Már tanulsz magyarul? Statt Ungarisch verstehen Sie nur Bahnhof? Die Grazer Sprachtrainerin Mag. Viola Vincze hat es sich zur Aufgabe gemacht, das zu ändern.

Die gebürtige Budapesterin interessierte sich schon als Kind für Sprachen. „In meiner Familie waren Fremdsprachenkenntnisse selbstverständlich und exotische Sprachen ein beliebtes Hobby“, erzählt Vincze.

Sie absolvierte das Übersetzungsstudium für Ungarisch, Deutsch und Italienisch, sowie den Lehrgang für Deutsch als Fremdsprache an der Karl-Franzens-Universität. Danach entschied sie sich dazu, in Graz zu bleiben, wo sie bis heute lebt und arbeitet.

Ungarisch für alle           

Seit rund sieben Jahren unterrichtet sie am WIFI Steiermark und gibt auch ihre Muttersprache gerne an ihre Kursteilnehmenden weiter. Am Anfang stehen natürlich einfache praktische Vokabeln und Sätze, wie sie etwa zum Grüßen, Verabschieden, Bedanken oder Zählen gebraucht werden. Anhand dieser wird der Sprachaufbau und die Grammatik anschaulich vermittelt und die Schüler/innen können schon bald einfache Gespräche führen.

Am meisten Spaß an der Arbeit hat Vincze, wenn sie im Unterricht Fortschritte beobachten kann. „Es bereitet mir einfach Freude, wenn die Aussprache der Schülerinnen und Schüler flüssiger wird und sie beginnen, die Grundlagen der Sprache zu verstehen“, erklärt sie.

Reif für die Insel?

Ungarn ist eine echte „Sprachinsel“ in Europa. Über 9,5 Millionen Menschen sprechen dort die Landessprache. In den Ländern um Ungarn lebt außerdem eine ungarische Minderheit von rund 4 Millionen Menschen. Als ugrische Sprache ist Ungarisch einzigartig und weist keine direkte Verwandtschaft zu anderen Sprachen auf. Darum hat sie auch den Ruf, besonders schwer erlernbar zu sein. Das kann schon mal einschüchternd auf die Kursteilnehmenden wirken. Vincze möchte ihnen jedoch die Angst vor der ungarischen Sprache nehmen.

„Vieles ist im Ungarischen sogar leichter als im Deutschen“, betont sie, „zum Beispiel gibt es nur drei Zeiten und keine grammatikalischen Geschlechter“. Auch die Schrift und die Aussprache von Wörtern ist eindeutig und fällt nach einigem Üben leicht. Die anfänglichen Hemmungen bei Ausspracheübungen halten bei den Besucher/innen ihrer Kurse nie lange an.

Viola Vincze unterrichtet Ungarisch am WIFI Steiermark

Warum gerade Ungarisch?

Eine neue Sprache zu lernen ist immer spannend, setzt aber auch eine Menge Wissbegierde voraus. In ihren Kursen konnte Vincze feststellen, dass viele Menschen ein sehr persönliches Interesse am Ungarisch-Lernen haben.

„Die Teilnehmenden erzählen mir oft, dass sie die Sprache wegen ihren ungarischen Partnerinnen und Partnern lernen möchten“, schmunzelt die Lehrerin, „das war auch bei meinem österreichischen Ehemann so.“ Dieser beherrscht Ungarisch mittlerweile und unterrichtet gemeinsam mit seiner Frau ihre beiden Kinder. „Das erfordert sehr viel Arbeit und Konsequenz, aber bringt – und davon bin ich überzeugt – enorme Vorteile“, erläutert sie.

Einmal Ungarn und zurück

Als Nachbarland Österreichs ist Ungarn schnell erreichbar. Vom Kursort Graz braucht man mit dem Auto nur knapp eineinhalb Stunden bis zur Grenze. Vincze empfiehlt ihren Schüler/innen das Naheverhältnis – zum Beispiel bei einem kurzen Urlaub – zu ihrem Vorteil zu nutzen.

„Nur vor Ort kann man komplett in die ungarische Sprache und Lebenswelt eintauchen“, ist die Sprachlehrerin überzeugt. Weil Zweisprachigkeit im Familienleben der Vinces eine wichtige Rolle spielt, machen diese natürlich auch regelmäßig Ausflüge nach Ungarn.

Igen, tanulok magyarul. – Ja, ich lerne Ungarisch.

Und was heißt nun eigentlich der erste Satz? Die Frage am Anfang bedeutet: Lernst du schon Ungarisch? Mit Viola Vinczes Hilfe könnte die zustimmende Antwort bald „Igen, tanulok magyarul“ heißen.

Haben wir Ihr Interesse geweckt?

  • Alle Ungarisch Sprachkurse von Viola Vincze finden Sie hier.
  • Sollte es doch eine andere Sprache sein, finden Sie unter www.stmk.wifi.at/sprachen alle Angebote auf einen Blick.
  • Beratung und Buchung auch via WIFI E-Mail (info@stmk.wifi.at ) oder unter Tel. 0316-602-1234

Foto: Adobe Stock/Noppasinw

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