Die Guinness-Brauerei, aus der das berühmte irische Stout (dunkles Bier) stammt, wurde im Jahr 1759 von Arthur Guinness gegründet. Mit einem Startkapital von nur 100 Pfund, die aus einer Erbschaft stammten, pachtete er im Alter von 27 Jahren seine erste Brauerei in der Nähe von Dublin. Schon im besagten Jahr überließ er diese jedoch seinem kleinen Bruder, um selbst direkt in die irische Hauptstadt zu ziehen und dort eine weitere Brauerei am St. James Gate zu pachten – für 9000 Jahre (so der Pachtvertrag). Schon am Ende des 18. Jahrhunderts hatte sich die Brauerei ausschließlich auf dunkles Bier spezialisiert und war zur weltweit größten Stout- und Porter-Brauerei angewachsen. Der Unternehmer gab nach seinem Tod sein Lebenswerk an nicht weniger als 10 leibliche Kinder weiter und stellte somit die Weichen für die immer noch riesige Bier-Dynastie, die heutzutage ungefähr 60 % der irischen Bieraufkommens herstellt und als eine der mächtigsten Familien Irlands gilt.

Einige Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt Dublin gehen in ihrem heutigen Erscheinungsbild auf Mitglieder dieser Familie zurück, so beispielsweise der Park St. Stephen’s Green, der komplett von der Familie gestiftet wurde, eine Restaurierung der St. Patrick’s Cathedral und natürlich das architektonisch einzigartige Guinness-Storehouse mit dem angeschlossenen Museum, das als ein beliebtes Touristenziel fungiert. Auch das berühmte Guinness-Buch der Rekorde geht auf einen Auftrag der Brauerei in der Mitte des 20. Jahrhunderts zurück. So erlangte die Familie nicht nur durch ihr Bier, sondern auch mitunter durch solch großartige Marketingstrategien weltweit große Bekanntheit.

Die Herstellung

Guinness wird aus den Standard-Zutaten Gerste, Hopfen, Hefe und Wasser hergestellt. Die Gerste ist irischer Herkunft, gemälzt und geröstet und somit für die dunkle Färbung des Bieres verantwortlich. Weiterhin wird mehr Hopfen benutzt, als bei der Herstellung der meisten anderen Biere. Das Wasser stammt aus einer Quelle in der Umgebung Dublins (und nicht etwa, wie der Volksmund behauptet, aus dem River Liffey). Das besondere Geheimnis ist die Guinness-Hefe, die jedes Mal vor dem Brauvorgang entnommen und für die nächste Charge verwendet wird. Und zwar seit Anbeginn des Brauens, sodass heute noch Nachkommen der Hefekulturen des ersten je gebrauten Guinness in jedem Glas zu finden sein sollen. Im Herstellungsprozess wird die Gerste geschrotet, mit Wasser vermischt und gestampft. Bei der Filterung wird danach die Stammwürze gewonnen, die dann zusammen mit Hopfen und der gerösteten Gerste gekocht wird. Nach dem Abkühlen wird die traditionsreiche Hefe hinzugefügt und der Fermentationsprozess, bei dem Alkohol und Kohlendioxid entstehen, eingeleitet. Nach einer angemessenen Reifungszeit, wird dem Bier vor dem Verpacken noch Stickstoff, manchen Exportsorten Kohlensäure, hinzugefügt, um für die unverwechselbare Schaumkrone zu sorgen.

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Die Guinness-Sorten

Fünf Hauptprodukte der Brauerei verschaffen dem Unternehmen seine jährlichen Gewinne und seine Beliebtheit:

1. Guinness Draught.

Das Bier nach dem Originalrezept wird im Gegensatz zu der überwiegenden Anzahl anderer Biere, die ausschließlich mit Kohlensäure gezapft werden, zu 70 % mit Stickstoff gezapft – und erhält so seinen einzigartigen Geschmack. Vom Fass, aus der Dose oder in der Flasche. Mit einem Alkoholgehalt von 4,2 % Vol.

2. Guinness Extra Stout.

Beinahe dasselbe Rezept wie das Guinness Draught, allerding etwas stärker im Geschmack, da die Gerste noch stärker geröstet wird und zu einem intensiveren Malzgeschmack führt. Die Farbe ist dunkler als beim Draught. In Deutschland ist diese Sorte wesentlich öfter erhältlich.

3. Guinness Foreign Extra.

Wie der Name vermuten lässt – eine Exportmarke. Mit 5 bis 8,8 % Vol. Alkoholgehalt, vor allem wegen der langen Transporte in viele warme Länder.

4. Guinness Extra Cold

Wie der Name sagt: Extra Kalt. Wird in sogenannten Kegs verkauft, Mehrwegfässern, die vor allem in der britischen Gastronomie verwendet werden. Vom Alkoholgehalt wie das Draught.

5. Guinness Red

Die jüngste Sorte. Die Gerste wird ein bisschen kürzer geröstet. So erhält das Guinness Red einen sanfteren Geschmack und eine rötlichere Farbe.

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Das Floating Widget

Jedem Guinness-Trinker wird schon einmal die kleine Plastikkugel in der Dose aufgefallen sein. Diese etwa 3 cm große Kugel, Floating Widget genannt, wird beim Abfüllen des Bieres mit Stickstoff gefüllt und danach in die Dose gegeben. Im Kügelchen befindet sich ein kleines, zunächst versiegeltes, Loch, das sich aber bei Öffnung der Dose (aufgrund der Änderung der Druckverhältnisse) öffnet und den Stickstoff freigibt. So entsteht ein Schaum wie frisch gezapft.

 

 

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