Zufriedenstellende Qualität zu produzieren ist nicht immer eine leichte Aufgabe – aber eine, die sich für Unternehmen lohnt. Ein durchdachtes Qualitätsmanagement unterstützt, verbessert und sorgt laufend für Weiterentwicklung. Die Ausbildungen für QualitätsmanagerInnen am WIFI Steiermark bieten dafür eine hervorragende Basis.

Wenn wir von „Qualitätsmanagement“ sprechen, denken viele an Checklisten, an Fehlersuche oder im schlimmsten Fall Rückrufaktionen. Eine Qualitätsabteilung ist aber viel mehr als „nur“ ein Analysetool. Qualitätsmanagement ist ein Führungsinstrument in Unternehmen, das Prozesse verbessert, Kunden- und Lieferantenfeedback einfließen lässt, Abteilungen koordiniert und so dafür sorgt, dass die Firma in der Lage ist, ein qualitativ hochwertiges Produkt zu produzieren. Qualitätsmanagement unterliegt einer gewissen Norm, deren Einhaltung am Ende das bestmögliche Ergebnis garantiert – und die für jedes Unternehmen gleichermaßen gilt, egal ob Produzent oder Dienstleister.

Nur Qualität erzeugt Qualität

Dieser weltweit gültige Standard ist die ISO 9001:2015. Diese international anerkannte Norm gibt Firmen die Möglichkeit, nicht nur ihr Produkt oder ihre Dienstleistung an sich, sondern das gesamte Unternehmen zertifizieren zu lassen. Sie ist eine Auszeichnung, mit denen eine Firma nachweisen kann, dass sie in der Lage ist, Qualität zu produzieren. Zwar ist die ISO 9001 nicht verpflichtend vom Gesetzgeber vorgeschrieben, jedoch bietet sie nicht nur intern, sondern vor allem auch extern Leistungsverbesserungen und Vorteile:

  • Die Abläufe innerhalb eines Unternehmens werden transparenter.
  • Anforderungen an das Unternehmen können besser erfüllt werden – egal ob diese von Kunden-, Lieferanten- oder Gesetzgeberseite stammen.
  • Das Unternehmen bleibt wettbewerbsfähig bzw. hat einen Wettbewerbsvorteil.
  • Feedback kann rasch umgesetzt werden – das steigert die Kundenzufriedenheit.

Ein Beispiel für den möglichen Einsatz von genormten Qualitätsmanagement-Systemen ist der Einkaufsprozess in einem Unternehmen. Das Qualitätsmanagement durchleuchtet den Beschaffungsablauf von eingekauften Produkten, gestaltet ihn – wenn notwendig – effizienter, kontrolliert ob die Wareneingangsprüfung funktioniert und schult die ArbeitnehmerInnen im richtigen Umgang mit Lieferanten und Produzenten. Das ist aber nur eine von vielen Möglichkeiten, wie sich das Qualitätsmanagement in einer Firma „einklinken“ kann.

Prozesse ermitteln, Fehler beheben

Die Ausbildungen und Zertifizierungen zum/zur QualitätsmanagerIn am WIFI Steiermark erleichtern es TeilnehmerInnen, diese „Spielregeln“ zu verstehen. Vor allem stellt der Kurs die Fragen, wie ein Qualitätsmanagement-System praxisorientiert eingeführt werden kann und wieso es für Unternehmen ein so wichtiges Führungstool darstellt. Die insgesamt 5-stufige Ausbildung (von QualitätsassistentIn über interne und externe AuditorInnen bis zum/zur QualitätsmanagerIn) vermittelt die Instrumente für ein zufriedenstellendes Qualitätsmanagement von der Einführung bis zur Umsetzung und Optimierung. Lehrbeauftragte, die direkt aus der Praxis berichten – wie Lehrgangsleiterin Mag. (FH) Birgit Iraschko, deren Unternehmen IPNA einen großen Teil des Trainerteams stellt – unterstützen die Auszubildenden zusätzlich mit Know-how und Fachkenntnissen. Die TeilnehmerInnen selbst stammen aus den unterschiedlichsten Branchen, genau so, wie die ISO 9001 nicht an eine bestimmte Branche gebunden ist.

Der Ansatz für Qualitätsmanagement-Systeme ist in jedem Fall ein sehr breiter, da sie die gesamte Firma betreffen. QualitätsmanagerInnen ermitteln Risiken und Chancen für Organisationen genauso wie Marktpotenziale und Mitbewerbssituationen; sie listen Stakeholder auf und ermitteln ihre Bedürfnisse und Anforderungen; QualitätsmanagerInnen bewerten das vorhandene Know-how in einer Firma und prüfen, wie dieses mittels Aus- und Weiterbildungen erweitert werden kann. Sie definieren gemeinsam mit der Führungsebene aber auch Ziele des Unternehmens und welche Parameter notwendig sind, um sie zu erreichen. Darum ist das Qualitätsmanagement innerhalb eines Unternehmens auch permanent an der sukzessiven Weiterentwicklung beteiligt.

Natürlich muss es sich auch mit den weniger angenehmen Seiten eines Unternehmens auseinandersetzen – denn ein Fehler kann in jedem System passieren, und sei es noch so gut aufeinander abgestimmt. Fehlerprozesse nehmen sogar einen großen Teil der Arbeit eines/einer QualitätsmanagerIn ein, denn Fehler zu ermitteln und aus ihnen zu lernen ist die beste Art, sie zukünftig zu vermeiden.

Individuelle Umsetzungsmöglichkeiten

Dadurch, dass jedes Unternehmen in seinen Abläufen unterschiedlich ist, müssen auch QualitätsmanagerInnen in der Lage sein, die ISO 9001 und ihr Regelwerk entsprechend ihres Arbeitsumfeldes anzupassen. Die Norm lässt dabei recht viel Spielraum und versucht nicht, jede Organisation in ein starres „Korsett“ zu pressen – das wäre auch gar nicht möglich. Diese individuellen Anforderungen zu ermitteln ist Aufgabe eines/einer Qualitätsmanagerin – dann steht einer erfolgreichen Zertifizierung nichts mehr im Weg.

Damit ist der Weg aber natürlich nicht zu Ende: Qualität zu produzieren ist ein laufend neu zu ermittelnder Prozess. Genau deswegen ist im Qualitätsmanagement die Zusammenarbeit aller MitarbeiterInnen gefordert – einmal mehr ein Beweis dafür, wie wichtig gut geschultes Personal für ein zukunftsfittes Unternehmen ist.

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Foto: Adobe stock – guruXOX

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