So unterschiedlich die Führungskräfte des steirischen Leitbetriebes AR Carton Graz sind, eines haben sie gemeinsam. Seit mehr als zwei Jahren wird jeder Führungskraft mit Managementaufgaben eine individuelle Führungskräfteausbildung des WIFI Steiermark ermöglicht. Mit großem Erfolg!

Begonnen hat alles mit einem neuen Leitbild, das mit der Übernahme des Unternehmens durch den  AR Packaging-Konzern im Jahr 2015 eingeführt wurde. „Wir wollten unser neues Leitbild den Leuten näherbringen. Das war der Anlass aber nicht der Auslöser für unser Ausbildungsprogramm“, erzählt Alexandra Natascha Klampfer, HR Assistentin im Unternehmen. Über das Thema, Führungskräfte auf einen gemeinsamen Wissenstand zu bringen, habe man aber schon länger nachgedacht, so Klampfer. So hat man begonnen einzelne Bildungsmaßnahmen der Führungskräfte zu bündeln und Bildungsziele strategisch umzusetzen.

Teambuilding für Führungskräfte als positiv Nebenwirkung

Daraus entstand gemeinsam mit dem WIFI Steiermark eine maßgeschneiderte Führungskräfteausbildung, die auf die individuellen Bedürfnisse des Unternehmens eingeht. „Die erste Gruppe hat ihre Ausbildung im Sommer 2017 begonnen“, erinnert sich Geschäftsführer Peter Szabó. Dabei wurde Wert darauf gelegt, dass Angehörige des mittleren Managements sowohl aus dem Produktionsbereich als auch aus der Administration gemeinsam die Ausbildung absolvieren. „Durch die Durchmischung konnten wir eine eigene Dynamik erzeugen“, sagt Szabó.

Teambuilding war aber nicht die treibende Kraft, sondern eher eine positive Nebenwirkung. „Wir konnten die fixen Gruppen im Unternehmen etwas aufbrechen, mit dem Effekt, dass das Verständnis für andere Problemstellungen gefördert wurde und die unterschiedlichen Führungsgruppen nicht so sehr in der eigenen Suppe kochen“, betont Klampfer. Zwar wurden auch jüngere Führungskräfte in die Ausbildung mit an Bord geholt, als reine Kaderschmiede will man die WIFI-Führungskräfteausbildung aber nicht verstehen. „Auch ältere Führungskräfte haben von der Ausbildung profitiert und vielleicht neue Sichtweisen kennengelernt“, betont Klampfer.

Alle Führungskräfte durchlaufen bei AR Carton eine maßgeschneiderte Ausbildung.

WIFI-Beratung schon vor dem Kursstart

Unternehmen, die sich für so ein individuelles Kurskonzept interessieren, rät die HR-Assistentin, Abstimmungstermine mit den Bildungsexperten am WIFI Steiermark anzusetzen. Dabei sei es wichtig, die Zielsetzungen genau zu definieren, sagt Klampfer: „Wenn ich das als Unternehmen nicht weiß, dann kann das WIFI mit Lehrgangsleiterin Barbara Waldhuber kein gutes Programm erarbeiten. Unterstützung gibt es dabei vom WIFI selbst.“ Ohne diese Zielsetzungen sei es sowohl für den Trainer als auch für die Teilnehmer schwierig einen konkreten Nutzen aus der Ausbildung zu ziehen. „Wir haben uns bewusst für ein Inhouse-Training entschieden und konnten so ein vorhandenes Ausbildungskonzept für unsere Bedürfnisse adaptieren“, erzählt Klampfer und betont, dass besonders die Themen Führung, Kommunikation und der Umgang im Team eine besonders große Rolle in ihrer individuellen Ausbildung spielen.

Auch die flexible Termingestaltung war eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg der Ausbildung. „Wir arbeiten im Schichtbetrieb und anders hätten wir eine so umfassende Ausbildung gar nicht organisieren können“, so Klampfer. Die Termine selbst finden aber nicht am Firmenstandort statt und das aus gutem Grund. „Würden wir in unseren eigenen Räumen die Ausbildung durchführen, würden die Führungskräfte zu schnell wieder in ihre Managementrolle schlüpfen und wegen jeder Kleinigkeit und jeder anstehenden Entscheidung den Raum verlassen. Deshalb haben wir uns bewusst für ein Seminarhotel entschieden. Das fördert die Teamentwicklung und sichert einen ungestörten Kurstag“, erklärt Szabó.

Führungskräfte: Ausbildung als Ergänzung zu bestehendem Know-how

Jetzt – nach der dritten Ausbildungsrunde – ist das gesamt mittlere Management mit dem WIFI-Know-how in Sachen Führung ausgestattet. Das Feedback war durchwegs positiv, erzählt Szabó: „Obwohl die Skepsis, besonders aus dem Produktionsbereich, zu Beginn groß war. Wir haben aber von Anfang an kommuniziert, dass die Führungskräfte nicht in die Fortbildung müssen, weil sie etwas nicht können. Unser Ausbildungsprogramm war immer als hochwertige Ergänzung gedacht.“ Veränderungen im Unternehmen selbst haben sich durch die Ausbildung erst verzögert bemerkbar gemacht, stellt der Geschäftsführer fest: „Aber wir merken schon, dass sich im Führungsverhalten etwas verändert hat und gegenseitiges Verständnis auch zwischen den Abteilungen oft mehr da ist als zuvor. Spannungen können jetzt schneller entschärft werden.“ Das Feedback über das gesamte Programm und insbesondere über die Trainerin Barbara Waldhuber war exzellent.

Haben wir Ihr Interesse geweckt?

Fotos: AR Carton

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