Es gibt Dinge, die will man ganz bewusst nicht hören. Es gibt aber auch Dinge, die man trotz gesundem Gehör unbewusst nicht richtig versteht – und daher nicht richtig widergeben kann. Vor allem beim Lernen einer Fremdsprache ist das ein großer Nachteil.

Deshalb bietet das WIFI Steiermark ab Herbst 2017 für Teilnehmer der Sprachen-Ausbildungen auch ein „Horch-Screening“ an – und damit eine Basis, um das Sprachenlernen einfacher zu gestalten. Wie genau das funktioniert, erfährt man erstmals bei der Langen Nacht der Sprachen am 26. September 2017 am WIFI Steiermark.

Unterschiedliche Frequenzen

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„MentOhrCoach“ Thomas Riedl

„MentOhrCoach“ Thomas Riedl aus Eggersdorf bei Graz erläutert: „Das Sprachenlernen fällt einem dann leicht, wenn sich das Ohr und die Verarbeitung gut auf die Schwingung bzw. Frequenz der fremden Sprache einstellen können. Jede Sprache hat einen unterschiedlichen Frequenzbereich.“

  • Man spricht daher von einem „englischen Ohr“, einem „italienischen Ohr“ oder einem „slawischen Ohr“ (erforscht u.a. von Alfred Tomatis, HNO-Arzt, Wissenschaftler, Psychologe).
  • • Ein Beispiel: In der deutschen Sprache liegt die Frequenz zwischen 125 und 4.000 Hertz (Schwingungen pro Sekunde), beim Englischen beginnt sie erst bei 2.000 Hertz und geht bis 12.000 Hertz – ein großer Unterschied.
  • „Die Zeit, die erforderlich ist, um eine Silbe auszusprechen und selbst zu hören, nennt man Latenzzeit. Sie ist von Sprache zu Sprache verschieden“, weiß Riedl.

Wer richtig „horcht“, spricht viel besser

Riedl: „Mit dem Horchen und dem Sprechen ist es ein bisschen so wie mit dem Mikrofon und dem Lautsprecher. Wenn das Mikrofon nicht richtig funktioniert, nützt der beste Lautsprecher nichts.“ Grundsätzlich ist das Ohr aber offen für ein breites Spektrum an Frequenzen und kann eine Vielzahl an Rhythmen erfassen.

Riedl: „Im Laufe der Entwicklung passt sich das Ohr der Muttersprache an, für die Muttersprache untypische Frequenzen kann man weniger gut hören und tut sich daher auch schwer mit dem Sprechen. Das Lernen einer Fremdsprache fällt daher wesentlich einfacher, wenn man erst das Horchen der typischen Frequenzen trainiert.“

Wie trainiert man sein Hören und die Verarbeitung?

Es braucht dazu eine regelmäßige Stimulation, damit kann man das Horchen trainieren. Dazu muss aber natürlich erst eruiert werden, in welchen Bereichen Potenzial besteht und inwiefern sich das Horchen auf der linken und der rechten Seite unterscheidet, weshalb „MentOhrCoach“ Thomas Riedl die WIFI-Kunden einem „Horch-Screening“ unterzieht. Darauf basierend erhält man optional ein persönliches Trainingsprogramm in Form einer CD mit Musik von Mozart (weil diese ein sehr breites Spektrum an Frequenzen und Stücken bietet).

Ganz wie beim Muskeltraining gilt auch beim „Horchen“: Man muss regelmäßig Impulse setzen, dann spürt man schnell Verbesserungen – sogenannte „Ohrengymnastik“, sprich „EARobic“.

Termininfo: Tag der Sprachen

  • Dienstag, 26. September 2017
  • 9 bis 12 und 14 bis 17 Uhr in der Buchhandlung Moser am Eisernen Tor, 8010 Graz
    „Sprach-Medien-Beratung“ mit WIFI-Sprachtrainerin Barbara Dohr: Die Expertin erläutert, worauf es bei der Auswahl der richtigen Sprach-Bücher und -DVDs ankommt und wie man damit am besten trainiert.
    Kostenlose Teilnahme, keine Anmeldung erforderlich
  • 18 Uhr: Keynote von „MentOhrCoach“ Thomas Riedl zum Thema „Ihre Ohren werden staunen!“ im Europasaal der WKO Steiermark, Körblergasse 111-113, 8010 Graz
  • mit Vorstellung des neuen WIFI-Angebots für Hörsprachen-Training
  • Außerdem buntes Rahmenprogramm mit kulinarischen Kostproben aus verschiedenen Ländern, Ausprobieren unterschiedlicher Fremdsprachen, Beratungen und Meet & Greet mit den WIFI-Sprachtrainern sowie Live-Musik
  • Kostenlose Teilnahme, Anmeldung erforderlich per E-Mail an info@stmk.wifi.at oder telefonisch unter 0316/602-1234
  • Nähere Infos zur Langen Nacht der Sprachen auf www.stmk.wifi.at

Titelbild: © pathdoc – fotolia.com

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