Die internationale Rechnungslegung ist für börsennotierte EU-Konzerne verpflichtend, wird aber auch für kleine und mittelgroße Unternehmen immer wichtiger. Die Vorteile: Transparenz und internationale Vergleichbarkeit. Mit dem Lehrgang des WIFI Steiermark werden Sie fit für die Rechnungslegung nach IFRS.

Seit 2005 ist die internationale Rechnungslegung nach International Financial Reporting Standards, kurz IFRS, für börsennotierte Unternehmen in EU-Ländern verpflichtend. Das heißt, sie müssen ihre konsolidierten Jahresabschlüsse diesen Regelungen entsprechend erstellen. Das macht Finanzinformationen international vergleichbar und transparenter, weswegen auch immer mehr Unternehmen ihre Abschlüsse freiwillig nach den Rechnungslegungsvorschriften ausrichten.

Dietmar Knapp, Msc ist der Leiter des Lehrgangs IFRS am WIFI Steiermark und vermittelt Teilnehmerinnen und Teilnehmern das nötige Wissen, dass sie für die Bilanzierung und das Reporting nach den internationalen Vorschriften benötigen. „Die Darstellung der Rechnungslegung ist deswegen unterschiedlich, weil sich die internationale Rechnungslegung an den Shareholdern der Unternehmen orientiert, während die nationale in erster Linie dem Gläubigerschutz dient“, erklärt er.

Warum profitieren Unternehmen von internationaler Vergleichbarkeit?

Wenn Investor/innen sich an einem Betrieb beteiligen wollen, haben sie im Vorfeld ein berechtigtes Interesse an Informationen über den Unternehmenswert. „Abschlüsse nach der nationalen Rechnungslegung sind aber nur im Kontext des nationalen Rechts aussagekräftig“, stellt Knapp klar. Ausländische Geldgeber/innen benötigen daher die Rechnungslegung nach IFRS, um Unternehmen richtig einschätzen zu können.

Der Unternehmensabschluss nach IFRS beinhaltet vier wichtige Elemente: Bilanz, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung und Kapitalflussrechnung. Mit diesen kann auf den Fair Value, also den marktüblichen Wert des Betriebes, geschlossen werden. Dieser entscheidet darüber, ob Investor/innen Verhandlungen weiterführen und eine Firma schließlich übernehmen oder nicht.

Mit welchen Herausforderungen müssen Unternehmen rechnen?

Betriebe, die erstmalig mit der internationalen Rechnungslegung zu tun haben, müssen mit einem gewissen Anpassungsaufwand rechnen und genügend Vorlaufzeit einplanen. Das ist notwendig, weil das System zur Erfassung der Finanzinformationen auf die neuen Gegebenheiten abgestimmt und monatliche Reports ausgefüllt werden müssen. Arbeitet man im Unternehmen mit Software für Ledger-Buchungen, kann man die Belege nach nationalen oder internationalen Bestimmungen erfassen und selbst auswählen, welches Erfassungsprotokoll gelten soll.

Dietmar Knapp ist Bilanzbuchhalter, Wirtschaftsmediator und -coach, Fachbuchautor und in einer englischen Beratungskanzlei für internationale Unternehmen im Bereich Wirtschafts- und Steuerrecht tätig. Am WIFI Steiermark leitet er den Lehrgang IFRS.
Dietmar Knapp ist Bilanzbuchhalter, Wirtschaftsmediator und -coach, Fachbuchautor und in einer englischen Beratungskanzlei für internationale Unternehmen im Bereich Wirtschafts- und Steuerrecht tätig. Am WIFI Steiermark leitet er den Lehrgang IFRS.

Firmenverantwortliche, die sich bisher keine Gedanken darüber gemacht haben, können übrigens auch von der plötzlichen Notwendigkeit einer internationalen Rechnungslegung überrascht werden. Knapp, der in einer internationalen Kanzlei für Steuerberatung tätig ist, kennt das aus der Praxis. Im letzten Jahr wurde er zur Bewertung eines mittelständischen Unternehmens hinzugezogen, in dem zuvor noch nie eine Rechnungslegung nach IFRS durchgeführt wurde. „Überraschend bekundete ein ausländischer Investor sein Interesse am Kauf der Firma“, erinnert sich der Experte, „dafür brauchte er natürlich eine dementsprechende Unternehmensbewertung auf Basis internationaler Rechnungslegung.“

Internationale Rechnungslegung verstehen

Der Lehrgang IFRS richtet sich sowohl an Geschäftsführende, Unternehmerinnen und Unternehmer, als auch an Angestellte aus Wirtschaftstreuhandkanzleien und dem Rechnungs- und Berichtswesen, die in der Ausbildung an ihren jeweiligen Wissenstand über die hiesige Rechnungslegung anknüpfen können. „Wir arbeiten im Kurs vergleichend und leiten die internationalen Bestimmungen von den nationalen Regelungen der Rechnungslegung im Unternehmensgesetzbuch ab“, erläutert Knapp.

Die Besucherinnen und Besucher des Lehrgangs werden außerdem dazu angehalten, ihre täglichen Erfahrungen aus dem betrieblichen Umfeld in den Unterricht einzubringen. „Reale Geschäftsfälle und Beispiele aus dem Arbeitsalltag geben konkrete Einblicke in den Umgang mit der internationalen Rechnungslegung und verdeutlichen Gemeinsamkeiten und Abweichungen“, ergänzt Knapp. Nach dem Abschluss der Ausbildung haben die Teilnehmenden nicht nur einen Überblick über die internationale Rechnungslegung und können mit den Begrifflichkeiten hantieren, sondern haben durch die Fallbeispiele bereits Lösungen parat, die sie im Job umsetzen können.

MEHR INFORMATIONEN ÜBER IFRS UND CO:

Kommentar verfassen