In einem erfolgreichen Unternehmen ziehen alle an einem Strang – und zwar in die gleiche Richtung. Ist das Ziel festgelegt, kann sich das Team perfekt auf das Erreichen konzentrieren. Mit Unterstützung von Experten können Unternehmer nachjustieren,ob sie das „Reiseziel“ ihres Betriebs festgelegt und die richtigen Dinge im Gepäck haben.

Wer seine Koffer packt, sollte zuerst wissen, wohin es geht – nach Mallorca oder nach Stockholm? Die Auswahl des Gepäcks wird das entscheidend beeinflussen. Ähnliches wie fürs Kofferpacken gilt auch für Unternehmerinnen und Unternehmer, weiß Psychologe Manfred Wolf: „Als erstes muss man wissen, wohin man überhaupt will. Will man international wachsen? Will man in die Breite wachsen oder mehr in die Tiefe gehen?“ Wolf definiert die fehlende Strategiebildung auch als einen der häufigsten Fehler in Unternehmen.

„Oft werden nur Aufträge abgearbeitet und die Führungsebene nimmt sich keine Zeit für Visionen. Es wird zu wenig in die Zukunft geblickt.“

Und das wird vor allem dann zum Problem, wenn sich der Markt verändert. Wer nur getrieben und von anderen gestaltet wird, kümmert sich zum Beispiel erst viel zu spät um Managementthemen wie die Digitalisierung.

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Psychologe Manfred Wolf unterrichtet an der WIFI-Führungskräfteakademie.

Kontrollwahn bremst

Ein zweiter Punkt ist für Wolf, der unter anderem an der Führungskräfteakademie
des WIFI Steiermark unterrichtet, etwas, worauf Unternehmerinnen und Unternehmern bewusst schauen (lernen) müssen: „Vor allem jene, die ein Start-up führen, schaffen es oft zu spät, die Organisation zu entwickeln. Sie verharren in einem patriarchisch geführten Betrieb, greifen in jede Abteilung ein und können nicht loslassen.“ Ein Kontrollwahn, der die Weiterentwicklung behindert.

Aufgaben der Führungskraft

Doch was braucht es, um eine guter Führungskraft im Unternehmen zu sein? „Die drei Aufgaben eines gutes Chefs bzw. einer guten Chefin liegen einerseits in der strategischen Kompetenz, also zu wissen, wo es lang geht, wo man hin will. Dazu kommt die Mitarbeiterführungskompetenz mit Soft Skills und Kommunikationsskills, der Fähigkeit zu motivieren oder auch zu deeskalieren, wenn es nötig ist.“

Selbstführungskompetenz

Doch weil man nicht die Mitarbeiter hinterfragen kann, ohne es auch bei sich selbst zu machen, nennt Wolf als dritten Punkt die Selbstführungskompetenz, um auch authentisch auftreten zu können.

Offenheit als Erfolgsfaktor

Wesentlich in diesem Zusammenhang ist das Feedback von außen. „So wie ein Sportler die Rückmeldung seines Trainers braucht, benötigt sie auch die Führungskraft. Das ist auch der Grund, warum die Führungskräfteakademie des WIFI Steiermark ein Dauerbrenner ist“, weiß WIFI-Institutsleiter Martin Neubauer und streicht heraus, wie groß die Offenheit und der Wunsch nach Weiterbildung in diesem Zusammenhang bei den Unternehmern sind. „Sicher deshalb, weil hier die Effekte für die Ausbildungsteilnehmer auch so unmittelbar spürbar sind.“ In unmittelbarer Nähe zur WKO Steiermark bietet man den dort vertretenen Unternehmerinnen und Unternehmern maßgeschneiderte Weiterbildungen an.

Werkzeuge im Reisegepäck

Einen kleinen kompakten Ratgeber mit zehn Standardregeln, die man befolgt und damit das „Projekt“ Unternehmen perfekt schaukelt, kann eine Aus- oder Weiterbildung allerdings nicht mitgeben, sagt Projektmanagement-Experte Martin Gschwend: „Der Wunsch vieler Führungskräfte wäre ein Standard-Werkzeug-Koffer.“ Auch wenn es natürlich grundlegende „Werkzeuge“, sprich Fähigkeiten gibt, die vermittelt werden können, ist es doch etwas komplexer:

„Jedes Projekt hat völlig unterschiedliche Rahmenbedingungen. Man braucht die Fähigkeit, diese zu erkennen und darauf zu reagieren.“

Partner suchen

Außerdem sollte man wissen, wo die eigenen Schwächen liegen und sich hier
externe Partner suchen. Vernetztes Denken, betriebswirtschaftliche Kompetenzen und ein Quentchen Erfahrung sind weitere Zutaten. Erfahrung ist ein Punkt, den
WIFI-Trainer Martin Gschwend hervorragend weitergeben kann, leitet er doch Vertrieb und Kundendienst im Liebherr-Werk Bischofshofen. Dort muss mit seinem Wissen das „Projekt Unternehmen“ doch perfekt laufen, oder?

„Manche Dinge bringe ich wahrscheinlich schneller wieder auf Schiene, aber vor äußeren Einflüssen, Zeit und Umweltfaktoren ist niemand gefeit. Unwägbarkeiten wird es immer geben, aber mit dem passenden Wissen kann man schneller reagieren.“

Zusätzlich kann er den Unternehmerinnen und Unternehmern durch die eigene Praxis-Erfahrung gute Beispiele bieten, um Herausforderungen und Lösungsmöglichkeiten leichter nachvollziehbar zu machen.

Gschwend
Martin Gschwend leitet Vertrieb und Kundendienst im Liebherr-Werk Bischofshofen und gibt sein Wissen am WIFI Steiermark im Projektmanagement-Lehrgang weiter.

Weiterbildungen für Führungskräfte

Breit gefächertes Angebot am WIFI Steiermark:

etc.

Titelbild: © Shutterstock/Pheskova
Portraitbilder: © WIFI Steiermark

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