Durch den Wertewandel in unserer Gesellschaft wächst die Nachfrage nach gesundheitsbezogenen Waren und Dienstleistungen über die Angebote des  herkömmlichen Gesundheitswesens hinaus. Es entstehen neue Märkte, neue Wachstums- und Beschäftigungspotenziale und damit neue Chancen – Gesundheit ist ein Zukunftsmarkt für alle Unternehmensgrößen. Das WIFI Steiermark reagiert auf diesen anhaltenden Trend mit der Ausbildung zum/r GesundheitstrainerIn mit unterschiedlichen fachlichen Schwerpunkten und Aufbaumodulen. Mit dem „Grundlehrgang Gesundheit und Sport“ erwerben Sie ein Basiswissen über alle wesentlichen medizinischen, sporttheoretischen und rechtlichen Grundlagen für die Arbeit als GesundheitstrainerIn. Nach Absolvierung des Grundlehrganges stehen den AbsolventInnen folgende Ausbildungen offen:

Lehrgangsleiterin Birgit Freidorfer ist Unternehmensberaterin und begleitet als „Trainerin aus Leidenschaft“ bewegende Veränderungs-, Entwicklungs- und Lernprozesse von Einzelpersonen und Teams. Und das mit dem Blick für Zusammenhänge, methodischer Vielfalt an Vermittlungskompetenzen und einem ganzheitlichen Beratungsansatz für Körper, Geist und Seele, für den sie vielseitig in Sport und Bewegung ausgebildet ist. Seit beinahe 20 Jahren engagiert sie sich federführend für die Neuentwicklung und Umsetzung von WIFI-Lehrgängen im Bereich Gesundheit und Persönlichkeit.

Wir führten mit ihr ein Interview über den Gesundheitslehrgang, zu ihrer Trainingshaltung, ihrem Verständnis nach Gesundheit und ihrer persönlichen Work-Life-Balance.

Sie haben 2005 den ersten WIFI-Traineraward mit Ihrem Konzept „WIFI Vital“ gewonnen. Sie zeigen darin auf, wie wichtig es ist, Bewegung und gesundheitsfördernde Aspekte in den Lern- und Lehrkontext zu integrieren. Was hat sich seither in der Ausbildung verändert?

Birgit Freidorfer: Gestartet haben wir mit der Ausbildung zum diplomierten WellnessCoach als umfassende Grundlage, den aufkommenden Trend Gesundheit in der WIFI Ausbildung zu verankern. Mittlerweile hat sich das Thema Gesundheit zu einer eigenen Produktschiene entwickelt. Im Laufe der Zeit haben wir den Lehrgang verändert und bieten jetzt einen „Grundlehrgang Gesundheit und Sport“ mit Aufbaumodulen an.

Was bedeutet für Sie Gesundheit?

Freidorfer: Gesundheit umfasst für mich physische, psychische, mentale sowie spirituelle Aspekte. Ich habe das Glück, all diese Komponenten über mein berufliches Sein unmittelbar umsetzen, vorleben und lehren zu können. Ich habe dazu meine Trainingsfächer im Mentaltraining geparkt, setze bewegtes Lernen in allen Trainingseinheiten um, denke ganzheitlich und besuche selbst Fortbildungen mit großer Neugierde, was sich davon in den Unterricht integrieren lässt.

Wie integrieren Sie Gesundheit in Ihren Alltag?

Freidorfer: Ich beginne jeden Tag sehr bewusst mit einem „Miracle Morning“ nach dem Buch von Autor Hal Erod und beende den Tag bewusst mit einem „Miracle Evening“ als Gedanken der Dankbarkeit und dem Fokus auf die gute Tages-Ernte. „Miracle Morning“ bedeutet für mich, rechtzeitig aufzustehen, um mich auf das Tagesgeschehen einstimmen und vorbereiten zu können. Das beinhaltet eine gute Stunde mentales Vorerleben und Vordenken möglicher Herausforderungen und Aufgaben, 45 Minuten Bewegungstraining, ein Entrümpeln der Gedanken über mein Morgenjournal und ein energiespendendes warmes Frühstück mit Gemüse, Nüssen, Obst.

Wie stehen Sie zu Diäten zur Gesundheitsförderung?

Freidorfer: Wir verwenden das Wort Diät stellvertretend fürs Abnehmen, dabei bedeutet es Lebensweise. Ich habe eine Odyssee unterschiedlicher Ernährungskonzepte und sinnloser Diäten zur Gewichtskontrolle hinter mir. Seit fünf Jahren habe ich das für meinen Lebensstil passende und leicht lebbare Konzept mit zwei Mahlzeiten am Tag und den ausreichenden Fastenphasen gefunden. Es ist ein Weg, den jede(r) selbst für sich herausfinden muss, auch mit der Hilfe von Professionisten wie Diätologen, Ernährungsberatern oder Coaches.

