Jugendliche Asylberechtigte lernen mit einer WIFI-Trainerin Deutsch – ihr Ziel ist eine Lehre in der Gastronomie, wo ein Mangel an Arbeitskräften besteht. Dafür lernen sie an der Landesberufsschule für Tourismus in Bad Gleichenberg aber erst einmal die Sprache.

Jugendliche aus der ganzen Welt

Die Sprache zu verstehen ist immer wichtig, ganz besonders aber für einen Lehrberuf in Küche und Service. Darum werden die Jugendlichen aus aller Herren Länder für eine Lehre zum Gastronomiefachmann fit gemacht – das Deutschlernen mit der WIFI-Trainerin Sieglinde Maichin-Awad geht nach dem Kurs im Klassenzimmer also auch in der Küche weiter:

„Wir schreiben von rechts nach links, es gibt weder Artikel noch Geschlechter in meiner Muttersprache und wahrscheinlich kein einziges Wort, dass im Deutschen gleich wie auf Farsi wäre!“ – Ruholla Rasuli aus Afghanistan.

Der gebürtige Afghane mit der Muttersprache Farsi / Persisch war rund drei Monate unterwegs, bis er in Österreich angekommen ist, das war vor zwei Jahren. Nach dem zehnmonatigen Vorbereitungslehrgang in der LBS Bad Gleichenberg hat er nicht nur die Deutsch-Prüfung B1 stolz geschafft. Er konnte auch schon auf eine Lehrstelle zum Gastronomiefachmann im Schloss Seggau vermittelt werden: „Es ist nicht einfach, aber ich versuche, mein Bestes zu geben!“

LBS Bad Gleichenberg, Testimonial, Wifi Steiermark,

Josef Schellnegger mit Claudia Taylor, die das Projekt für jugendliche Flüchtlinge ins Leben gerufen hat und Projektleiter Heinz Hödl (re.) von der Integrations-Perspektive-Tourismus INPETO, der immer ein offenes Ohr für die Anliegen seiner Schützlinge hat.

Jugendliche brauchen Perspektiven

„Jugendliche brauchen eine Beschäftigung, Regeln, ein soziales Umfeld und Perspektiven. Und wir im Tourismus benötigen Fachkräfte, die sind nämlich Mangelware“, sagt Claudia Taylor, stellvertretende Direktorin der Landesberufsschule Bad Gleichenberg überzeugt. Also rief sie ein Projekt ins Leben – einen zehnmonatigen Vorbereitungslehrgang, der die jungen Leute für eine Lehre qualifizieren würde. Gefördert wird der Lehrgang vom Bund. Der Knackpunkt dabei sind die Deutschkenntnisse, die mit WIFI-Trainerinnen vor Ort in der LBS Bad Gleichenberg erworben werden.

„Wie jeder österreichische Lehrling müssen sie schließlich die Berufsschule schaffen. Sobald sie verstehen, welchen Nutzen Deutsch für sie hat, sind die Fortschritte gut.“ –  WIFI-Trainerin Sieglinde Maichin-Awad.

LBS Bad Gleichenberg, Testimonial, Wifi Steiermark,
Mohammed Alasaad, Ali, Cristina, die WIFI-„Deutsch-als-Fremdsprache“-Trainerin Sieglinde Maichin-Awad und Kalil beim Deutschlernen in der Landesberufsschule.

Ziel schnell erfasst

„Mein Herz hat einen Traum, ich will als Kellner und in der Küche arbeiten. Dafür muss ich alles gut verstehen lernen!” – Khalid aus Aleppo

Mohammed Alassad aus Raqqa in Syrien hat sein Ziel schnell erfasst: „Als gelernter Gastronomiefachmann kann ich in allen Städten der Welt in guten Betrieben arbeiten“, bringt er den Beruf auf den Punkt. Dafür strengt er sich ebenso an wie Khalid aus Aleppo, dessen Muttersprache kurdisch ist. Im Projekt sind auch Cristina aus Rumänien oder Ali aus Afghanistan, alle haben dasselbe Ziel – eine reguläre Lehre. Wir wünschen den Jugendlichen im Projekt INPETO dafür das Allerbeste und viel Erfolg!

Das „INPETO“-Projekt

Das INPETO-Projekt ist ein Projekt in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft im Einvernehmen mit dem BMASK und in Kooperation mit dem AMS Steiermark. Projektträger ist die Qualifizierungsagentur Oststeiermark GmbH. Das WIFI Steiermark ist der Partner für die Deutschkurse vor Ort in der Landesberufsschule Bad Gleichenberg.

Fotos: WIFI Steiermark / Melbinger

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