Dreckverschmierte Muskelprotze im Blaumann, jahrein und jahraus die gleiche „Drecksabeit“: So manch einer hat ein klares Bild, wenn er an Fachkräfte in technischen Berufen denkt. Doch was hat es mit diesen Vorurteilen wirklich auf sich?

Wir machen den Realitäts-Check.

1. Als Fachkraft im technischen Bereich braucht man ganz viel Muskelkraft.

Ein Übermaß an Muskelmasse ist nur für sehr wenige Bereiche Voraussetzung, viel häufiger braucht es das Gegenteil: Feingefühl! Wenn man als Mechatroniker mit ausgefeilten Steuerungen arbeitet, als Metalltechnikerin auf Millimeter genau feilt oder als Tischler die Kante perfekt schleift, ist präzise Feinarbeit weitaus wichtiger als Muskelkraft.

2. An schmutzige Fingernägel und Kleidung muss man sich gewöhnen.

Auch das stimmt so pauschal nicht. Erstens gibt es Handschuhe und Schutzausrüstung und zweitens wird – egal in welchem Beruf – immer öfter mit digitalen bzw. elektronischen Systemen gearbeitet, die dem Menschen die „Drecksarbeit“ abnehmen. Das heißt aber keineswegs, dass Maschinen den Menschen ersetzen (siehe nächster Punkt).

3. In Zeiten der Digitalisierung verlieren Facharbeiter an Bedeutung.

Falsch, sagen namhafte Führungskräfte wie Markus Tomaschitz von AVL List! Siehe dazu Artikel Wozu noch Menschen? und 6 Argumente für eine Meisterausbildung.

4. Technik ist langweilig

Von wegen. Gewisse mathematische Formeln sind zwar seit Jahrhunderten gültig, die Möglichkeiten ihrer Anwendung haben sich aber diametral verändert und tun das auch weiterhin. Es kommt nicht von ungefähr, dass laufende Weiterbildungen in vielen technischen Bereichen auch gesetzlich vorgeschrieben sind (z.B. Schweißer, Qualitätssicherung etc.). Das Umfeld verändert sich so schnell und es gibt laufend neue Möglichkeiten und auch Weiterbildungsangebote (z.B. E-Mobilität & Hochvolt Antriebe HV-2 speziell für KFZ-Meister), da kommt bestimmt keine Langeweile auf.

5. Als Facharbeiter verdient man im Vergleich zum Akademiker schlechter.

Falsch. Vor allem in den Bereichen Metalltechnik, Automobilindustrie, Automatisierung etc. ist das Lohnniveau deutlich höher als in Branchen, in denen Absolventen von geisteswissenschaftlichen Studien Arbeit finden und es gibt eine Vielzahl an offenen Jobs. Außerdem kann man auch als Fachkraft jederzeit eine Akademische Ausbildung am WIFI Steiermark absolvieren und dadurch seine erstklassige fachliche Qualifikation noch mit einem akademischen Studium ergänzen. Nächster Infoabend für die Akademischen Ausbildungen am WIFI Steiermark am 31. August 2017.

Titelbild: © Aycatcher – Fotolia.com

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