Nein, ein Feel Good Manager bespaßt keine Gäste in einer Ferienanlage im sonnigen Süden. Er ist vielmehr genau dort tätig, wo es nicht in erster Linie um Urlaub und Entspannung geht – in Unternehmen aller Art nämlich. Feel Good Manager sorgen dafür, dass sich Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz rundum wohlfühlen. Sie sind damit der neueste Trend im Human Ressource Management und erfüllen eine wichtige Aufgabe, damit Unternehmen zukunftsfähig bleiben. Noch ist die Anzahl an Feel Good Managern in Österreich gering. Ihre Bedeutung wird jedoch in den kommenden Jahren stark zunehmen. Grund genug also, sich etwas näher mit diesem attraktiven Beruf auseinanderzusetzen.

Der große Wandel im Personalwesen

Vor etwas mehr als zwanzig Jahren wäre ein Feel Good Manager in einem Unternehmen aller Wahrscheinlichkeit nach noch undenkbar gewesen. Seit damals hat sich die Arbeitswelt allerdings rasant gewandelt. Dabei spielten nicht nur Schlagworte wie Digitalisierung, Fachkräftemangel und demographische Entwicklung eine Rolle, sondern auch die Erkenntnisse der modernen Arbeits- und Organisationspsychologie. Die kann mittlerweile nämlich eindeutig belegen, dass sich Arbeitsnehmer, die sich an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen, deutlich produktiver und kreativer sind. Hinzu kommt, dass auch noch viel weniger krank sind. Klar, dass vor diesem Hintergrund ein Umdenken bei den Arbeitgebern stattfand. Die Personalabteilungen bekamen deshalb neue Aufgaben. Waren sie bisher vor allem verwaltend tätig, sollten sie sich nun verstärkt um das Wohlergehen und die Weiterbildung der Mitarbeiter kümmern. Plötzlich war auch im deutschsprachigen Raum verstärkt von Human Ressource Management die Rede. Es fand ein grundsätzlicher Wandel im Personalwesen statt, zu dessen jüngsten Konsequenzen eben auch der Feel Good Manager gehört.

Die Generation Y und das Feel Good Management

Die jungen Frauen und Männer, die im Zeitraum zwischen 1980 und 2000 geboren wurden, die sogenannte Generation Y, sind mittlerweile voll in der Arbeitswelt angekommen. Sie sind in der Regel besonders gut ausgebildet und vertraut mit der digitalen Welt. Allerdings scheinen die meisten von ihnen vollkommen anders zu ticken, als frühere Arbeitnehmer. Geld, Karriere und Prestige sind ihnen nicht so wichtig. Um sie zu motivieren und zu Bestleistungen anzuspornen, reichen ein hohes Gehalt und ein Dienstwagen nicht aus. Auf beides könnten sie auch getrost verzichten. Sie wollen viel lieber, dass ihre Arbeit auch tatsächlich Sinn macht – und dass die Arbeit nicht ihr gesamtes Leben beherrscht. Man sollte diese ganz besondere Generation stets im Blick haben, wenn man sich mit dem Thema Feel Good Management auseinandersetzt. Sie sind ist es nämlich vor allem die die Unternehmen vor neue Herausforderungen im Personalwesen stellt.

Was treibt ein Feel Good Manager den ganzen Tag?

Ein Feel Good Manager ist im Prinzip nichts anderes als ein Betriebsklimamanager. Sein Arbeitsalttag besteht deshalb auch darin, mit ganz bestimmten Maßnahmen für ein möglichst gutes Betriebsklima zu sorgen. Das kann auf unterschiedliche Art und Weise geschehen. So sorgen manche Feel Goood Manager etwa dafür, dass die Mitarbeiter stets genügend frisches Obst oder Knabberzeug zur Verfügung haben. Sie organisieren Betriebsausflüge oder Firmenfeiern, entwickeln bessere Kommunikations- und Informationssysteme oder kümmern sich um die optimale Gestaltung der jeweiligen Arbeitsplätze. Vor allem aber hören Feel Good Manager permanent zu. Kein Wunder: Sie müssen wissen, was den Kolleginnen und Kollegen auf den Nägeln brennt, was sie sich wünschen und wo sie Verbesserungsbedarf sehen. Diese wenigen Beispiele machen bereits deutlich, dass Feel Good Manager absolute Allrounder sein müssen. Außerdem müssen sie von Hause aus einige Eigenschaften mitbringen, die nicht jedem in die Wiege gelegt worden sind und die man auch nur schwer erlernen kann.

