„In der IT ist man selbstverständlich international unterwegs“

In der IT verschwimmen herkömmliche Ländergrenzen zusehends. Nicht zuletzt dank der vielen globalisierten Unternehmen ist  das Arbeiten über Kontinente hinweg völlig normal. Georg Schwarz bildet daher nicht nur am WIFI Steiermark Netzwerk- und Systemadministratorinnen und Administratoren aus. Er tut dies auch bei einem großen österreichischen Konzern mit Standorten von Südamerika bis Asien. Damit lebt und arbeitet er in praktischer, täglicher Konfrontation mit den rapiden technischen Entwicklungen weltweit. – „Das Lösen immer neuer, unterschiedlicher Herausforderungen macht Freude. Es ist eine erfüllende Lebensaufgabe“, sagt er.

 IT-Sprache ist Englisch

IT ist international, wer in der IT arbeitet, braucht Englisch. Von gegenseitigen Hilfeleistungen bis zur Kommunikation mit Drittfirmen und internen Aufträgen – fast alles wird in Englisch abgewickelt. „Wobei der Unterricht am WIFI Steiermark selbstverständlich immer noch in Deutsch erfolgt“, fügt der WIFI-Lehrgangsleiter schmunzelnd hinzu.

Herr Schwarz, wo sehen Sie Ihre Stärken?

 „Abgesehen davon, dass ich recht gut Englisch spreche und auch Kurse auf Englisch halten kann, ist meine professionelle Trainerausbildung etwas, was ich als USP einstufen würde“, so Schwarz. „Ich kann Inhalte gut verpacken und spannend weitergeben.“ So kommt nicht nur der theoretische Lehrgangsinhalt mit seinen vielen praktischen Beispielen, sondern auch der Humor am WIFI nicht zu kurz.

Gleichzeitig ist Georg Schwarz natürlich fachlich spitze. Das betrifft einerseits den KMU-Bereich, in dem man sich als IT-Experte mit allen anfallenden Bereichen konkret auseinandersetzen muss. Und andererseits die Welt der ‚Groß-IT‘, also Industrie und Konzerne, wo der Blick fürs Gesamte durch die Spezialisierung und die Größe manchmal ein wenig getrübt ist. „Hier geht es dann darum, Herausforderungen ganzheitlich zu erfassen, um den Betrieb optimal zu unterstützen.“

IT – konservatives Österreich?

„Was die Digitalisierung betrifft, sind österreichische Unternehmen – gerade im KMU-Bereich – oft eher konservativ eingestellt“, analysiert Georg Schwarz, nicht ohne zu betonen, dass dies nicht unbedingt etwas Schlechtes sei: „Man muss ja nicht bei jedem Hype mitmachen. Sehr gut unterwegs sind wir dagegen im Ausbildungsbereich.“

Sehr gute IT-Ausbildung

„Ich beobachte, dass ein Bedarf an ausgebildeten Netzwerk- und System-Administratorinnen und Administratoren besteht. Mit dem umfangreichen Basiswissen aus den WIFI-Lehrgängen hat man auf dem Arbeitsmarkt sehr gute Chancen – sofern man technische Liebe mitbringt und bereit ist, sich engagiert weiterzuentwickeln und das Gelernte umzusetzen. Wie so vieles hat auch unser Fachgebiet in den letzten Jahren gewaltig an Komplexität gewonnen, man ist also mit einem weiten Feld konfrontiert.“ – Georg Schwarz.

Den ersten Schritt zur Professionalisierung stellt der WIFI-Lehrgang Netzwerk Administrator dar. Dieser spricht vor allem vier Zielgruppen an:

  • EDV-Ansprechpartner in kleinen Firmen, die zusätzlich zu ihren täglichen Aufgaben IT-Arbeiten mit externen Firmen koordinieren müssen,
  • Mitarbeiter von kleineren IT-Firmen
  • Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen (Junior Level) von IT-Teams in größeren Unternehmen,
  • Leute, die allein für ein kleines oder mittleres Netzwerk verantwortlich sind und
  • IT-Interessierte, die als Autodidakten begonnen haben und ihr Know-how nun auf eine professionelle Basis stellen wollen.

