Einhergehend mit der Digitalisierung, dem Smart-Home-Konzept und den technischen Möglichkeiten im Bereich Dienstleistung und Energie, ist es denkbar, dass auch Hotels in Zukunft Umgestaltungen unterzogen werden. Während digitale Ein- und Auscheckmethoden vielerorts Standard sind, sind im Bereich des flexiblen, individuellen Komforts für den Gast und im Bereich der Energieversorgung noch viele Möglichkeiten auszuschöpfen.

Service – Roboter und Computer?

Es lässt sich kaum vermeiden, dass Computer immer mehr Arbeit übernehmen. Viele Prozesse, vor allem jene in der Buchhaltung, werden derzeit standartisiert von Programmen übernommen und sind schneller und akurater als die menschliche Arbeit. Die Frage ist, wie weit die Kommunikation zwischen Hotelgast und Hotel in Zukunft über Maschinen und Computer als Schnittstelle voranschreiten wird.

Fest steht: Wenngleich es den meisten Menschen einleuchten mag, dass Computer besser im Abfragen und Überprüfen objektiver Daten sind (sprich: Rechnungen, Auskunft etc.), verspüren wir doch mehr Sicherheit, wenn ein Mensch zusätzlich für Qualität sorgt.

Es ist ein wenig wie bei der U-Bahn in Wien: Größtenteils läuft die Fahrt automatisch. Aber in der Garnitur sitzt noch immer ein Mensch – der vor allem während des Ein- und Aussteigens nach dem Rechten schaut. Zudem kann ein Mensch in Gefahrensituationen flexibler reagieren als ein Computer. Ähnlich verhält es sich immer dort, wo Menschen eine Dienstleistung erwarten. Und so wird das freundliche Lächeln an der Rezeption wohl noch einige Zeit bestehen bleiben.

Anders sieht dies bei anderen Wünschen der Hotelgäste aus. Automatisierter Zimmerservice wäre denkbar. Ein intelligent gestaltetes Netz aus Essensfahrstühlen und intuitiv zu bedienenden Bestellautomaten in Form eines Touchpads an der Zimmerwand, könnten den Zimmerservice per pedes überflüssig machen. Die Frage ist nur, wie flexibel ein Programm auf Änderungswünsche – beispielsweise einen extra Strauß Rosen – reagiert.

Und auch die Reinigung wird wohl vorerst in der Hand von Menschen bleiben. Noch gibt es keinen Reinigungsroboter, der in der geforderten Akkordzeit alles putzt und die Betten herrichtet.

Nachhaltige Bauweise

In vielen Hotels gibt es recyceltes Toilettenpapier und mindestens ein Hinweisschild, das auf den sparsamen Gebrauch von Wasser aufmerksam macht. Aber gerade in der Sparte Energie und Nachhaltigkeit lässt sich mittels bereits bestehender Technologie noch viel mehr bewerkstelligen. Im Zuge der Anstrengungen, regenerative Energien über die nächsten Jahrzehnte zum Standard zu erheben, werden auch Hotels verstärkt auf regenerative Energien setzen müssen. Dies beinhaltet explizit Photovoltaikanlagen.

Denn schließlich finden sich viele Hotels ohnehin in sonnenexponierter Lage, was den Urlaubsgewohnheiten der Menschen geschuldet ist. Gerade an Orten mit überdurchschnittlich vielen Sonnenstunden bietet sich das Umrüsten auf Photovoltaik an.

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Aber auch der Wasserreichtum kann genutzt werden. Einzelne kleine Wasserkraftwerke, die zumindest einen Teilbedarf des Stroms decken, sind denkbar. Auch eine Versorgung der Abwassersysteme mit Regenwasser ist eine Möglichkeit, nachhaltig zu werden. Ergänzt werden kann dies durch das allmähliche Abschaffen von überflüssigen Plastikverpackungen. Ökologisch wertvoll wäre es, Hotelzimmerlatschen in Plastikfolien und Shampooproben in Minifläschen abzuschaffen. Gleiches gilt für vorportionierte Konfitüren. Diese Mengen an Plastik- und Aluminiummüll zu verbannen, wäre ebenfalls wahrhaft zukunftsträchtig.

Es wäre denkbar, Hotels ebenfalls daraufhin auszustatten, dass sie sich teils selbst versorgen können. Gewächshaussysteme, die auf kleinem Raum mehr Ertrag bringen und dabei auch noch die Luft reinigen, sind momentan in der Entwicklung. Gerade der sogenannte „Tomatenfisch“, der durch seine Ausscheidungen Gemüsepflanzen versorgen kann und selbst wiederum vom produzierten Sauerstoff profitiert, macht hier Hoffnung. So wäre es möglich, Hotelanalgen zur Selbstversorgung zu bemächtigen. Dies spart Anfahrtskosten und entsprechend senkt dies auch den Ausstoß von Treibhausgasen.

