Die Zeiten sind vorbei, wo Change Projekte als vorübergehende Ausnahme- oder „Unruhezustände“ auftraten.

Veränderung passiert! Wie gehen unsere Unternehmen damit um?

Im Rahmen der Veranstaltung „WIFI-Management und HR-Gespräche – Herausforderung Change Projekte“ tauschten sich Vorstände, HR-Manager/innen, Firmeninhaber und die WIFI-Expert/innen zum Thema aus – wo stehen wir und welche Vorgehensweisen bzw. Schulungsmaßnahmen machen Sinn? Ein Rückblick …

„Es gibt kaum Unternehmen, die gerade nicht an Change-Projekten arbeiten!“ – KR Mag. Klaus Replik, KWB.

Mag. David Schütze begrüßt die Teilnehmer/innen und stellt den Vortragenden des Abends, KR Mag. Klaus Repnik, vor. Er ist seit 2016 Geschäftsführer der „KWB Die Biomasseheizung“ mit 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, davon 150 in St. Margarethen an der Raab:
„Es gibt kaum Unternehmen, die gerade nicht an Change-Projekten arbeiten“, sagt er, „obwohl die Anlässe durchaus sehr verschieden sind und von Eigentümerwechsel, Optimierungen der Kernprozesse, Einführung neuer Technologien bis in zu von Marktveränderungen erzwungenen Restrukturierungen reicht …“

V. li. n. re.) Klaus Hajduk, Head of Group HR Michael Pachleitner Group GmbH und DI (FH) Harald Gorucan, Head of Group HR Saubermacher Dienstleistungs AG (3.200 Mitarbeiter in acht Ländern): Auch sie nutzen die WIFI-Veranstaltung zum Erfahrungsaustausch im hochkarätigen KollegInnen-Kreis.

(V. li. n. re.) Eva Weilguny, Leitung Human Resources WO&WO Sonnenlichtdesign GmbH & CoKG, Mag. Petra Pieber, MBA, Personalentwicklung Energie Steiermark AG, Ing. Erich Schreck, EP Schreck Weiz und Mag. Lisbeth Wilding, Vorstand der Sattler AG (fast 700 Mitarbeiter).

„Change-Projekte treffen einen im unternehmerischen Leben immer öfter, alles ist kurzlebiger. Auch unser Unternehmern hat einen neuen Eigentümer bekommen.“ – Eva Weilguny.

„Wir sind als Unternehmen generell im Wandel. Mich interessiert, was es für Ansätze und Erfahrungen es dazu im Kollegenkreis gibt.“ – Petra Pieber.

(V. li. n. re.) Mag. Dietmar Schöberl, HR Inandout Distribution GmbH und DI (FH) Martin Knaus, IT und QM HÜBL Haustechnik GmbH.

„Gutes Personal, speziell gute IT-Techniker zu finden und die auch zu halten, wird immer mehr zur Herausforderung. Als wachsende IT-Firma sind wir immer am Suchen, es bleibt spannend!“ – Mag. Dietmar Schöberl.

„Wir sind ein großes, mittelständisches Baunebengewerbe und über lange Jahre gewachsen. Nun geht es darum, die internen Prozesse in einem abteilungsübergreifenden Prozess neu aufzustellen und neu in Fluss zu bringen. Diese Change Management-Veranstaltung am WIFI ist für mich daher sehr spannend.“ – DI Martin Knaus.

Zusammenfassung der Diskussion:

Das einzige Beständige ist der Wandel – deshalb befinden sich Unternehmen heute dauernd in mehr oder weniger starken Wandelprozessen. Die Zeiten sind vorbei, wo Change Projekte als vorübergehende Ausnahme- oder „Unruhezustände“ auftraten.

In der Diskussion wurden drei Arten von Wandelprojekten angesprochen:
• Wandel in existentiellen Krisenphasen
• Wandel in kleineren (Alltags)Krisen bzw. Unternehmensbereichen
• (relativ) stabile Phasen mit „Fine-Tuning-Charakter“ (Optimierungen).

Bei diesen Wandelprojekten kommt es darauf an,
• an der obersten Führungsebene (bei Bedarf) Veränderungen vorzunehmen,
• Komplexität deutlich zu reduzieren, indem zum Beispiel Führungsebenen gestrafft und die Funktionsbereiche vereinfacht werden (häufig durch Generalisierung von Aufgabenbereichen anstelle von zu hoher Spezialisierung), Personal abgebaut bzw. umgeschichtet, Schlüsselpositionen neu besetzt, Prozesse zu vereinfachen und (informelle) Privilegien abgeschafft werden.
• Gefragt sind ein direktiver Führungsstil (Direktsteuerung) und sehr klare Zielvorgaben.
• Eine Neubesetzung der Geschäftsführung (in dieser Situation!) hat den Vorteil, dass (noch) keine emotionalen Beziehungen zur Belegschaft vorhanden sind und somit sachliche Entscheidungskriterien überwiegen.
• Diese (auch für die Geschäftsführung!) schmerzhaften Wandelprozesse müssen in möglichst kurzer Zeit (Wochen bzw. wenige Monate) umgesetzt.
• Wenn diese ganzen Schmerzen überwunden wurden, sind die Arbeitsplätze für bestehenden Mitarbeiter wieder sicherer – und darum geht es in der Unternehmensführung bzw. Existenzsicherung.

„Ein Outsourcen der Geschäftsführung z.B. an Sanierungsberater für diese Art von Change Projekten wurde sehr kritisch beurteilt.“ – Franz Pojer, Unternehmensberater und WIFI-Trainer.

Die Rolle des Lernens in Change Projekten hat einen erfolgsentscheidenden Charakter!“

Fazit für Franz Pojer, Mag. Klaus Repnik sowie für die WIFI-Bildungsmanager Ing. Michael Karrer und Mag. Astrid Taurer: „Die Rolle des Lernens in Change Projekten hat einen erfolgsentscheidenden Charakter! Deshalb soll mit firmeninternen Schulungsprogrammen und der Zusammenarbeit mit externen guten Bildungsanbietern gezielt geschult werden. Ab einer bestimmten Betriebsgröße kann auch an eine firmeninterne Weiterbildungsakademie gedacht werden. Jedes Unternehmen wird (mehr oder weniger oft) auch existenzielle Wandelprojekte durchstehen müssen, aber in diesen Situationen ist weder Zeit noch Geld für die Weiterbildung vorhanden. Es lohnt sich daher, in „ruhigeren“ Zeiten (wesentlich auch) durch Weiterbildung der Mitarbeiter „vorzusorgen“.

Hier finden Sie den Überblick zu allen am WIF angebotenen Bildungsveranstaltungen in den Bereichen Management, Human Resources und BWL – herzlich willkommen am WIFI Steiermark!

Fotos: WIFI Steiermark / AMP

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