IT-Techniker sind gefragte Fachkräfte, das steht außer Frage. Beim Stichwort IT-Techniker haben die meisten jedoch ein klares Bild vor Augen – jenes des introvertierten Spezialisten, der soziale Netzwerke dem persönlichen Kontakt vorzieht. Doch was hat es mit den Vorurteilen tatsächlich auf sich? Was sind gefragte Softskills und wie steht es um das Zukunftsbild des IT-Technikers?

Markus Löschnigg, IT-Unternehmer und Leiter des Master-Studiengangs MSc Designing Digital Business am WIFI Steiermark kennt die Antworten auf diese Fragen.

So mancher hat bereits Erfahrungen mit IT-Technikern gemacht, die einem einfach nicht in ihre Welt eindringen lassen wollten. War das Zufall oder spiegelt das Bild des kommunikationsscheuen Spezialisten die Realität wider?

Markus Löschnigg: Im Regelfall wird der klassische IT-Techniker nicht die Romy-Verleihung moderieren. Sie oder er fühlt sich eher in seiner gewohnten Umgebung wohl und reduziert die Kommunikation auf das Wesentliche. Das muss man allerdings nur richtig interpretieren, für Techniker ist Kommunikation Vermittlung von Information – jedes Wort, das keinen Mehrwert für die zu überbringende Information hat kann weggelassen werden. Es geht eben um das Wesentliche.

Fachwissen ist Voraussetzung

Herausragendes Fachwissen und voller Einsatz für das Unternehmen fast rund um die Uhr – sind diese Eigenschaften für den IT-Techniker heutzutage noch ausreichend, um eine attraktive Stelle zu bekommen?

Löschnigg: Herausragendes Fachwissen und voller Einsatz sind die Voraussetzungen für eine attraktive Stelle. Eine Leitungsfunktion ist allerdings auch immer mit Personal- und Budgetverantwortung behaftet. Man sollte daher diesen Aspekt nicht unterschätzen und immer im Hinterkopf behalten.

Ihr Unternehmen bietet u.a. auch IT-Dienstleistungen an, d.h. Sie rekrutieren selbst Fachleute. Worauf achten Sie hierbei besonders?

Löschnigg: Abgesehen von den vorher angesprochenen Eigenschaften Fachwissen und Einsatz ist das vor allem das Auftreten. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die Visitenkarte unseres Unternehmens. Jede und jeder muss unsere Philosophie mittragen.

Kommunikation und soziale Intelligenz

Gerade im Projektmanagement und letztlich auch in der Unternehmensführung wird selbst der fachlich beste Techniker nichtmehr gänzlich ohne Softskills auskommen. Was sind die gefragtesten Eigenschaften auf dem Weg zum CIO?

Löschnigg: Die Rolle des CIO ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe. Wenn man mit dieser Funktion betraut wird, dann sind Kommunikation und soziale Intelligenz gefragt. Das Arbeiten mit Menschen in einer Führungsrolle macht sehr viel Spaß, erfordert aber jeden Tag aufs Neue zwischenmenschliche Herausforderungen zu begleiten und Hilfestellung bei deren Lösung zu leisten.

Manche werden sagen – so bin ich eben, daher habe ich mich für diesen Beruf entschieden. Muss man sich damit abfinden oder lässt sich soziale Kompetenz tatsächlich in Kursen oder Trainings aneignen?

Löschnigg: Das ist wie mit dem Erlernen einer Sprache. Es gibt Menschen, die haben ein Sprachengefühl und dann gibt es Menschen bei denen ist dieses Gefühl sehr gering oder gar nicht ausgebildet. Allerdings können wir in Trainings alle lernen uns ein Regelwerk zurechtzulegen. Damit gelingt es jedem situationsbedingt angemessen zu reagieren und professionell aufzutreten.

Markus Löschnigg
Markus Löschnigg, IT-Unternehmer und Leiter des Master-Studiengangs MSc Designing Digital Business am WIFI Steiermark

Foto: © Edi Haberl
Titelbild: © lassedesignen – Fotolia.com

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