Bilanzbuchhalter übernehmen innerhalb eines Unternehmens große Verantwortung. Diese betrifft aber nicht nur Geldflüsse, sondern auch strategisches Controlling sowie Social Skills. Das Masterstudium „MSc Bilanzbuchhaltung“, eine Kooperation vom WIFI Steiermark und der FHWien der WKW, vereint diese Kriterien in einem umfassenden Lehrgang.

Heike Klug ist Finance Managerin der A&R Carton Graz GmbH mit mehr als 20 Jahren Erfahrung und versteht es, Zahlen zu „jonglieren“. Einen akademischen Abschluss nachzuholen und damit ihre persönliche Weiterentwicklung voranzubringen war aber schon immer ein Wunsch von ihr. Mit dem einem Jahr bzw. 2 Semester dauernden berufsbegleitenden Lehrgang „MSc Bilanzbuchhaltung“ konnte sie nun ihre bisherige Laufbahn mit einer universitären Ausbildung kombinieren und zusätzliche Akzente in ihrem Berufsalltag setzen.

Moderner Führungsstil

Konkret richtet sich der Masterlehrgang an MitarbeiterInnen aus Unternehmen, die strategische Führungspositionen übernehmen (wollen), etwa im Bereich Projektmanagement, Controlling, Reporting oder Finanzierung. Viele Themen, die Frau Klug bereits aus ihrem Arbeitsleben kannte, konnten im Masterstudium noch vertieft werden. Von den sogenannten „Social Skills“ nahm sie aber am meisten mit: „Da ich seit kurzem auch Personalagenden übernommen habe, waren Inhalte wie Leadership, Öffentlichkeitskompetenz, Zeit- und Projektmanagement sowie Präsentationstechniken für mich besonders interessant“.

Speziell im Umgang mit Lehrlingen und „Digital Natives“ sind diese Informationen sehr wertvoll, denn diese „Generation Z“ oder „iGen“, die mit digitalen Medien vollkommen anders umgeht als alle Generationen zuvor, bedarf im modernen Berufsleben besonderer Aufmerksamkeit – und einem eigenen Führungsstil.

Heike Klug hat ihren akademischen Abschluss am WIFI Steiermark nachgeholt.

Wissenschaftlich schreiben lernen

Da das Studium mit einer Masterarbeit abgeschlossen wird, ist auch eine Schreibwerkstatt für wissenschaftliches Arbeiten Teil des Curriculums. Viele der Teilnehmer, wie auch Heike Klug, die zu diesem Zeitpunkt noch keine vergleichbare Arbeit geschrieben haben, profitierten von diesem Zusatzangebot. In der Schreibwerkstatt wird erklärt, wie man sein Forschungsthema findet, die Arbeit strukturiert und korrekt zitiert. Wo man die richtigen Bücher findet und wie viele man überhaupt dafür braucht, zeigt das Team der Schreibwerkstatt in der Bibliotheksführung an der Grazer Universitätsbibliothek oder der Fachbibliothek des ReSoWi-Zentrums.

„Sich in so einer großen Bibliothek zurechtzufinden, erfordert schon etwas Zeit und Übung“, schmunzelt Frau Klug, „Es ist eine riesige Fülle an Informationen und Materialien, die dort zur Verfügung gestellt wird, und ohne die Schreibwerkstatt wäre es uns wohl nicht möglich gewesen, dort zu lernen.“

Das Thema der Abschlussarbeit musste relativ zeitnah festgelegt werden, da der nur zwei Semester dauernde akademische Lehrgang natürlich mit einer gewissen Termindichte einhergeht. Heike Klugs Arbeit zum Thema „Mergers & Acquisitions“ beschäftigt sich mit Unternehmensfusionen und -käufen bzw. wie Unternehmen zusammengeführt werden können. Die praktischen Erfahrungen, die Frau Klug in ihrem Berufsalltag sammeln konnte, fanden hierbei ebenso Anwendung wie das theoretische Wissen, das sie während des Lehrgangs erwarb.

Ein Geben und Nehmen

Praxisnah gestaltet sich das Masterstudium in jeder Hinsicht. So bringen die Lehrenden, die zu einem großen Teil selbst aus der (Privat-)Wirtschaft oder aus dem universitären Umfeld kommen, nicht nur ihr eigenes Fachwissen ein – auch die bunt gemischten TeilnehmerInnen stammen aus den unterschiedlichsten Branchen.

„Meine KollegInnen arbeiten zum Beispiel in der Autoindustrie oder klassisch als SteuerberaterInnen, aber auch VerwaltungsassistentInnen aus kleineren und größeren Gemeinden, Gewerbe, Industrie und sogar aus dem Musikmanagement waren dabei“, erzählt Frau Klug und bringt damit einen der größten Benefits des akademischen Lehrgangs direkt auf den Punkt: den gegenseitigen und vielfältigen Erfahrungsaustausch, der zu vielen neuen Kontakten und Eindrücken führt.

Mit der Abschlussprüfung im Jänner 2019 endet für Frau Klug ein sehr herausforderndes Jahr: „Familie, Freunde, Job und Ausbildung unter einen Hut zu bringen war nicht leicht. Aber der große Vorteil ist: Ein Jahr ist eine absehbare Zeit, die zwar Planung bedarf, aber auf jeden Fall schaffbar ist“. Und die Heike Klug nicht davon abhalten würden, das Masterstudium „MSc Bilanzbuchhaltung“ erneut zu besuchen, denn: „Schon allein wegen der geballten Ladung an Information, aber auch wegen des Netzwerkes, das ich mir dadurch aufbauen konnte, würde ich es immer wieder machen!“

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Fotos: kk – Adobe stock/ekaphon

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