Choleriker steckt man nicht ins Büro! Und Sanguiniker?

Das Temperament von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entscheidet darüber, wie man sie am besten im Unternehmen einsetzen kann. Mutig, fröhlich, vertrauenswürdig oder ruhig – erfahren Sie, welcher Typ Sie sind und was Sie noch von anderen lernen können. Sanguiniker setzt man anders ein als Choleriker?

In der Wirtschaft schauen Führungskräfte heute nicht mehr nur darauf, welches Fachwissen die Angestellten mitbringen. Sie haben Soft Skills und zwischenmenschliche Kompetenzen als wichtige Kompetenzen entdeckt, von denen der Arbeitsalltag profitieren kann.

Unternehmen, die Angestellte ihrem Temperament entsprechend richtig einsetzen, verschaffen sich viele Vorteile. Wenn man weiß, wie die Kolleginnen und Kollegen ticken, kann man perfekte Teams bilden, Konflikte verhindern und ein konstruktives und produktives Arbeitsklima schaffen.

Bei der Einschätzung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kann die Temperamentenlehre helfen. Sie bricht die komplexen Charaktereigenschaften von Menschen auf spezielle Kernbereiche herunter und unterscheidet vier grundlegende Typen. Manche von ihnen agieren auf derselben Wellenlänge und ergänzen sich perfekt, andere sollte man hingegen nicht zusammen in ein Büro stecken.

Neugierig auf den eigenen Typ? Sind sie Choleriker, Sanguiniker, Melancholiker oder Phlegmatiker?

Unser Temperament entscheidet darüber, wie uns andere Leute sehen und wie wir auf bestimmte Situationen reagieren. In der Temperamentenlehre gibt es vier Gruppen. Menschen können laut ihr sanguinisch, cholerisch, phlegmatisch oder melancholisch veranlagt sein. Diese vereinfachte Einteilung kann natürlich nicht alle Wesenszüge der komplexen menschlichen Persönlichkeit erfassen, ermöglicht aber eine gute Einschätzung des Gegenübers.

Es gibt keine guten oder schlechten Temperamente, alle von ihnen haben Stärken und Schwächen und werden gleichermaßen gebraucht. So hat jedes Temperament eine wichtige Aufgabe in der Gruppe – wobei es natürlich Mischtypen gibt.

Sanguiniker: Die fröhlichen Stimmungskanonen

Sanguinikerinnen und Sanguiniker sind lebhafte und gesprächige Menschen. Ihre Heiterkeit ist ansteckend und ihr Optimismus und Selbstbewusstsein zieht Menschen an. Weil sie sich unter vielen Leuten wohlfühlen, blühen sie bei Präsentationen und Teamarbeit auf.

Sie können sehr überzeugend sein und sind dementsprechend erfolgreich in Verhandlungen. Manchmal schlagen sie dabei auch über die Stränge und handeln leichtsinnig oder sogar skrupellos. Menschen mit sanguinischem Temperament sind energetisch und fantasievoll. Deswegen findet man häufig in der Kommunikationsbranche oder auf einer Bühne.

Choleriker: Die furchtlosen Hitzköpfe

Wegen ihrem Temperament und ihrer Leidenschaftlichkeit können Cholerikerinnen und Choleriker durchaus als die Hitzköpfe unter den verschiedenen Temperamenten bezeichnet werden. Sie sind selbstbewusst und willensstark. Unternehmen betrauen sie am besten mit Aufgaben, die Tatendrang, Durchsetzungsvermögen und Willensstärke erfordern. Sie lieben Action. Wer sie einsam und allein in ein Büro sperrt, vergeudet also ihr Potenzial.

Lieber machen, statt nur darüber reden – das ist die Devise dieser furchtlosen, entschlossenen Menschen. Im Verkauf oder im Außendienst können sie ihre Talente perfekt nutzen. Weil sie sehr emotional sind, können Choleriker/innen jedoch nur schlecht mit Kritik umgehen. Im Arbeitsalltag balancieren gelassene und positiv eingestellte Kolleginnen und Kollegen ihre temperamentvolle Art aus.

