Kostenrechnung, Controlling und Finanzierung sind lebensnotwendig. Das WIFI bietet Klein- und Mittelbetrieben jetzt wieder die Chance, sich Know-how zum Thema Finanzen anzueignen. An nur einem Kurstag!

„Der WIFI-Kurs ‚Kostenrechnung, Controlling und Finanzierung für Klein- und Mittelbetriebe’ richtet sich an:

  • Einzelunternehmer und kleine Betriebe.
  • Abteilungsleiter/innen, die für Rechnungswesen zuständig sind.
  • Selbstständige (Bilanz-)Buchhalter, die ihr Wissen an ihre Kunden weitergeben wollen.

Worin bestehen denn die häufigsten Fehler zum Thema Rechnungswesen? Was im Themenbereich Finanzen kann für Klein- und Mittelbetriebe existenzbedrohend werden? Und was lernt man eigentlich bei Ihnen im WIFI-Kurs, Herr Mag. Ederer?

Mag. Hans Ederer ist Gründerberater in der WKO Steiermark. Er verfügt über viele Jahre Erfahrung im Bereich Kostenrechnung, Controlling und Finanzierung für KMU. Wir luden ihn ein, ein paar Kursinhalte vorab darzulegen.

Viele Betriebe sind nur fachlich gut!

„Viele KMU haben kaum betriebswirtschaftliches Wissen und kennen sich in Sachen Finanzen und Finanzierung nicht aus“, warnt Mag. Ederer. „Das reicht vom Thema, was man für eine Stunde verrechnen soll bis zur erfolgreichen Investitionsfinanzierung über die Bank. Man muss Folgendes abschätzen können:

  • Welchen Kreditrahmen benötigt man?
  • Welche Art von Darlehen verendet man dafür am besten?
  • Mit welchen Kosten ist das verbunden?“

Wie finanziert man sein Anlagevermögen?

MAG. EDERER: „Am besten mit einem Kredit als Darlehen. Keinesfalls jedoch mit einem Kontokorrentkredit, auch Rahmenkredit genannt. Warum? Der Rahmen, den ich mit einer Bank zur Kontoüberziehung vereinbare, ist nur für kurzfristige Anforderungen gedacht. Das braucht man, wenn Kundenrechnungen noch nicht bezahlt sind und die Gehälter aber schon ausbezahlt werden müssen. Diese Kontoüberziehung im vereinbarten Rahmen ist meistens teurer als ein Darlehen, das ich innerhalb der vereinbarten Zeit zurückzahle.
Das gesamte Thema ‚Bank’ wird im Lehrgang näher erörtert.

Warum Insolvenzen drohen

MAG. EDERER: „51 Prozent aller Insolvenzen beruhen auf innerbetrieblichen Fehlern. Tendenz leicht steigend. Eine Hauptfrage dabei ist: Was kostet eine Stunde bei mir im Unternehmen? Ist der Preis zu niedrig, mache ich zwar Umsatz, verbrenne aber trotzdem Geld dabei. Man rechnet sich also aus:

  • Mit welchen Kosten muss ich übers Jahr rechnen – inklusive Büro, IT, Versicherung, Strom, Werkstatt etc.
  • Wie viel muss ich verkaufen, um insgesamt kostendeckend zu sein?
  • Was will ich als Unternehmer verdienen, wie hoch soll sozusagen mein Unternehmerlohn sein?

Daraus abgeleitet ergibt sich der Preis für eine Stunde.“

Wenn nur über den Preis verkauft wird …

MAG. EDERER: „Das ist meist kontraproduktiv. Ich kannte Firmen, die arbeiteten sogar am Samstag, weil sie so viel Arbeit hatten. Und dann mussten sie überrascht Insolvenz anmelden. Die Bank hatte ihnen den Geldhahn zugedreht. Sie haben bei jedem Auftrag Geld verbrannt und es nicht gemerkt. Da kam jede Reaktion zu spät. Die Frage lautet also: Wie weit kann ich mit dem Preis maximal hinuntergehen, wenn die Konkurrenz es verlangt – und ab welchem Punkt wird es für mich als KMU gefährlich?“

Wie viele Mitarbeiter/innen brauche ich?

MAG. EDERER: „Auch das ist ein Thema. Wie viele Mitarbeiter/innen kann ich mir leisten? Ein Bruttogehalt von 1.800 Euro im Monat muss man mal zum Beispiel 14 rechnen und dann 31 Prozent Lohnnebenkosten aufschlagen. Übers Jahr gesehen kostet er also über 33.000 Euro. Das muss man einrechnen.“

Was kostet wie viel?

MAG. EDERER: „Kürzlich hat mir ein Einzelunternehmer erzählt, er hätte 4.500 Euro für einen buchhalterischen Jahresabschluss gezahlt. Er war sehr erstaunt, als ich ihm sagte, das sei viel zu viel gewesen. Wenn ich die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung selbst vorbereite, kommt das auf 800 bis 1.000 Euro. Lege ich einen Zettelhaufen hin, kostet es eventuell das Doppelte. Auch hier kann Wissen bares Geld sparen helfen.“ 

Fragen in den WIFI-Kurs mitbringen!

MAG. EDERER:„Natürlich. Ich freue mich, mit den Teilnehmer/innen auf einzelne Branchen und Themen flexibel einzugehen. Ein Handelsbetrieb funktioniert anders als ein Handwerksbetrieb oder ein Gastgewerbebetrieb. Speziell Letztere sind teilweise gefährdet, betriebswirtschaftlich unter die Räder zu kommen. Wir werden alles anhand von praktischen Beispielen durchnehmen, sodass es einfach verständlich und sofort anwendbar ist.“

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Sie haben ebenfalls Bedarf an einer schnellen Wissensvermittlung zum Thema?

Fotos: WIFI Steiermark / ARTige Fotos Hannes Loske, © Fotolia /Firma V

 

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