Was ein Feel Good Manager mitbringen muss

Ein Feel Good Manager braucht vor allem eins, nämlich emotionale Intelligenz. Er muss zwingend in der Lage sein, sich in andere hineinversetzen zu können. Darüber hinaus benötigt er ein großes Kommunikationstalent. Ein Großteil seines Tagesgeschäfts besteht schließlich aus zuhören und reden. Darüber hinaus sind auch noch jede Menge Organisationstalent von Vorteil. Veranstaltungen und Events für die Mitarbeiter spielen im Feel Good Management nämlich eine ausgesprochen große Rolle. Die Spanne reicht dabei vom kleinen Wochenmeeting bis hin zum mehrtägigen Ausflug. Bei solchen Ausflügen kommt es dann oft auf darauf an, sich besondere Aktionen auszudenken oder diese zu finden. Kurzum: Ein Feel Good Manger muss letztlich auch Eventmanager sein. Und als ob all das noch nicht reichen würde, sind auch umfangreiche Kenntnisse im Arbeits- und Sozialrecht nötig, damit der Job zuverlässig und erfolgreich erledigt werden kann.

Wie wird man eigentlich Feel Good Manager?

Eine gezielte Ausbildung zum Feel Good Manager gibt es in Österreich bislang nicht. Allerdings ist das wohl nur eine Frage der Zeit. Wer heute bereits in diesem Berufsfeld tätig ist, kommt meist aus dem Personalmanagement. In der Regel hat er dann Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Personal studiert. Aber auch studierte Psychologen, Wirtschaftspsychologen und Sozialarbeiter bringen hervorragende Voraussetzungen mit, um die umfangreichen Anforderungen dieses Berufs zu erfüllen. Man sollte nicht vergessen: Kenntnisse in der Arbeits- und Organisationspsychologie, in der Sozialpsychologie, im Arbeits- und Sozialrecht sowie in Soziologie und Betriebswirtschaftslehre sind quasi unerlässlich. Ohne eine fundierte Ausbildung lassen sich die vielfältigen Herausforderungen im Feel Good Management jedenfalls nicht bewältigen.

Feel Good Manager – definitiv ein Beruf mit Zukunft

Auch wenn sie bislang noch spärlich gesät sind – Feel Good Manager werden in Zukunft mehr und mehr gefragt sein. Es handelt sich dabei definitiv um einen Beruf mit Zukunft. Da einerseits der Wettbewerbsdruck durch die fortschreitende Digitalisierung weiter zunehmen wird, andererseits aber gut ausgebildete Fachkräfte immer schwieriger zu finden sein werden, wird ein gutes Betriebsklima in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen. Es kann über Erfolg oder Misserfolg eines ganzen Unternehmens entscheiden. Da braucht es einfach Fachleute, die sich intensiv darum kümmern. Sowohl die Unternehmensleitung als auch das Controlling werden sehr schnell einsehen, dass die damit verbundenen Kosten eine gute Investition in die Zukunft des Betriebs darstellen – egal, ob in Wien oder in Eisenstadt.

Eine Beruf mit großer Verantwortung

Wer sich dafür interessiert, Feel Good Manager zu werden, der sollte sich darüber im Klaren sein, dass der Beruf jede Menge Verantwortung mit sich bringt. Ein großes Verantwortungsgefühl, Offenheit, Toleranz und Zuverlässigkeit gehören da einfach dazu. Man arbeitet schließlich intensiv mit Menschen und hat sich um deren Bedürfnisse zu kümmern. Und weil das mitunter nicht ohne Konflikte geht, sollte man als zukünftiger Feel Good Manager auch mit solchen Situationen problemlos zurecht kommen. Immerhin winkt eine Tätigkeit, die unglaublich abwechslungsreich, spannend und befriedigend sein kann.

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