Dinge des täglichen Bedarfs kauft man immer öfter online, ist Kaufhaus-Chefin Gabi Arzberger überzeugt. Was heißt das für den Verkauf im stationären Handel? Mehr Emotion bitte! Und laufende Weiterbildung.

„Was Wissen vor 10 Jahren war, ist nicht Wissen für die Zukunft.“ Kaufhaus-Chefin Gabi Arzberger hat eine klare Begründung dafür, warum sie ihre Mitarbeiter laufend weiterbilden lässt. Im Berufsleben sei man dann ohnehin dazu verleitet, wieder in „alte Muster“ zurückzufallen. Deshalb sei regelmäßige „Auffrischung“ wichtig. „Wir leben in einer Zeit mit vielen gesellschaftlichen Umbrüchen, da tut sich sehr viel.“

Verkauf am Mariazeller Hauptplatz und online

Auch das Kaufhaus Arzberger in Mariazell hat sich seit der Gründung 1871 stark verändert. Begonnen hat alles mit dem Mariazeller Magenlikör, mittlerweile verkauft man Mode, Wohnaccessoires, Parfums, etc., betreibt eine „Genuss-Bar“ und hat mit Pantherstrick eine eigene Modemarke mit Produkten aus Wolle entwickelt. Neben dem Stammhaus am Hauptplatz in Mariazell ist man seit Jahren auch mit einem Onlineshop in der digitalen Welt vertreten.

Kaufhaus Arzberger von außen
Neben dem bekannten Kaufhaus am Mariazeller Hauptplatz verkauft Arzberger auch online.

Emotion im Verkauf wird wichtiger

Gabi Arzberger auf die Frage, ob Onlineshops bald den stationären Handel ablösen werden: „Produkte des täglichen Bedarfs wie Unterwäsche oder Lebensmittel wird man bald sicher zum größten Teil im Internet bestellen. Da ist der Kauf ja kaum mit Emotion verbunden. Das Bedürfnis nach einem Shoppingerlebnis mit Produkten zum Angreifen wird es aber auch in Zukunft geben und damit auch den stationären Handel.“ Weil man mit „langweiligem Einheitsbrei“ aber kaum mehr einen Kunden in das Geschäft lockt, wird auch die Qualifikation der Mitarbeiter immer wichtiger, bestätigt Arzberger.

Alles eine Typ-Frage

Eine der Arzberger-Mitarbeiterinnen, die am WIFI Steiermark den Diplomlehrgang für Verkauf im Handel absolviert hat, ist Tanja Mitterbacher. „Ich habe vom Lebensmittel- in den Textilhandel gewechselt, eine kompetente Beratung der Kunden ist da unerlässlich.“ Und man müsse natürlich auch erkennen, ob der Kunde „nur flanieren“ möchte, oder ein tatsächliches Kaufinteresse hat. Das Kaufhaus Arzberger befindet sich im Zentrum von Mariazell, das von tausenden Touristen jährlich bevölkert wird. Mitterbacher weiß aber aus ihrer Ausbildung am WIFI Steiermark: „Man erkennt meist schon an der Körpersprache, ob ein Kunde eine konkrete Kaufabsicht hat oder einfach nur herumschauen möchte.“

Fotos: © Arzberger, reidinger-m.com

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