Es geht meistens recht schnell. Wenn ein Konflikt zu eskalieren droht, lässt er sich schwer bremsen. Und es besteht die Gefahr, mit falschen Bremsmanövern das Ganze noch mehr zu befeuern. Aber es geht auch anders, weiß WIFI-Experte Roland Frühwirth.

Alles reine Übungssache, steht für den Unternehmensberater, Mentaltrainer und ehrenamtlichen Mitarbeiter des Krisen-Interventionsteams Steiermark außer Frage. „Natürlich gibt es Menschen, die von ihrem Wesen her eher zur Eskalation neigen“, verweist Frühwirth auf den Typus der Choleriker. Aber auch wenn man solch einem Menschen Gegenübersteht und merkt, dass er kurz vor der Eskalation ist, lässt sich noch viel abfedern.

Wie geht man mit Cholerikern um?

Am allerwichtigsten: Sich selbst erden, im wahrsten Sinne des Wortes tief durchatmen und dem Gegenüber diese Ruhe auch vermitteln. Ausreden lassen! Auch Schimpfworte zulassen! „Entscheidend sind die ersten paar Minuten, wenn man die gut drüber bringt, hat man schon fast gewonnen. Ja nicht auf Konfrontation gehen und die Argumente des Gegenüber als Lappalien abtun.

Damit heizt man ihn nur noch mehr an“, weiß Frühwirth und hat dazu auch ein plakatives Beispiel parat: „Wenn der Dampfkochtopf pfeift, muss erst mal der Druck abgelassen werden. Sonst explodiert das Ganze.“ Das A und O: Dem Gegenüber Wertschätzung entgegenbringen. Das heißt natürlich nicht, dass man sich alles gefallen lassen muss. Hilfreiche Formulierungen:

  • „Ich verstehe deinen Kritikpunkt, lass uns gemeinsam eine Lösung dafür finden.“
  • „Deine Kritik ist berechtigt.“ (Auch wenn man eigentlich der Meinung ist, dass das Gegenüber übertreibt.)

Ehrlich sein

Und man kann auch offen sagen: „Im Augenblick habe ich jetzt nicht die passende Lösung, aber ich melde mich verlässlich in 2 Tagen nochmal dazu.“ (Auch wenn man weiß, dass man bereits am nächsten Tag eine Lösung präsentieren kann, sagt man besser „in 2 Tagen“. Die verfrühte Kontaktaufnahme wird dann vom Gegenüber als Pluspunkt gewertet.)

Wifi-Stmk, Testimonial, Roland Frühwirth
Roland Frühwirth erläutert im Seminar „Deeskalationstraining“, wie man mit Konflikten am besten umgeht bzw. Eskalationen verhindert.

Offene Körperhaltung

In Sachen Körperhaltung gilt: Offen dastehen bzw. sitzen – wie von einer Schnur nach oben gezogen. Die Innenseite der Hände besser nach vorne geben, auch das symbolisiert „Ich bin für dich da“.

Wie kann man sich selbst erden?

Und wenn man selbst zu der Sorte Mensch zählt, die schnell auf 100 sind? Frühwirth kennt zahlreiche ganz einfache Atem- und Entspannungsübungen, die sich in Sekundenschnelle umsetzen lassen.

Weiterbildungstipp

Viele weiter hilfreiche Tipps & Tricks zum Deeskalationsmanagement – sprich dem erfolgreichen Handeln von Konflikten – erhält man im 16-stündigen Seminar „Deeskalationstraining“ mit Roland Frühwirth.

Foto: © WIFI Steiermark
Titelbild: © anetlanda – Fotolia.com
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