Der Faktor Mensch – Individuelle Bedürfnisse und Möglichkeiten der Erfüllung

Das Hotel hat sich gewandelt. Während man vor einigen Jahrzehnten noch dankbar dafür sein durfte, eine eigene Toilette im Hotelzimmer gestellt zu bekommen, sind die Gäste von heute anspruchsvoller. Sie fordern mehr Komfort, sie fordern Möglichkeiten, die über das Frühstück und ein sauberes Bett hinausgehen. So sind etwa spezielle Bedürfnisse bei der Ausstattung, der Beleuchtung und sogar der Wandfarbe im Kommen.

Hotels haben unterschiedliche Möglichkeiten, darauf zu reagieren. Das Umstellen von Möbeln bedeutet jedoch immer eine logistische Herausforderung. Das Ändern der Beleuchtung will nicht immer gelingen und auch sonst sind die Hotelzimmer nicht ohne Grund recht einheitlich gehalten – von spezielleren Angeboten für die gehobene Preisklasse einmal abgesehen. Schließlich verbindet das Uniforme der Hotelzimmer zumeist Funktionalität mit der Möglichkeit (für die Angestellten des Hotels), sich schnell zurechtzufinden. Individualisierung der Ausstattung ist zwar gegen erhebliche Aufpreise mancherorts diskutabel – stößt aber schnell an Grenzen.

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Die Zukunft liegt hier in flexiblen Möbeln und Ausstattungen. Betten, die mit einem Knopfdruck in der Wand verschwinden oder zum Sofa werden, sind eine Option. In der Wand eingelagerte Multimedia-Systeme aus Smart-TV, Musikanlage und Großbildleinwand sind ebenfalls machbar.

Fraglich bleibt hier allerdings, ob es sich dahin entwickeln wird, dass jedes Hotelzimmer individualisierbar wird. Derzeit ist dies nicht wahrscheinlich. Die Kosten für solche Dinge sind zu hoch, als dass man sie jedem Gast zur Verfügung stellen wollte.

Was sich allerdings dem Gast mehr und mehr anpasst, ist das Angebot, das über das bloße Übernachten und Versorgen hinausgeht. Gerade im Bereicht Gesundheit – die vermeintliche Gesundheitsversorge stellt mittlerweile einen Lifestyle dar – ist noch viel Luft nach oben und Hotels sind bemüht, ihren Gästen ein Entspannungspaket zu bieten, das sie zur Wiederkehr ermutigt.

Hotelpools und Saunen stellen hier nur die Grundlage dar. Auch Massagen beeindrucken bedingt. Der Fokus der modernen Gesundheitsvorsorge liegt vielmehr in ausgefalleneren Techniken zum Entspannen. So sind Räume für eine Klangtherapie gewiss keine ferne Zukunftsmusik. Auch das Anwenden von verschiedenen ätherischen Ölen, den Ayurveda-Techniken und spezielle Massagetechniken werden gesucht und als Programm geschätzt. Die aktive Sorge für das leibliche und seelische Wohl der Gäste wird in unserer zunehmend vernetzten und stressigen Welt wichtiger und wichtiger.

Die zunehmende Wichtigkeit der Entspannung auf Stundenbasis darf von Hotels nicht unterschätzt werden. Nicht nur, dass diese Angebote eine gute Einnahmequelle bedeuten. Sie stellen bei Bewertungen auch einen wichtigen Faktor dar, denn die Einzigartigkeit und wahrgenommene Qualität individuell zu buchender Leistungen wird umso wichtiger, desto mehr man sich eingesteht, dass die Standards eines Hotels an sich vielerorts so hoch sind, dass Unterschiede in der Zimmerqualität und dem Frühstück marginal sind.

Der vollkommen informierte Gast

Bevor es das Internet gab, gab es Mundpropaganda. Diese hatte aber kaum die Reichweite einer Bewertung auf einschlägigen Portalen oder Google. Entsprechend kann der Gast sich vor dem Buchen eines Hotels ein Bild machen. Während die Lage, der Preis und natürlich der erste Eindruck durch Photos noch immer die ersten Weichen für eine Entscheidung stellen, kann ein Überblick über die vergebenen Sterne durch andere Gäste den potenziellen Gast entweder locken oder fernhalten.

Jeder Missstand – auch ein solcher, der vom Hotel gar nicht verschuldet ist – landet gnadenlos am digitalen Pranger. Für Hotels gibt es kein Entkommen aus der Überwachung durch Bewertung. Es ergibt sich die Notwendigkeit, alles in der Macht Stehende zu tun, um die Hotelgäste mit einem positiven Gefühl auschecken zu lassen.

Zwar werden die modernen Technologien und Bauweisen zu einem verstärkten Fokus auf Stoffkreisläufe und regenerative Energien führen. Aber es ist nicht anzunehmen, dass der Mensch als Arbeitskraft im Hotel den Maschinen weichen wird. Lediglich logistische Aufgaben könnten so übernommen werden. Aber gerade im Hotel gilt – besonders bei individuellen Wünschen – dass es sich besser anfühlt, mit einem Menschen darüber zu sprechen als mit einer Maschine.

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Titelbild: © tam – Fotolia.com

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