Auch Programmierer brauchen Deutsch

IT-Experten sind weltweit gefragt. Diese fünf Damen und Herren kommen aus Syrien, Serbien und Kroatien und arbeiten als Programmiererin und Programmierer in der Axtesys OG in Graz. Auch, wenn sie bereits professionelle Web-, Software- und App-Entwickler sind, wollen sie möglichst gut Deutsch sprechen und die Sprache des Landes unbedingt verstehen können. Ihre Firma gibt ihnen daher die Möglichkeit, zweimal pro Woche Deutsch als Fremdsprache in den Räumlichkeiten des Unternehmens zu erlernen. Ihr WIFI-Trainer dabei ist Samo Krabonja.

Deutsch als Barriere für die Karriere?

„Muss überhaupt nicht sein! Ich unterrichte diese Gruppe nun seit zirka drei Monaten und man merkt, dass ordentlich was weiter geht! Am Anfang war die Aussprache noch schwierig, aber auch das hat sich extrem verbessert. Ich beschäftige mich schon mein ganzes Leben lang mit der deutschen Sprache – als Trainer für Deutsch als Fremdsprache muss man wie jeder Trainer mit dem Herzen dabei sein und soziale Kompetenz mitbringen. Und natürlich reicht es nicht aus, einfach Deutsch zu können. Um Deutsch als Fremdsprache zu unterreichten, braucht man eine eigene Ausbildung.“ – Samo Krabonja.

Deutsch als Fremdsprache – man muss Grammatik erklären können

Wie erklärt man den Leuten am besten, wann zum Beispiel ein Dativ und wann ein Akkusativ zur Anwendung kommen? Und wie man die häufigsten Verben ‚sein’ und ‚haben’ quer durch die Zeiten konjungiert …?
Samo Krabonjas Muttersprache ist Slowenisch, mit Deutsch beschäftigt er sich bereits sein ganzes Leben lang: „Schon als kleines Kind habe ich Amdamdes im Fernsehen auf Deutsch gesehen.“ Da viele Menschen aus slawischen Ländern Deutsch als Fremdsprache lernen, ist das ein großer Vorteil – alle slawischen Sprachen sind sich ähnlich. Und Samo Krabonja kann die Unterschiede wie kaum ein anderer erklären und damit Deutsch vermitteln.

Beispiel: Verwendung von Artikeln im Deutschen

„Deutsch hat zum Beispiel Artikel bei Hauptwörtern, die slawischen Sprachen machen dieselbe Aussage mit Endungen“, gibt er uns einen Einblick. „Wenn wir sagen, ‘die Tasse ist auf dem Tisch’, verändern wir im Deutschen nur den Artikel bei ‚Tisch’ – auf DEM Tisch. Im Slowenischen heißt Tisch ‚miza’ und ‚auf dem Tisch’ würde heißen: na mizi. Diese unterschiedliche Struktur im Deutschen muss man genau erklären, damit die Leute verstehen, warum ‚Tasse ist auf Tisch’ eben nicht korrekt ist. Das betrifft natürlich viele Sprachen, nicht nur das Slowenische.“

Deutsch für den Job und das Leben

Miriam aus Kroatien und ihre Kollegen aus Serbien profitieren enorm. Auch die beiden Herren aus Syrien kommen mit dem Deutschlernen gut voran – selbst die Schrift ist kein Problem für sie: „Wir kommen aus Familien, die immer auch Englisch gesprochen und geschrieben haben“, sagen sie. Trotzdem brauchen sie Deutsch für ihren Job: „Die Kunden haben Requests, ich muss das verstehen und Lösungen finden können“, sagt Fadi. Zudem geht es um das Schreiben von Anboten, Dokumentationen, das Verstehen von User-Handbüchern oder einfach um die Kommunikation in internen Meetings oder abends bei einem gemeinsamen Bier mit den Kolleginnen und Kollegen.

„Ich brauche Deutsch für die gesamte Kommunikation im Beruf und im Leben“, sagt Basem. Mit der Möglichkeit, das hier in der Firma zu lernen, ist ihm und den anderen viel geholfen. Und der WIFI-Trainer tut das Mögliche, sie in ihrem Lernen bestmöglich zu unterstützen.

Interesse als Firma oder als Privatperson, das WIFI zum „Deutschlernen als Fremdsprache“ zu nutzen?

Fotos: WIFI Steiermark / Melbinger

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