Jeder von uns macht Fehler und das ist auch erlaubt. Denn nur, wer nichts macht, macht auch keine Fehler. Das gilt auch in der Werbung. Wenn man als Agentur aber die hier genannten  Fehler aber konsequent  und wiederholt macht, ist der Misserfolg garantiert. Ein Gastbeitrag von Heimo Maieritsch, Grazer Citymanager und Leiter des WIFI-Diplomlehrganges Werbung und Marktkommunikation.

1. Ideenriesen und Umsetzungszwerge

Nur allzu oft werden aus Ideenstürmen laue Lüftchen. Bei Präsentationen wird oft mit Katalogfotos geglänzt. Große Konzepte mit genialen Ideen werden vorgestellt. Das muss sich auch im Agenturalltag und in der Umsetzung widerspiegeln. Ansonsten droht akuter KundInnenverlust.

2. Der Auftrag um jeden Preis

Preisdumping und fehlende Kalkulation sind sehr oft Fehler von Agenturen. Bei einer Nachkalkulation sinkt der erzielte Stundenlohn dann manchmal unter 20 Euro! Das kann sich selbst bei geringen Overheadkosten nicht ausgehen. Wenn ich mit dem Preis weit runter gehe, nur um einen Auftrag zu bekommen ist das der sichere Weg in den Abgrund

3. Das Rebriefing ignorieren

Den KundInnen nicht zuhören  und nicht nachfragen. Das ist ein sehr häufiger Fehler. Bei Präsentationen scheitern Agenturen immer wieder daran, dass sie im Rebriefing keine oder nicht die richtigen Fragen gestellt haben.

4. Den MitarbeiterInnen nicht zuhören

Natürlich trägt man als Chef einer Agentur die gesamte Verantwortung und trifft die letztgültigen Entscheidungen. Das heißt aber nicht, dass man immer alles besser weiß als alle anderen. Daher lohnt es sich, dass man den MitarbeiterInnen genau zuhört und ihr Know how nutzt. Wird das nicht gemacht, führt das nicht nur zu manchen Fehlentscheidungen sondern auch zur Demotivierung der MitarbeiterInnen.

5. Keine integrierte und strategische Kommunikation

Wenn ein Auftrag lockt vergisst man unter Umständen auf das ganzheitliche und konzeptive Denken. „Ich brauche eine Broschüre“ meint die KundIn. „Jawohl, machen wir sofort“ meint die Agentur. Dann kann passieren, dass die notwendige Kampagnenplanung auf der Strecke bleibt.

6. Das haben wir schon immer so gemacht.

Natürlich ist es angenehm, wenn gewisse Abläufe automatisiert sind. So können Medienschaltungen über Jahre hinweg immer im gleichen Umfang gemacht werden. Und das ohne Veränderung oder  Weiterentwicklung. Diese Schaltungen haben wir immer schon gemacht also passt das. Das ist die Weisheit dahinter. Aber Achtung: Stillstand bedeutet Rückschritt.

7. Digitaler Notstand

Facebook ist was für die Jungen. Wenn man das glaubt, schaut man ganz schön alt aus. Die ständigen Entwicklungen im Kommunikationsverhalten in der digitalen Welt müssen beachtet werden. Aber Achtung: Auch den umgekehrten Fall gibt es. „Was brauchen wir überhaupt noch klassische Werbung“  ist in vielen Fällen auch nicht die richtige Einstellung.

8. NeukundInnen als Hauptziel

Agenturen geben gerne bekannt, welchen Pitch sie gewonnen haben und welche NeukundInnen auf ihrer Referenzliste stehen. Auf der Jagd nach neuen KundInnen darf man aber keinesfalls die vorhandenen vergessen!

9. Die eierlegende Wollmilchsau

Wir machen eh alles und sind eine One Man oder Women Full Service Agentur. Zielführender ist auch für eine Agentur eine klare Positionierung und Spezialisierung.

10. Sich selbst vergessen

Das, was man in der Kommunikation als Dienstleistung verkauft, nicht für sich selbst einzusetzen, kommt leider häufig bei Agenturen vor.
Die Aussage „unsere Visitenkarten sind noch in der Druckerei“ und „website under construction“  sind typische Beispiele dafür.

Wenn man diese Fehler konsequent und regelmäßig macht, wird aus der „Agentur“ recht schnell eine „Argentur“. Dann ist der größte Fehler überhaupt,  jemals eine  Agentur aufgesperrt zu haben.

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