Die Digitalisierung hat das Berufsbild von Controllerinnen und Controllern in kürzester Zeit auf den Kopf gestellt. Neue IT-Systeme verlangen nach technischen Kompetenzen und Führungskräfte erwarten fundierte Beratung bei Firmenentscheidungen. Der neue Universitätslehrgang MBA Controlling und Performance Management startet im September 2019 erstmals und exklusiv am WIFI Steiermark und reagiert auf die hohe Nachfrage der Arbeitswelt nach spezialisierten Fachkräften.

„So rasante und fundamentale Veränderungen, wie wir sie in den letzten Jahren beobachten konnten, gab es in der Vergangenheit des Controllings noch nie“, erklärt Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Gernot Mödritscher. Er ist der wissenschaftliche Leiter des Universitätslehrgangs MBA Controlling und Performance Management und kennt die informationstechnologischen Entwicklungen der Branche ebenso, wie das sich ändernde Anforderungsprofil von Controllerinnen und Controllern.

Besonders zwei Entwicklungen haben sich auf das Berufsbild ausgewirkt. Einerseits hat die Digitalisierung die Grundbedingungen des Jobs verändert, andererseits hat sich innerhalb von Unternehmen ein Perspektivenwechsel vollzogen.

Neue Technologien brauchen neue Kompetenzen

„Früher haben Controllerinnen und Controller einen Großteil ihrer Zeit mit der mühsamen Suche nach Daten und ihrer langwierigen Auswertung verbracht“, weiß Mödritscher. Heute ersetzen jedoch zahlreiche Firmen veraltete Standardsysteme für Controlling durch moderne Softwarelösungen. Diese Programme können in hoher Geschwindigkeit Daten sammeln und verarbeiten.

Die aktuellen IT-Systeme automatisieren die aufwändigen Arbeiten und ermöglichen es Angestellten im Controlling, sich stärker auf ihre wichtigste Aufgabe zu konzentrieren: Die Datenanalyse. „Der Umgang mit neuen Programmen und die Auswertung der Daten setzt jedoch neue Fähigkeiten und ein Verständnis für die mathematischen und statistischen Vorgänge innerhalb der IT-Systeme voraus“, verdeutlicht der wissenschaftliche Leiter des Universitätslehrgangs.

Controlling als interne Dienstleistung

Abgesehen von der technologischen Weiterentwicklung hat sich auch die Rolle des Controllings innerhalb von Unternehmen geändert. Die Professionalisierung des Managements führte dazu, dass Führungskräfte seine Bedeutung für die Unternehmenssteuerung erkannt haben. Sie verlassen sich mehr denn je auf die Analysen und das Know-How der Fachkräfte, die ihnen als interne Dienstleisterinnen und Dienstleister dabei helfen, wichtige Entscheidungen für den Betrieb zu treffen.

Ao. Univ. Prof. Mag. Dr. Gernot Mödritscher, Foto: Christina Supanz
Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Gernot Mödritscher, Foto: Christina Supanz

Um diesen neuen Anforderungen gerecht zu werden, müssen Controllerinnen und Controller ihre Kompetenzen erweitern. Sie müssen lernen, ganze Geschäftsmodelle in konkrete Budgets und Kennzahlen zu übersetzen sowie Prozess- und Moderationsverantwortung übernehmen. „Unterstützt durch die neuen IT-Systeme, können Fachkräfte ihrer internen Beratungs- und Unterstützungsfunktion nun stärker nachkommen und sich dadurch zu Businesspartnerinnen und -partnern im eigenen Unternehmen weiterentwickeln“, stellt Mödritscher fest.

Hochspezialisiert und heißbegehrt am Arbeitsmarkt

Das veränderte Berufsbild und die Folgen der Digitalisierung zeigen sich in der wachsenden Nachfrage der Wirtschaft nach qualifizierten Controllerinnen und Controllern. Doch hochaktuelle Themenfelder wie Data Science oder Predictive Analytic Data werden von klassischen Ausbildungen nicht abgedeckt, obwohl sie für Firmen von großer Bedeutung sind. Der zweijährige Lehrgang MBA Controlling und Performance Management, der nur am WIFI Steiermark angeboten wird, zeigt die Potenziale der Digitalisierung auf und lehrt den Umgang mit verschiedenen Technologien.

„Die praktische Anwendbarkeit des theoretischen Wissens war uns bei der Entwicklung des Curriculums ebenso ein großes Anliegen, wie den Studierenden zu vermitteln, wie sie langfristig mit der Digitalisierung umgehen können“, beschreibt Mödritscher die Ziele der akademischen Weiterbildung. Sie spannt den Bogen von den operativen Aufgaben des Controllings bis hin zur strategischen Unternehmenssteuerung und entwickelt dadurch gezielt all jene Kompetenzen, die Controllerinnen und Controller zu spezialisierten Businesspartnerinnen und -partnern der Zukunft machen.

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Foto: adobe stock – etiammos

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