Erstes Ausbilderforum mit Ali Mahlodji: „Generation Z will nicht schuften!“

„Warum sollte sie das auch tun?“, fragt Ali Mahlodji, der Keynote-Speaker beim ersten WIFI-Ausbilderforum am 16. Mai. „Die Supermarktregale quellen über, der Aufbau des Landes, den die Großeltern und Eltern geleistet haben, ist beendet. Der Wohlstand ist da. Die alten Glaubensätze machen für die heute 10- bis 20-Jährigen keinen Sinn mehr. Außerdem sehen die jungen Leute, dass ‚Schuften’ samt Karrieren und Verantwortung kein Lebensglück gebracht haben – und das wollen sie, sie wollen LEBEN! Daher ist den meisten auch die Aussicht, viel Geld zu verdienen, nicht so wichtig – dem Kind bzw. Jugendlichen fehlt es ja an nichts. Außer eventuell daran, ernst genommen zu werden …“

WIFI-Ausbilderforum – glauben wir an die Jugend!

„Wir können es uns als Gesellschaft nicht leisten, NICHT in die Jugend zu investieren. Das würde extreme Kosten nach sich ziehen. Außerdem ist jeder Jugendliche, der sich seiner Selbstwirksamkeit nicht bewusst ist, als Erwachsener nicht auszuhalten – wir müssen den Kindern und Jugendlichen etwas beibringen!“
– Ali Mahlodji weiß, wovon er redet, war er doch selbst Flüchtling, Schulabbrecher und hatte über 40 Jobs – von der Putzhilfe über den Manager bis hin zum Lehrer. Heute ist er u. a. EU-Jugendbotschafter und versucht die Welt zu retten (kein Scherz!) … „Immer, wenn da ein Erwachsener war, der bedingungslos an mich geglaubt hat, sind mir Flügel gewachsen“, sagt er – und fordert genau dieses Vorbild von den Ausbildern ein.

Mahlodji: Ausbildung beinhaltet auch Erklärungsarbeit

„Reden wir nicht ständig darüber, was NICHT geht. Die Jugend und die Welt von heute sind nicht gut oder schlecht – sie sind, wie sie sind“, so der eloquente, mitreißende Redner. Es ist voll faszinierend, ihm zuzuhören, seine Gedankengänge mitzudenken und selbst zu immer neuen Erkenntnissen zu kommen! – „Wir können so viel voneinander lernen! Die Unternehmen müssen sich im Klaren darüber sein, dass jeder Mensch etwas weiß, was die anderen nicht wissen und dieses Wissen anzapfen. Und, was noch ganz wichtig ist, wenn wir Ältere und Junge in der Ausbildung zusammenspannen: Die Jugend will das Gesamte verstehen. Steht ein 15-Jähriger an einer Werkbank, will er wissen, wie sich das, was er da tut, auf das Ganze auswirkt. Dieser Arbeit hat sich in der Vergangenheit kaum ein Ausbilder gemacht!

Lehren und Lernen auf Augenhöhe

Der Jugendliche will kein Bittsteller sein und erst 20 Jahre alt werden, bevor er akzeptiert wird. Der größte Fehler eines Ausbilders, einer Ausbilderin bzw. einer Führungskraft ist es laut Mahlodji, sich nicht auf die Jungen einlassen. Falscher Stolz ist ein absolutes No go! Es gilt, in die Gemeinschaft zu kommen, authentisch und auf Augenhöhe zu sein. Die Führungskraft braucht dabei auch nicht perfekt zu sein – jeder Mensch macht Fehler und gibt sie einfach zu. Und dann geht man einmal gemeinsam Mittagessen …

Wertschätzung und „geile Lehre“

Die Unternehmen, die diese gegenseitige Wertschätzung schaffen, haben auch weniger Probleme, Nachwuchskräfte zu bekommen und – daraus resultierend – kaum Fachkräftemangel. Die Jugendlichen erzählen ihren Freunden von ihrem tollen Arbeitsumfeld und sind damit die besten Botschafter für das Unternehmen. Ali Mahlodji sieht die Lehre in diesem Zusammenhang durchaus als „geile Ausbildungsform“, weil sie die Jugend für den Arbeitsmarkt fit macht.

Life-Work-Balance

Wie  bereits gesagt – die Jugend will Jobs mit Platz für Lebenssinn. Die Eltern waren gefangen in ihren Jobs, die Generation Z ist das Ergebnis davon. Sie haben gesehen, dass die Vermischung von Arbeit und Leben, sprich Freizeit, vor allem Stress erzeugt. Wenn die Jungen aus der Arbeit hinausgehen, leben sie. Viele wollen daher auch keine Verantwortung als Führungskraft und auch nicht Karriere machen.

Generation Z – globale Menschheit

Ja und dann ist da noch etwas, was diese Generation der heute Zehn- bis 20-Jährigen von allen bisherigen Generationen unterscheidet: Dank Internet und sozialer Medien denken sie global – und das sehr realistisch. Und sie fordern ihre Zukunft ein – denken wir an die „Fridays for Future“-Demonstrationen. Das ist kein österreichisches, sondern ein globales Phänomen. Die Kulturen lassen sich nicht mehr auf Länder runterbrechen, die Kids und Teens schauen überall gleich aus und hören dieselben Charts. Sie fühlen sich einer globalen Menschheit zugehörig und die Erde ist ihre Heimat. Dieses Denken würde vielen Älteren eventuell auch gut tun!

Wer ist Ali Mahlodji?

Ali Mahjodji ist CEO des von ihm gegründeten Unternehmens whatchado, das in den ersten drei Jahren zum Marktführer für Video-Employerbranding im deutschsprachigen Raum aufstieg. Mit seinen Keynotes inspiriert er zudem Menschen weltweit, in dem er ihnen zeigt, worauf es im Leben, im Business und im schnellen Wandel der Welt ankommt. Er wird auch gerne eingeladen, seine eigene Lebensgeschichte – vom Flüchtling und Schulabbrecher zum international mehrfach ausgezeichneten StartUp Gründer, Universitätsdozent und EU Jugendbotschafter – zu erzählen. Seit 2012 tourt Ali durch europäische Schulen und arbeitet intensiv mit Jugendlichen und Lehrerinnen und Lehrern, um das Potenzial von Jugendlichen zu entfalten. Im Zuge dessen und durch seine Arbeit für whatchado wurde er 2013 von der EU Kommission zum EU Jugendbotschafter auf Lebenszeit ernannt.

WIFI-Ausbilderforum – 75-Prozent-Förderung!

Das müssen Sie mit eigenen Ohren hören – haben wir Ihr Interesse am 1. WIFI-Ausbilderforum geweckt? Dann wird es Sie freuen zu lesen, dass die eintägige Veranstaltung zu den förderbaren Maßnahmen nach den derzeit geltenden Richtlinien für Lehrbetriebsförderungen zählt. 75 Prozent der Kosten (exkl. Verpflegungskosten) können für Personen mit Ausbilderqualifikation gefördert werden. Förderanträge können auch gestellt werden, wenn der Dienstgeberbetrieb aktuell keine Lehrlinge ausbildet, dies aber in den nächsten 12 Monaten umsetzt.

Mehr Informationen und Buchung: 

Fotos: Ali Mahlodji, Martina Drapert, Florian Auer

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