Linux ist das weltweit am häufigsten verwendete Betriebssystem

Wunder ist das keines, schließlich hat Linux einiges am „Kasten“. Es steckt im Raspberry Pi genauso wie in den schnellsten Supercomputern, in Kameras und Spielsachen, in autonomen Fahrzeugen oder in der Industrie 4.0 … Bei jeder Suchanfrage an Google kommt Linux zum Einsatz, Android ist ein Betriebssystem auf Linux-Basis für Smartphones, das viele Hersteller nutzen. Sogar die Animationen im Film „Titanic“ wurden mit Linux-Rechnern berechnet.Und dann wären da natürlich noch die zahlreichen Server-Systeme weltweit. Es gibt wenig, was mit Linux vergleichbar wäre.

Linux – stabil und frei

Linux ist als leistungsfähiges, preiswertes, hochstabiles, sicheres und ressourcenschonendes, multitaskingfähiges Mehrbenutzer-Betriebssystem bekannt und noch dazu „frei“. Das heißt, es wurde und wird unter der Idee des freien und offenen Quellcodes programmiert und verteilt. Man bezahlt keine Lizenzgebühr und kann dank Open Source-System auch „hinter die Kulisse schauen“. Kurz gesagt: Wer im IT-Bereich arbeitet oder dies anstrebt, sollte sich mit Linux auseinandersetzen. Linux-Spezialistinnen und Spezialisten werden immer gesucht – und das weltweit.

„Linux ist eine starke Basis für SAP ERP-Systeme, SAP wird auf Linux entwickelt. Linux ist bekannt dafür, dass es so gut wie nie abstürzt und auch nach außen hin sehr sicher ist. Außerdem ist es einfach zu administrieren, weil man in die Konfiguration sehr gut eingreifen kann.“ – Gerd Radl, WIFI-Trainer u. a. im Lehrgang „Linux Administration“.

Linux und Containersysteme

Spannend ist auch, dass inzwischen Microsoft der größte Linux-Anbieter ist. „Der Grund dafür ist, dass diverse Software und Services in der Microsoft-Cloud auf Linux-Basis laufen“, erklärt der IT-Profi. Wir (sofern wir älter sind) erinnern uns: Früher installierte ein IT-Techniker einen Server und darauf griffen die Leute zu. Stieg die Last, musste die Serverlandschaft erweitert werden. Heute dagegen starte ich einen „Container“. Und wenn der zu wenig ist, schalte ich den nächsten je nach Aufkommen dazu. Das ist dynamischer und deckt kostengünstig Lastspitzen ab.

Linux und Apple?

„Apples Mac OS basiert auf BSD-Unix“, erläutert Gerd Radl. „Das ist Linux-ähnlich. Wenn man Linux kennt, kann man auf der Kommandozeile auch Mac OS leicht administrieren und konfigurieren.“ Gleichzeitig weist er darauf hin, dass Linux am Arbeitsplatz-PC nicht in derselben Liga wie Windows (80 Prozent) und Mac (15 Prozent) spielt. Linux ist für den Desktop-Anwender kein großes Thema, Linux ist stark im Cloud- und Serverbereich – und daher eben für Netzwerk- und Systemadministratoren so wichtig.

Linux-Spezialisten gesucht

„Entwicklung und Automatisierung, also diejenigen Abteilungen in Unternehmen, die Software programmieren, setzen immer stärker auf Linux-Umgebungen“, weiß der Experte und WIFI-Trainer. In den Lehrgängen für Administratoren vermittelt das WIFI eine solide Basis an Wissen und Können. Die Absolventinnen und Absolventen können Linux-Server vorbereiten und administrieren, Erfahrung im Berufsleben müssen sie natürlich noch sammeln. Ambitionierte Leute mit Linux-Kenntnissen werden von den Unternehmen jedoch oft dringend gesucht.

Wo Linux überall drin steckt:

Linux hält auch über den Serverbereich hinaus Einzug in immer mehr Systeme (obwohl man da natürlich selten etwas administrieren oder programmieren kann). „Mein Sohn hat sich zum Beispiel eine professionelle Kamera gekauft und auch da läuft Linux drauf. Ich war echt erstaunt“, erzählt Gerd Radl. Sogar in vielem Spielzeug steckt Linux. Oder in den Raspberry Pis, diesen scheckkartengroßen 30-Euro-Minicomputern, die nicht nur bei Studenten beliebt sind. Das geht dann bis zur Automatisierung und in den Bereich Robotik.

Betriebssystem von klein bis riesengroß

„Linux hat eine enorme Bandbreite“, so Radl. „Das Betriebssystem ist extrem skalierbar und reicht von sehr wenig Strom verbrauchenden Kleinstsystemen bis zum Supercomputer. Linux deckt alles ab.“ Linux-Cluster befinden sich mittlerweile sehr zahlreich unter den Top 500 der schnellsten Rechner der Welt. Und das Beste daran: Linux entwickelt sich ständig weiter. Denn seit Linus Torvalds vor 28 Jahren Linux 0.01 ins Internet stellte, wird es von unzähligen Experten wie Privaten in vielen Facetten weiterentwickelt. Heute ist Linux aus der IT-Welt nicht mehr wegzudenken.

Gerd Radl ist bei der Fa. Anton Paar als Department Manager für Client Services angestellt, wo er für 4.000 Clients weltweit verantwortlich ist und 40 SAP-Server, die alle auf Linux laufen, administriert. Zudem unterrichtet er auf der FH Joanneum und am WIFI Steiermark in Linux- und Office-Kursen.

 

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Fotos: KK, © AdobeStock / cendeced

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