenso wie umfassende Designfähigkeiten und das betriebswirtschaftliche Know How, das für den Vertrieb über Shop-Systeme und Social Media Plattformen notwendig ist.

 

Titelbild: © Konstantin Hermann – Fotolia.com

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