Wer aus der Branche der Heizungstechnik kommt, der kennt Erwin Stubenschrott. Der Gründer und ehemalige Geschäftsführer des steirische Biomassepioniers KWB prägt seit Jahrzehnten die Branche. Eine Grundlage dafür war immer auch die laufende Fortbildung beim WIFI Steiermark. „Ich bin quasi ein Kind des WIFI und habe schon in meiner Lehrzeit zum Stallbauschlosser Fortbildungen beim WIFI besucht. In Summe waren es sicher 20 Kurse, die ich belegt habe. Als Geschäftsführer haben mir vor allem die Ausbildungen im betriebswirtschaftlichen Bereich geholfen.“

Zuletzt hat sich Stubenschrott aber endgültig die Bildungskrone aufgesetzt. Zum 60. Geburtstag hat sich der Unternehmer nämlich mit dem „MSc Integrales Gebäude- und Energiemanagement“ an eine akademische Ausbildung herangewagt und das mit großem Erfolg. „Eigentlich ist man bei der Neuentwicklung der Ausbildung an mich herangetreten und wollte mich als Testimonial gewinnen. Als ich mir das Ausbildungsprogramm angesehen habe, war ich aber so überzeugt, dass ich mich selbst dafür angemeldet habe.“, erzählt Stubenschrott, „es war ein Volltreffer, denn genau diese Ausbildung brauchen wir als Unternehmen in Zukunft. Gerade bei den Heizungssystemen entwickeln wir uns weg von einem Produkt zu Gesamtsystemen und genau das deckt der MSc Integrales Gebäude- und Energiemanagement ab.

Mit 60 Jahren noch einmal studieren

Dass er sich mit 60 Jahren noch einmal an eine neue Ausbildung heranwagt, kann Stubenschrott schnell erklären: „Wer lebenslanges Lernen propagieren will, muss es auch vorleben und mit positivem Beispiel vorangehen. Außerdem wollte ich mich nie in die Hängematte legen. Ich betreue noch immer wichtige Funktionen im Unternehmen und in meinem Fall konnte ich privates Interesse und einen Nutzen für das Unternehmen verbinden. Das war perfekt für mich.“ Gerade in einer Welt, in der die Halbwertszeit der Wissensentwicklung immer kürzer wird, dürfe man nie aufhören zu lernen, ist Stubenschrott überzeugt.

Und damit trifft Stubenschrott den Zeitgeist, denn gerade für junge Menschen zählt bei der Berufswahl nicht mehr nur das Gehalt. „Heute sind Entwicklungsmöglichkeiten ein wesentlicher Bestandteil der Karrierewahl. Das zeigt sich auch bei unserer Lehrlingsausbildung. Neben einem guten Ruf der Ausbildungsstätten zählen auch Zusatzausbildungen, die Möglichkeit die Matura zu machen und später vielleicht die Chance auf ein Studium“, sagt Stubenschrott. So absolvieren bei KWB gleich mehrere Mitarbeiter berufsbegleitend ein Studium, nicht nur am WIFI Steiermark, sondern auch an verschiedenen Fachhochschulen.

Master-Thesis am Puls der Zeit

Dass Erwin Stubenschrott nicht nur als spätberufener Student, sondern auch inhaltlich am Puls der Zeit liegt, zeigt seine Master-Thesis. Dort beschäftigte er sich mit der Entwicklung einer Energie- und Klimastrategie. „Ich wollte eine Arbeit schreiben, die einen Mehrwert bringt. Innerhalb des Unternehmens bin ich außerdem dafür zuständig es in der Branche zu vertreten. Daher lag das Thema für mich auf der Hand“, erklärt Stubenschrott seine Themenwahl.

Für seine Arbeit hat Stubenschrott nicht nur Experten aus Forschung und Industrie zum Interview gebeten. „Auch Auftraggeber von Sanierungsprojekten und Politiker wie Umweltlandesrat Johann Seitinger habe ich um ihre Expertise gebeten“, erzählt Stubenschrott. Und besonders das Gespräch mit dem Umweltlandesrat hat gefruchtet. Seitinger ist nämlich auch für die Wohnbausanierung verantwortlich und beeinflusst dabei auch die Bundesregierung, die sich seit mehr als 15 Jahren darum bemüht die Sanierungsrate zu erhöhen. „Das hat nicht nur ein Potenzial für den Klimaschutz, sondern ist auch ein Wirtschaftsfaktor. Die Wertschöpfung bleibt nämlich bei Sanierungen in der Region. Jedoch wurde mit einer falschen Förderpolitik gerade die Sanierung von Ein- und Zweifamlienhäusern nicht ausreichend unterstützt.“ Denn bisher wurde ein Heizungstausch nur in Kombination mit einer umfassenden Dämmung gefördert. Das soll sich nun ändern und der Regierungsentwurf deckt sich mit der Erkenntnis aus Stubenschrotts Master-Thesis. „Da bin ich recht stolz darauf. Ich maße mir zwar nicht an, dass das wegen mir passiert ist. Aber es zeigt, dass das Studium MSc Integrales Gebäude und Energiemanagement  sehr nahe an der Realität und der Praxis ist“, stellt Stubenschrott fest.

Bei KWB wird lebenslanges Lernen gelebt.

Netzwerk mit langfristigem Nutzen

 Aber auch vom Studium selbst wird Stubenschrott noch lange zehren. „Neben den Inhalten ist das Netzwerk, das man sich dort aufbaut sehr wertvoll,“ ist er überzeugt, „wir haben einen Absolventenstammtisch und halten regen Kontakt zueinander. Da kommt es schon vor, dass man sich auch nach dem Studium unterstützt und zwar nicht nur unter den Absolventen, sondern auch gemeinsam mit den Lektoren, die alle aus der Praxis ihrer Fachbereiche kommen. Begeistert war Stubenschrott auch von der Betreuung im Studium: „Die Unterstützung war wirklich sensationell. Der Einstieg war für mich eine große Herausforderung, denn ich musste erst wieder das Lernen lernen. Aber durch die Unterstützung und die tolle Gemeinschaft ist mir das gut gelungen.“

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