Was versteht man unter „Performance Management“?

Es ist Zeit, aufzuwachen. Die Zukunft des Controllings ist digital. Vorbei sind die Zeiten, in denen sich Unternehmen rein auf eine Kostenrechnung verlassen haben. In Zukunft heißt es: Leistungspotenziale erkennen und nutzen. Und automatisieren, was automatisiert werden kann. Performance Management nimmt sich dieser Herausforderungen der Zukunft an.

In einer digital immer stärker vernetzten Welt ist eines für Unternehmen besonders wichtig: Vorausschauendes Handeln. Es genügt nicht mehr, sich rein auf die Zahlen zu verlassen. Man muss auch imstande sein, aus ihnen die richtigen Schlüsse zu ziehen. Studierende des WIFI Steiermark Masterstudiums „MBA Controlling und Performance Management“ in Kooperation mit der FH CAMPUS 02 setzen sich mit diesen neuen, digitalen Möglichkeiten für Controlling-Prozesse in Unternehmen auseinander. Das Ziel: Controlling und Performance Management weiterzudenken und auf die veränderten Umstände zu reagieren. Aber was genau ist Performance Management eigentlich?

Philipp Lenger WIFI Steiermark Controlling und Performance Management
Philipp Lenger ist Lehrgangsleiter des Masterstudiums „MBA Controlling und Performance Management“. Er sieht in der Digitalisierung viele Chancen für die Leistungssteigerung von Unternehmen.

Was ist Performance Management?

„Performance Management ist ein Fitnesskurs für Unternehmen“, erklärt Philipp Lenger, Lehrgangsleiter des Masterstudiums am WIFI Steiermark „Das heißt: Performance Management beschäftigt sich mit der Leistungssteigerung von Unternehmen. Es erkennt Leistungspotenziale, aber auch Schwächen im Unternehmen, und optimiert sie.“

Performance Management umfasst u.a. Strategisches Controlling, Planung und Budgetierung, Kostenrechnung, Reporting, aber auch Risikomanagement und digitale Transformationsprozesse. Gerade letztere sind in Zeiten der Digitalisierung für Controller ein unumgängliches Thema. Insgesamt geht es um die sinnvolle Nutzung von Daten und Zahlen sowie die Weiterentwicklung des Unternehmens.

Für die Leistungssteigerung eines Unternehmens existieren grundsätzlich vier „Stellhebel“, die das Performance Management im Blick behält:

  • Strategische, wertorientierte Planung
  • Reporting (insbesondere mit Schwerpunkt auf das „Reporting der Zukunft“)
  • Werttreiberplanung (Welche Werttreiber werden in Zukunft den Wert meines Unternehmens mitbestimmen?)
  • Predictive Analytics (Wie nutze ich meine vorhandenen Daten sinnvoll und was verraten sie mir über die Zukunft?)

Es zeigt sich an diesen „Stellhebeln“ deutlich, dass Performance Management weit mehr als den Ist-Zustand analysiert. Viel mehr leitet es aus den vorhandenen Zahlen Zusammenhänge ab, simuliert mögliche Entwicklungen („Predictive“) und unternimmt entsprechende Schritte („Prescriptive“), um den Unternehmenserfolg langfristig zu sichern.

Der digitale Controller als Zukunftsmodell

Philipp Lenger sieht in Zeiten der Digitalisierung die ganze Controlling-Branche einem Wandel unterworfen: „In der digitalen Welt von heute ist nicht nur Betriebswirtschaft ein Kernthema, sondern zunehmend auch Statistik und ihre Auswertungsmöglichkeiten, Kommunikationsfähigkeiten und Social Skills. Es sind Transformationsprozesse, an denen der Controller von morgen maßgeblich mitbeteiligt ist. Quasi als Steuermann, der den Kapitän unterstützt und leitet.“

Der „digitale Controller“ ist künftig also kein reiner „Zahlen-Nerd“ mehr, sondern eine Art Co-Manager im Unternehmen. Er sollte in der Lage sein, verschiedene Businessmodelle zu challengen, Daten zu filtern und sinnvoll aufzubereiten, die richtigen Kennzahlen zur richtigen Zeit zu erkennen – kurz, das „Big Picture“ anschaulich darzustellen und so auch der Geschäftsführung zu vermitteln.

Die Entwicklung zeigt, dass die Menge an Daten, die es auszuwerten gilt, immer gewaltiger wird (Stichwort „big data“). Das Ziel ist also ein „Lean Management“ – ein schlankes Controlling und agiles Projektmanagement, das effektiv und vor allem schnell arbeitet. „Speed matters“ ist die Devise und das gilt auch im Performance Management.

Digitale Transformationsprozesse nutzen

Um diese riesigen Datenmengen zu kategorisieren und aufzubereiten, können und sollen sich Controller zukünftig noch mehr Vorteile der Digitalisierung zunutze machen. „Was auch immer automatisiert werden kann, soll automatisiert werden“, sagt Philipp Lenger dazu. Viele Prozesse innerhalb eines Unternehmens können standardisiert und automatisiert werden. Etwa durch die Nutzung von Robotics oder künstlicher Intelligenz, aber auch durch die Programmierung von Algorithmen, die relevante Zahlen filtern und clustern. Ein Controller bringt künftig im Idealfall also auch statistisches Wissen mit, um verfügbare Daten nutzbar zu machen und damit Entwicklungen zu simulieren.

„Durch einen solchen Transformationsprozess ist es mir möglich, Muster zu entdecken und auf andere Bereiche meines Unternehmens anzuwenden“, erklärt Herr Lenger, „Indem ich zum Beispiel die Entwicklung meines Umsatzes in gewissen Regionen beobachte, kann ich auch erkennen, ob ich davon etwas in neue Märkte mitnehmen kann.“

All diese Entwicklungen machen eines klar: Performance Management ist ein Marathon, kein Sprint. Der Fortschritt von der klassischen Kostenrechnung zum wertorientierten und digitalen Controlling braucht seine Zeit. Doch es ist eine Umstellung, die sich für Unternehmen lohnt – insbesondere, da sich die „digitale Welt“ in Zukunft nicht langsamer drehen wird.

 

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