In bestimmten Bereichen von Niederspannungsanlagen kann es aus technischen, organisatorischen oder wirtschaftlichen Gründen erforderlich sein, Arbeiten unter Spannung durchzuführen.

Vielen Arbeitgeber/innen und Arbeitnehmern ist nicht bekannt, dass Arbeiten unter Spannung nur von Elektrofachkräften oder elektrotechnisch unterwiesene Personen durchgeführt werden dürfen, die nachweislich eine für die betreffenden Arbeiten einschlägige Spezialausbildung sowie die erforderlichen Nachschulungen erhalten haben und die über die notwendige Ausrüstung und persönliche Schutzausrüstung verfügen und diese auch verwenden.

Seminartipp: Qualifikationsnachweis für das Arbeiten unter Spannung bis 1 kV.

Arbeitgeber/innen (Unternehmer) haben dafür zu sorgen, dass die Arbeiten unter Spannung nur nach anerkannten Regeln der Technik durchgeführt werden.

Für das Arbeiten unter Spannung stehen heute weltweit eingeführte und erprobte Technologien zur Wartung, Instandsetzung und Umrüstung von elektrischen Anlagen zur Verfügung deren Kenntnis von entscheidender Bedeutung für die Auswahl der geeigneten Arbeitsmethode in elektrischen Anlagen haben.

In Österreich ist dazu gemäß

  • ArbeitnehmerInnenschutzgesetz AschG
  • Elektroschutzverordnung 2012 (ESV 2012, §13),
  • ÖVE/ÖNORM EN 50110-1:2014 „Betrieb von elektrischen Anlagen Teil 1: Allgemeine Anforderungen, Teil 2-100: Nationale Ergänzungen“ und
  • ÖVE Richtlinie R16: 2014-05-01 „Ausbildungsrichtlinie für Arbeiten unter Spannung (AuS) bis AC 1000 V und DC 1500 V“

eine Spezialausbildung mit Qualifikationsnachweis erforderlich.

Im Rahmen der Spezialausbildung „Arbeiten unter Niederspannung AuS“ am WIFI Graz werden Elektrofachkräfte oder elektrotechnisch unterwiesene Personen mit den erforderlichen gesetzlichen, technischen und organisatorischen Rahmen­bedingungen vertraut gemacht, damit auf Basis einer Gefährdungsbeurteilung die Sicherheit und der Gesundheitsschutz aller an den Arbeiten beteiligten Personen sichergestellt werden kann.

Die Spezialausbildung umfasst einen praxisnahen theoretischen Teil (8 Stunden) mit den Schwerpunkten

  • Wiederholung der sicherheitsrelevanten elektrotechnischen Grundbegriffe
  • Wirkung des elektrischen Stromes auf den menschlichen Körper
  • Rechtliche Grundlagen
  • Wann dürfen Arbeiten unter Spannung durchgeführt werden und wann nicht
  • Bedeutung und Durchführung der Unterweisung, die 5 Sicherheitsregeln,  Arbeitsmethoden, Störlichtbogen, Risikobeurteilung, Werkzeuge, Auswahl der Hilfsmittel, persönliche Schutzausrüstung, Jugendschutz, Checklisten
  • Maßnahmen vor, während und nach der Arbeit unter Spannung
  • Verhalten bei Elektrounfällen
  • Verhalten im Brandfall

und einen ausführlichen Praxisteil (8 Stunden) mit den Schwerpunkten

  • Gefährdungsbeurteilung
  • Arbeitsvorbereitung
  • Auswahl und Handhabung der Hilfsmittel und der persönlichen Schutzausrüstung
  • Vorbereiten der Arbeitsstelle
  • Arbeiten unter Spannung, z.B.
    • Arbeiten mit isolierenden Tüchern, Abdeckungen, …
    • An- und Abklemmarbeiten
    • Ein-/Ausbau einer NH-Leiste in einem Hauptverteiler
    • Ein-/Ausbau eines FI-Schutzschalters
    • Ein-/Ausbau eines LS-Schutzschalters
    • Ein-/Ausbau von Überspannungsableiten
    • Abschluss der Arbeiten unter Spannung, Rückgabe der Arbeitsstelle.


Vorschriftsmäßige Werkzeuge, Hilfsmittel und persönliche Schutzausrüstung wie Helm, Visier, Schuhe, Handschuhe und Schutzkleidung werden im Praxisteil zur Verfügung gestellt.

Jeder Teilnehmer lernt im Rahmen der Übungen an Übungsverteilern das sichere Arbeiten unter Spannung und erhält nach erfolgreich bestandener schriftlicher Prüfung über den im Rahmen des Seminars erlernten Stoff einen Qualifikationsnachweis für das Arbeiten unter Spannung bis 1 kV.

Infos und Anmeldung unter: www.stmk.wifi.at
Dieser Kurs ist auch als Firmeninternes Training buchbar. Info unter 0316 602-1234

Bilder: © WIFI Steiermark/ Klaus Möstl

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