In kaum einer anderen Branche ist man so nah an den Kunden wie im Tourismus. Tourismusmanager/innen sind daher nicht nur im Zwischenmenschlichen gefragt: Auch Führungsqualitäten, kühle Kalkulation und das Gespür fürs Geschäft muss man für die Arbeit mitbringen. Und natürlich: Ganz viel Leidenschaft.

Gastfreundlichkeit ist eine Eigenschaft, die „den Österreichern“ gerne zugeschrieben wird. Der moderne Tourismus stellt heimische Betriebe aber vor zahlreiche Herausforderungen. Gäste sind kritischer, das Feedback ist unmittelbarer und auch die Anforderungen an die Mitarbeiter/innen gilt es zu erfüllen. Aus diesem Grund hat das WIFI Steiermark in Kooperation mit den Tourismusschulen Bad Gleichenberg und der M/O/T School of Management der Alpen Adria Universität ein einzigartiges Universitätsstudium entwickelt. Besonders im Mittelpunkt: Praxisorientiertes Lernen und die richtige Mischung aus Angebot und Beziehungsqualität.

Gernot Mödritscher leitet das Universitätsstudium "Tourismusmanagement".
Gernot Mödritscher leitet das Universitätsstudium „Tourismusmanagement“.

Die persönliche Handschrift zählt

Aber was ist „Beziehungsqualität“? Prof. Gernot Mödritscher, wissenschaftlicher Leiter der Ausbildung zum MSc Tourismusmanagement, definiert es so: „Beziehungsqualität ist das, was bei den Kunden ankommt. Das Angebot kann noch so gut sein – entscheidend ist, ob sich die Gäste wohlfühlen. Diese Wohlfühlatmosphäre gilt es in allen Bereichen zu leben.“

Beziehungsqualität betrifft deshalb nicht nur die Arbeit am Gast, sondern auch die Mitarbeiter/innen. Tourismusmanager/innen müssen als Führungspersönlichkeit auftreten und eine aktive Unternehmenskultur pflegen, die dem Gast und den Mitarbeiter/innen gleichermaßen ein gutes Gefühl vermittelt.

Gastlichkeit und Business

Das fängt bei vermeintlichen Kleinigkeiten wie dem Umgang der Angestellten untereinander an und reicht bis zur Positionierung des Betriebs nach außen. Denn heute genügt es nicht mehr, einen Gastro- oder Hotelbetrieb „nur“ sauber und ordentlich zu halten und freundlich zu den Gästen zu sein.

„Angebote von Hotels und Gaststätten sind austauschbar. Sie gleichen sich in vielerlei Hinsicht. Aber das Ambiente, das man zaubert, ist einzigartig. Und es ist der Grund, warum ein Gast wiederkommt,“ ist sich Prof. Mödritscher sicher. Tourismusmanager/innen müssen ihren Betrieb als eine Marke verstehen, die eine Geschichte zu erzählen hat. Dazu gehört eine intensive Beschäftigung mit dem Gast, aber auch mit den nackten Zahlen des Geschäfts. Denn jegliche Aktivität im Betrieb schlägt sich am Ende des Tages in der Buchhaltung nieder. Ein herausfordernder Job, der viel Zeitmanagement und Professionalität erfordert, aber heute gefragter ist denn je.


Herausforderung Digitalisierung im Tourismus

Besonders die Auseinandersetzung mit digitalen Kanälen ist ein wichtiger Bereich des MSc Tourismusmanagements – und nimmt auch in der Ausbildung am WIFI Steiermark viel Raum ein. Denn ein gepflegter Auftritt in den sozialen Medien ist heute ebenso wichtig wie die Präsentation auf diversen Bewertungsplattformen.

„Hier lauern einige Gefahren – etwa durch das schnelle und unmittelbare Feedback der Gäste, oder durch zu viel Werbung, die potenzielle Kundschaft verschreckt,“ warnt Prof. Mödritscher, doch weist er zugleich auf die Chancen hin, die diese neuen Märke bieten. Denn die meisten Touristen buchen ihre Urlaube inzwischen online – ein durchdachter Online-Auftritt kann das eigene Angebot schärfen und diese User gezielt ansprechen. Die Arbeit im Betrieb wiederum ist es, die die Gäste auch längerfristig bindet und ihnen Vertrauen schenkt. So erhält man zufriedene Besucher/innen, die im besten Fall weiterempfehlen und wiederkommen.

MSc am WIFI Steiermark

All das und vieles mehr ist Teil der Ausbildung des MSc Tourismusmanagements. Das zwei Jahre dauernde berufsbegleitende Universitätsstudium richtet sich an Interessierte in leitenden Positionen aus den Bereichen Gastronomie, Hotellerie und touristische Infrastrukturen. Neben der theoretischen Grundlage steht vor allem das praxisorientierte Lernen im Vordergrund, etwa durch den Besuch erfolgreicher Gastro- und Hotelleriebetriebe. 2018 startet der erste akademische Lehrgang in der Tourismusschule Bad Gleichenberg – der Informationsabend gibt bereits ersten Aufschluss über Inhalte und Ziele der Ausbildung. Mitzubringen ist, abgesehen vom grundsätzlichen Interesse an Management-Tätigkeiten, vor allem eines: Viel Leidenschaft und Hingabe für den Gast und die Mitarbeiter/innen.

Auf den Geschmack gekommen?

Fotocredits: Christina Supanz, Adobe Stock – Zarya Maxim

Kommentar verfassen