Sie befassen sich intensiv mit geistiger und körperlicher Gesundheit bis ins hohe Lebensalter, was ist der Schlüssel für gesundes Altern?

Freidorfer: Wichtig ist zunächst, dass der Fokus auf Gesund liegt und nicht auf dem kalendarischen Alter. Die Lebenserwartung steigt, von derzeit rund 86 erlebbaren Jahren erreichen wir durch den medizinischen Fortschritt bald 100. Doch entscheidend ist die Lebensqualität, das WIE wir dieses Alter erleben. Beweglich, selbstbestimmt, sozial eingebettet, geistig rege? Meine fünf Schlüsselfaktoren dafür sind nährendes Essen, gute soziale Kontakte, sinnstiftende Aufgaben, regelmäßige Bewegung, Neugierde und ein rechtzeitiges Vorbereiten auf diese Phase.

Was schafft für Sie ein attraktives und motivierendes Lernfeld?

Freidorfer: Zum einen braucht der Lernraum selbst eine Atmosphäre, für die ich als Trainerin selbst verantwortlich bin. Wie auch für den Inhalt, auf den ich mich immer noch sehr genau vorbereite. Ich befasse mich vorab mit meiner Zielgruppe, mit meinen Teilnehmern, überprüfe meine innere Haltung und stelle mich positiv auf sie und das Thema ein. Auch wenn ich mit einem vorbereiteten Trainingsprogramm komme – das Um und Auf ist für mich, flexibel zu bleiben, mich in Situationen und in die Teilnehmerperspektive hineinzuversetzen, zu spüren, was die Gruppe oder Einzelne jetzt brauchen und aus meinem vielseitigen Werkzeugkoffer methodisch das Richtige auszupacken – und Freude am Vermitteln zeigen.

Als Diplompädagogin haben Sie auch Volksschulkinder unterrichtet. Lernen Erwachsene anders?

Freidorfer: Kinder sind offen, sie haben noch keine negativen Lernerfahrungen, keine Schulvergangenheit. Erwachsene hingegen bringen Ihre Erfahrungen, Glaubenssätze und Vorbehalte in das  Unterrichtsgeschehen mit. Das gilt es, zu berücksichtigen.

Als Persönlichkeitstrainerin liegt Ihnen gute Kommunikation am Herzen. Was gehört für Sie dazu?

Freidorfer: Gute Kommunikation ist für mich wertschätzend, aus der Ich-Position sprechend, gehirngerecht, mit dem Blickwinkel in der Welt des Gegenübers, sprachlich verständlich, körpersprachlich zuwendend, Interesse zeigend, Fragen stellend. Es ist keine Frage von „Du“ oder „Sie“.

Was wäre ein Wunschthema, um das Sie gerne einen WIFI Lehrgang bereichern möchten?

Freidorfer: Mich begeistert Biografiearbeit als Auseinandersetzung auf persönlicher wie unternehmerischer Ebene mit Lebensstationen und Historie. Um Veränderungspotential sichtbar zu machen, Ressourcen und Selbstwirksamkeit zu erkennen und daraus Ansatzpunkte für eine neue Ausrichtung zu erhalten. Die Generation der Baby Boomer geht jetzt in Pension und hat im Idealfall etwa 25 – 30 Jahre gestaltbare Lebenszeit vor sich – das wäre für mich eine spannende Aufgabe.

Bei welchem Projektthema würden Sie zugreifen, um die Welt zu verbessern?

Freidorfer:  Ich würde Menschen gerne befähigen und mit Werkzeugen ausstatten, dass sie glücklicher und zufriedener sind – damit es dadurch weniger Konflikte, Krieg und Unglück gibt. Ich nenne es „Glücksprojekt“.

Was ist Ihr Trainingsmotto und wie ist Ihr Trainingsverständnis?

Freidorfer: Mein Motto lautet „Brain needs fun to run“ und ich sehe mich als „Impulsgeberin für Menschen in Veränderungs- und Verwandlungsprozessen und als Botschafterin für Gesundheit und Persönlichkeitsthemen.“

Haben wir Ihr Interesse geweckt?

Details zum WIFI-Grundlehrgang „Gesundheit und Sport“ finden sich hier.

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Foto: Adobe Stock – Bojan

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