Schweden ist Urlaubs- und Sehnsuchtsland mit roten Holzhäusern, verwunschenen Wäldern, tiefblauem Meer, unzähligen Seen und tollen Städten. Durchschnittlich 23 Grad im Sommer sind für Hitzegeplagte ein Paradies. Mit etwas Schwedisch im Gepäck wird das heuer ein unvergesslicher Urlaub! Wer Deutsch spricht, lernt Schwedisch schnell. Die Sprache besteht zu 40 Prozent aus deutschen Wörtern.

Die Schwed/innen honorieren auch geringe Sprachkenntnisse in Schwedisch mit freundlicher Herzlichkeit. Am WIFI werden laufend Anfängerkurse in Schwedisch angeboten. Eva Lennquist, die Schwedisch-Trainerin am WIFI Steiermark, erzählt über sich und ihr Land:

Eva Lennquist, BA, kommt aus Göteborg. Sie  ist Soziologin, Naturfotografin und Schwedisch-Trainerin am WIFI Steiermark.

„Nach Graz bin ich durch die Liebe gekommen. Österreich habe ich immer als ein wunderschönes Land erlebt – nur das Meer und die Möwen gehen mir hier ein wenig ab. Die Menschen sind sehr gastfreundlich. Es ist leicht, mit ihnen in Kontakt zu kommen.

Schwedisch lernen, Schweden kennenlernen

“Schwedisch habe ich schon in den 90er-Jahren unterrichtet. Dabei gestalte ich die Schwedisch-Stunden mit unterschiedlichen Schwerpunkten wie „Der Wohlfahrtsstaat“, „Das Gesundheitssystem“, „das Öffentlichkeitsprinzip“, „die Nationalparks“ und vielem mehr. Damit bekommen die Teilnehmer/innen am WIFI Schwedisch-Kurs mit der Sprache auch schon einen ersten Einblick in mein Land – Schweden ist anders.“

Was ist anders in Schweden?

„Die Frauen sind sehr emanzipiert, viele Väter kümmern sich um Haushalt und die Kinder“, erzählt dieWIFI-Trainerin. „Wobei Kinder in Schweden sehr beliebt sind. Man merkt es auch an den vielen Spielplätzen. Kindergeschrei stört in Schweden niemanden.

Als ich in Österreich angekommen war, habe ich mich übrigens sofort in die Dirndlkleider verliebt – man schaut einfach so wunderbar weiblich darin aus! Zum Verständnis: Ich habe in Schweden Karriere gemacht und es war normal im Kostüm ohne jegliche Schminke oder Nagellack unterwegs zu sein.”

Wenn am 21. Juni der Sommer beginnt, scheint im Norden von Schweden die Mitternachtssonne. Rund um die Uhr und rund die aufgestellten Mittsommerstangen wird ausgelassen musiziert, getanzt, gejausnet und gefeiert.

Die beste Zeit für Urlaub in Schweden …

… ist ab Mitte Juni bis Ende Juli. In Nordschweden scheint die Sonne zu Mittsommer die ganze Nacht. Für die meisten ist ein Besuch in Stockholm ein Muss. Persönlich liebe ich die Westküste nördlich von Göteborg. Sehr zu empfehlen sind auch die Nationalparks. Schweden hat ein dichtes Netz an Jugendherbergen, wo auch Erwachsene willkommen sind. Die schwedische Natur ist etwas ganz besonderes. Der Sommer ist sehr kurz, aber dafür umso intensiver.“

Im August ist es schon sehr kalt

„Sobald der August kommt, ist es in Schweden oft schon verregnet und kühl. Es ist auch nur noch wenig los, weil die Schweden selbst im Juli Urlaub haben. Am Meer ist am schönsten und der Wind hält die Mücken fern.

Am besten bewegt man sich in Schweden übrigens mit einem Auto. Oder mit der Bahn. Wer im Voraus plant, kann sich bei der Schwedischen Bahn SJ (Statens Järnvägar) auch sehr günstige Tickets kaufen.“

Alkohol ist teuer in Schweden?

„Ja. Und er wird ausschließlich in besonderen Geschäften (Systembolaget) verkauft. Im Lokal muss man für ein großes Bier annähernd neun Euro einkalkulieren – wobei wir in Schweden ja mit Schwedischen Kronen und nicht in Euro bezahlen.

Die Schwed/innen singen oft schöne Trinklieder bei den Festen. Wenn sie trinken – zum Beispiel zu den Mittsommerfesten – wird ordentlich gefeiert. Dabei wird aber meist Bier und Hochprozentiges genossen. Wenn man in Schweden ein Gin Tonic bestellt, sagt man einfach GT dazu“, lacht Eva Lennquist.

Schwedische Nationalgerichte

„Fisch und Meerestiere“, sagt Eva Lennquist und denkt nach. Sie fragt ihre zwei Töchter Moa und Lina Kajsa. „Fleischbällchen“, sagen die unisono. „Aber die kennt man mittlerweile überall, wo es IKEA gibt“, schmunzeln sie …

Worauf muss man in Schweden achten?

„Die Schwed/innen wissen immer, wer in einer Warteschlange an der Reihe ist, also Vorsicht! Beinahe überall – in Apotheken, Banken, Delikatessenläden… muss man IMMER eine Nummer ziehen, auch wenn man alleine ist!

In Schweden wird außerdem fast alles mit Karte bezahlt. Es gibt auch immer mehr Cafés, die kein Bargeld mehr akzeptieren.

Alle sind per Du, es werden keine Titeln verwendet. Die Schwed/innen sind auch sehr offen, freundlich, geduldig und hilfsbereit, aber nach Hause wird selten jemand eingeladen“, erklärt die WIFI-Schwedisch-Trainerin.

Ist Schwedisch lernen wirklich so einfach?

„Ja, weil eben 40 Prozent der Worte aus dem Deutschen kommen. Die wirkliche Herausforderung ist aber die Satzmelodie. Das kann man durch viel Radio oder im WIFI-Kurs mit mir gut lernen. Wir haben auch Buchstaben wie å. Und o und a werden anders als im Deutschen ausgesprochen. Lernen muss man auch Laute wie sj-, skj-, oder stj-Laute. Aber im Großen und Ganzen ist Schwedisch für Österreicher/innen wirklich leicht zu lernen – probieren Sie’s doch einfach aus!“

Haben wir Ihnen Lust auf Schweden und Schwedisch-Lernen am WIFI gemacht?

Fotos:  © Fotolia / Phimak (1), © Fotolia / Mikael Damkier, © Fotolila / Christian (1), © tintinsbild aka eva lennquist (5)

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