Professionelles Programmieren ist eine komplexe Angelegenheit – aber eine, die sich auf vielfältige Weise in den beruflichen Alltag integrieren lässt. Michael Poglitsch, Doktorand im Fachbereich „Molekulare Mikrobiologie“ an der Karl-Franzens-Universität Graz und Teilnehmer des Lehrgangs „Software Developer Java“, nutzt seine neu erlernten Skills in der Altersforschung.

Programmierkenntnisse sind heutzutage so vielseitig anwendbar wie noch nie. Programme, Apps und Add-Ons erleichtern uns den Arbeitsalltag, indem sie komplexe Abläufe einfacher und effizienter gestalten und uns so Zeit und Papierkram sparen. Auch im naturwissenschaftlichen und medizinischen Fachbereich sind Software-Entwickler gefragt – besonders im Bereich der Forschung, wo es oft um große Datensätze geht. Michael Poglitsch, Teilnehmer des Lehrgangs „Software Developer Java“ am WIFI Steiermark, kennt dieses Problem.

Aktuell bestreitet er sein Doktoratsstudium im Fachbereich „Molekulare Mikrobiologie“ an der KF-Universität Graz. Kleinere Programme hatte er schon zuvor geschrieben, doch gerade sein aktuelles Forschungsgebiet stellte ihn schnell vor große Herausforderungen: „Wir erforschen Alterungsprozesse in Zellen, wie sich altersbedingte Krankheiten auf Zellen auswirken und wie man diesen gegensteuern kann. Wir arbeiten hier vor allem mit Hefepilzen und Fruchtfliegen. Dabei kommen oft riesige Datenmengen zusammen, die wir entweder händisch oder höchstens halbautomatisiert auswerten können“, erzählt Michael Poglitsch.

Michael Poglitsch Java Software Developer
Michael Poglitsch, Doktorand im Fachbereich „Molekulare Mikrobiologie“ an der Karl-Franzens-Universität Graz und Teilnehmer des Lehrgangs „Software Developer Java “, nutzt seine neu erlernten Skills in der Altersforschung.

„Herr der Fliegen“

Große Datensätze vollautomatisch auswerten zu können bietet für die zukunftsorientierte Forschung erhebliche Vorteile, wie Michael Poglitschs aktuelles Projekt zeigt. Hier kommen seine neu erworbenen Kenntnisse bereits zum Einsatz: „Zurzeit ermitteln wir die Fitness von Fliegen anhand ihres Kletterverhaltens in einem Röhrchen. Dazu machen wir ein Video und stoppen die Zeit, die die Fliegen brauchen, um in dem Glasröhrchen nach oben zu klettern. Normalerweise hätten wir das alles händisch auswerten müssen. Im Rahmen des WIFI-Lehrgangs ist es mir aber gelungen, ein Programm zu entwickeln, das die Fliegen automatisch trackt. Das ist effizienter und ermöglicht uns, noch mehr Daten zu sammeln – zum Beispiel über Geschwindigkeit, Position und Bewegungsrichtung der Fliegen“.

Anhand dessen können verschiedenste Veränderungen und Datensätze direkt miteinander verglichen werden – etwa, was passiert, wenn man das Futter wechselt, Proteine zusetzt oder entfernt oder die Fliegen fasten lässt: „So erhalten wir direkten Aufschluss über die Fitness der Fliegen und können zum Beispiel Alterungserscheinungen leichter nachvollziehen“.

Breitgefächerte Ausbildung

Ein solches Vorhaben wäre zu Beginn seiner Ausbildung noch nicht möglich gewesen, wie Herr Poglitsch erzählt: „Ich hatte zwar Erfahrungen, aber in der Java-Programmierung bin ich quasi bei Null gestartet. Umso mehr hat es mich erstaunt, dass ich innerhalb von sechs Monaten bereits in der Lage war, das Programm für unser Projekt zu entwickeln. Ich rechne das vor allem der Praxisnähe der Ausbildung zu, die es mir erlaubt hat, sehr schnell große Fortschritte zu machen“.

Michael Poglitsch Java Software Developer
„Schon nach sechs Monaten war ich in der Lage war, das Programm für unser Projekt zu entwickeln“, erzählt Michael Poglitsch.

Hohes Zukunftspotenzial

Das Programmieren und Entwickeln von Software ist ein zukunftsträchtiger Bereich, denn die Digitalisierung hält mittlerweile in nahezu jedem Bereich des Lebens Einzug. Programmierer finden ihren Einsatz in den unterschiedlichsten Branchen: In der Logistik, in der Entwicklung von Industrierobotern, im Maschinenbau, sogar im Tourismus und in der Gastronomie gibt es (interne) Abläufe, die mittels einfacher Software-Lösungen zeitsparend neu koordiniert werden können. Auszubildende wie Michael Poglitsch sind mit diesen zusätzlichen Skills auf jeden Fall für zukünftige Anforderungen gerüstet. Im medizinischen Laborbereich wird er weiterhin einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Forschung leisten können – und vielleicht zu einem großen Durchbruch

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