Absolventen des WIFI-Netzwerkadministrators sehen sich anfangs meist mit Arbeiten im Support-Umfeld konfrontiert. Das heißt, es gilt Useranfragen wie „Das Internet geht nicht“, „Ich kann nicht drucken“, „Die Datei auf dem Server ist nicht zu öffnen“ und dergleichen zu lösen. … Der Netzwerkadministrator muss den Fehler suchen, erkennen, eingrenzen und beheben. Nachdem nicht jedes Problem gleich ist, ist man mit umfassendem Hintergrundwissen entscheidend schneller.

Netzwerk- und Systemadministrator

„In den weiterführenden Ausbildungen ‚Systemadministrator’ und ‚Systemintegrator’ haben Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, ihr Wissen um Grundlagen und erprobte Verfahrensweisen zu vertiefen – die Umgebungen, die wir hier betrachten, sind auch wesentlich komplexer. Davon profitieren Mitarbeiter in kleineren Firmen, die sich von der Planung bis zum Betrieb stets um alles kümmern müssen – und Personen, die in größeren Unternehmen arbeiten und durch die fachliche Breite der Ausbildung die Möglichkeit haben, über den abteilungseigenen Tellerrand zu blicken.

Im Konkreten setzen wir in den Aufbaukursen auf Themen wie Virtualisierungsplattformen, Office 365, Firewall, Backups und Cloud-Computing, wobei wir uns bemühen, auf die Lösungen der gängigsten Hersteller einzugehen.“ – Georg Schwarz.

„Die Lehrgänge samt den Prüfungszeugnissen sind eine hervorragende  Basis, um darauf aufzubauen. Das zeigen uns auch zahlreiche Firmen, die ihre angehenden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zur Ausbildung ans WIFI schicken – erst zum Netzwerk- und anschließend zum Systemadministrator. Diese Leute stellen für das Unternehmen dann einen echten Mehrwert dar.“

Und wenn man alle Lehrgänge auf einmal machen möchte?

 „Hier bietet sich die Fachakademie für angewandte Informatik an. In dieser zweijährigen Berufsausbildung mit 16 Lehreinheiten pro Woche sind Netzwerkadministrator, Systemadministrator und Systemintegrator enthalten. Das Beste daran ist aber, dass wir hier mehr Zeit haben und noch mehr Übungen und Projekte unterbringen konnten – so dauern manche Kursmodule aus Netzwerkadministrator oder Systemadministrator einfach länger, um mehr in die Tiefe gehen zu können.

Ein entscheidender Mehrwert – vor allem für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mittlerer Unternehmen – ist auch der wirtschaftliche Aspekt. So versetzen Module zu den Themen Soft Skills, Unternehmensführung Kostenrechnung und Lehrlingsausbildung unsere Teilnehmer in die Lage, Dinge nicht nur nach technischen, sondern auch nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten zu betrachten. Ein unschätzbarer Vorteil für jemanden, der später einmal ein Team leiten oder IT-Projekte inklusive Beschaffung abwickeln muss“, erläutert Schwarz.

Voraussetzungen für die Fachakademie Angewandte Informatik

„Als Leiter dieses Lehrgangs kann ich guten Gewissens sagen, dass ausgezeichnete Anwender-Kenntnisse, eine gehörige Portion technisches Interesse und die Bereitschaft auch neben dem Kursgeheschen die eine oder andere Stunde zu investieren, ausreichen. Meist befinden sich in den Lehrgängen auch erfahrene ‚ITler‘, was dabei hilft, voneinander zu lernen. Die Erfahrung zeigt, dass Neulinge im Allgemeinen recht schnell aufschließen!“

Georg Schwarzbetreibt mit zwei Kollegen die ML11-EDV-Dienstleistungen GmbH in Graz, Salzburg und Linz, die als klassischer IT-Betreuer – vom kleinen Unternehmen bis zum Konzern – sehr erfolgreich ist. Dabei kümmert man sich erster Linie um Infrastrukturen und Programmierungen.
Zusätzlich zeichnet Georg Schwarz für die Ausbildung von Systemadministratoren bei einem österreichischen Konzern und seinen Standorten weltweit verantwortlich.  Am WIFI findet man Georg Schwarz in nahezu allen Kursen, die sich mit Betriebssystemen und Netzwerken beschäftigen. Er ist auch Leiter der Ausbildung „Fachakademie für Angewandte Informatik“.

Denken Sie eventuell auch an eine Berufskarriere in der IT?

Fotos: © Fotolia / Gorodenkoff, Georg Schwarz

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