Phlegmatiker: Die diplomatischen Ruhigen

Ruhe und Gelassenheit – das sind typische Wesenszüge von Phlegmatikerinnen und Phlegmatikern. Diese Genussmenschen lassen sich gerne Zeit für gründliche Überlegungen, bevor sie sich an die Umsetzung ihrer Aufgaben machen. Durch ihre Unentschlossenheit verpassen sie manchmal vielversprechende Gelegenheiten. Stress sehen sie gelassen entgegen und lassen sich von ihm nicht aus dem Konzept bringen.

Da sie harmoniebedürftig sind und gut zuhören können, setzen Firmen sie gerne in der Mediation ein. Als friedliebende Diplomatinnen und Diplomaten können sie ausgezeichnet Lösungen für verschiedenste Probleme finden. Wenn im Büro alles glatt laufen soll, können Unternehmen auf Phlegmatiker/innen bauen. Dank ihrem ausgeprägten Sinn für Ordnung führen sie organisatorische und formell anspruchsvolle Arbeiten besonders routiniert aus.

Die Melancholiker: Die klugen Verlässlichen

Melancholikerinnen und Melancholiker sind ausgeglichen, gewissenhaft und detailorientiert. Wichtige Aufgaben, wie etwa das Aufsetzen von Verträgen, sind bei ihnen also hervorragend aufgehoben. Sie nehmen ihre Arbeit ernst und können sehr (selbst-)kritisch sein. Ihrem Anspruch auf Perfektion können andere oft nicht gerecht werden, weswegen sie ungern delegieren und lieber selbst Überstunden einlegen. Sie neigen dazu, sich zu überarbeiten und kommen weniger gut mit Zeitdruck klar, als andere Temperamente.

Durch ihre gefühlsbetonte Art und ihre genaue Beobachtungsgabe verfügen sie über eine gute Menschenkenntnis. Firmen setzen sie dementsprechend gerne im Personalmanagement oder für beratende Tätigkeiten ein. Weil sie sehr vertrauenswürdig sind und genau arbeiten, sind sie außerdem hervorragende Strateginnen und Strategen.

Führungskräfte können die Typen vereinen

Unabhängig von den menschlichen Charakterzügen, von denen keiner ein Ausschließungsgrund für einen Spitzenjob ist, müssen Führungskräfte über ein ganzes Arsenal an Fähigkeiten und Kompetenzen verfügen. Alle vier Temperamente sind gleichermaßen für Führungspositionen geeignet. Jedes von ihnen bringt andere positive Eigenschaften mit.

Vorgesetzte sind darauf angewiesen, dass die Angestellten eines Betriebs ihnen die unausgesprochene „Erlaubnis“ erteilen, sie zu führen. Denn was nutzt eine großartige Anweisung, wenn niemand in der Firma sie befolgt?

Angestellte haben je nach Temperament verschiedene Bedürfnisse im Arbeitsleben. Wenn Führungskräfte auf diese eingehen und zwischenmenschliche Beziehungen zu ihnen aufbauen, verdienen sie sich das nötige Vertrauen der Belegschaft. Mit dessen Unterstützung können sie Unternehmen effektiv leiten.

Jedes Temperament tickt anders…

… und dieses Wissen über Sanguiniker und Co ist Gold wert. Man kann es nämlich zum Wohle aller im Unternehmen einsetzen. Die unterschiedlichen Temperamente ergänzen sich im Arbeitsalltag, weswegen der Charakter der Angestellten in zahlreichen Bereichen berücksichtigt werden sollte. Effektive Arbeitseinteilung, Teambuilding, Kommunikation am Arbeitsplatz und vieles mehr profitiert davon, wenn sanguinische, cholerische, phlegmatische und melancholische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am richtigen Platz eingesetzt werden.

Betriebe laufen dann rund, wenn ein Gleichgewicht zwischen den Temperamenten herrscht. Wer ein Unternehmen wirksam führen will, muss also wissen, wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ticken. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass die Führungskräfte die Menschen darin wertschätzen und als Schlüssel zum Erfolg begreifen.

Chefinnen und Chefs beweisen also dann Führungskompetenz, wenn sie – statt nur Menschen um sich zu scharen, die ihnen allzu ähnlich sind – auf Vielfalt bei der Besetzung von Stellen achten. Damit können sie sicherstellen, dass die Typen sich bestmöglich ergänzen. Dann können die Temperamente ihre Schwächen gegenseitig ausgleichen und ihre Stärken gemeinsam ausbauen.

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