MSc Handelsmanagement Günther Kokol

Human-Ressource-Management als Leuchtkraft des Unternehmens

Heutige Unternehmen können nicht mehr nur darauf vertrauen, dass der Arbeitsmarkt alle benötigten Arbeitskräfte „liefert“. Vielmehr muss ein Betrieb selbst in der Lage sein, seine MitarbeiterInnen auf hohem Level auszubilden. Günther Kokol, Annahmeleiter im steirischen Automobilhandelsunternehmen PAPPAS Steiermark GmbH, widmete sich diesem Thema in seiner Masterthesis für den „MSc Handelsmanagement“. Die Prämisse: Es ist an den Betrieben, „Leuchtkraft“ nach außen zu entwickeln.

Günther Kokols berufliche Laufbahn begann wie fast jede ihrer Art mit einer konventionellen Ausbildung und der Intention, in seinem gewählten Beruf laufend weiterzukommen. Nach rund zehn Jahren als Kundenberater beim Traditionsbetrieb PAPPAS Steiermark GmbH mit Schwerpunkt auf High Performance-Fahrzeuge von Mercedes-AMG stellte sich Günther Kokol dann fast zwangsläufig die Frage: „Was kann ich nun weitermachen? Ich war immer sehr technikaffin. Aber in meinen Jahren im Kundendienst habe ich auch meine Leidenschaft für die Betriebswirtschaft und für die Arbeit mit Menschen entdeckt. Meine Weiterbildung sollte mir also ermöglichen, diese Leidenschaft zu vertiefen.“

Heute hat Günther Kokol als frischgebackener Absolvent des WIFI Steiermark Masterstudiums „MSc Handelsmanagement“ in Kooperation mit der FHWien der WKW ein neues Kapitel aufgeschlagen. Auch wenn das vergangene Halbjahr durch die Corona-Krise so manche Schwierigkeit mit sich brachte, konnte die flexible Umstellung der WIFI-Präsenzeinheiten auf digitale Inhalte eine längere Unterbrechung des Masterlehrgangs verhindern.

MSc Masterstudium Handelsmanagement Pappas Graz
PAPPAS-Geschäftsführer Ing. Wolfgang Prisching, Betriebsleiter Ing. Karl Pross und „MSc Handelsmanagement“-Absolvent Günther Kokol (Mitte) wollen das Wertesystem ihres Unternehmens auch an nachfolgende Generationen weitergeben.

 MitarbeiterInnenbindung neu gedacht

Flexibel auf veränderte Umstände reagieren – das ist heute auch für Unternehmen ein nicht mehr vernachlässigbarer Faktor für den Unternehmenserfolg. Gerade im Bereich der MitarbeiterInnenführung sind neue Strategien unerlässlich. Welche Rolle dabei die Unternehmensführung einnimmt, behandelte Günther Kokol in seiner abschließenden Masterthesis. Unter dem Titel „Führungskompetenzen zur intergenerationellen MitarbeiterInnenbindung in metallverarbeitenden Unternehmen“ widmete er sich dem „Produktionsfaktor Mensch“. Und erteilt diesem Begriff von Beginn an eine Absage:

„Menschen sind nicht nur ein Faktor in einem Unternehmen, sondern haben Wünsche und Bedürfnisse und eine genaue Vorstellung ihres Arbeitgebers. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels, der auch in unserer Branche allgegenwärtig ist, wollte ich erarbeiten, wie es heute möglich ist, Menschen an Unternehmen zu binden.“

Als Grundlage für seine Masterthesis setzte Herr Kokol auf Interviews mit Führungskräften aus Gewerbe und Industrie: „Ich tat mir relativ leicht, Gesprächspartner für den empirischen Teil meiner Arbeit zu finden, da ich ein sehr großes Netzwerk habe. Mir war vor allem wichtig, einen guten Mix aus verschiedenen Bereichen abzudecken und die Prioritäten der einzelnen Partner klar herauszuarbeiten.“

Wer Leistung fordert, muss Sinn bieten

Und diese gleichen sich zu einem großen Teil, denn: Unternehmen dürfen sich heute nicht mehr nur auf Recruiting fokussieren und darauf, Arbeitsplätze über den Markt zu besetzen. Vielmehr liegt der Schwerpunkt auf organischem Wachstum, indem Unternehmen „Leuchtkraft“ entwickeln und sich für junge Arbeitskräfte möglichst attraktiv machen. Diese können dann auf hohem Level betriebsintern aus- und weitergebildet werden. So stellen die Unternehmen sicher, dass das Wertesystem der einzelnen Generationen auch zukünftig beibehalten wird.

Und auch die MitarbeiterInnen profitieren von Weiterbildungsmöglichkeiten, die sie auf ihrer beruflichen Laufbahn voranbringen. Ein heutzutage nicht unwichtiger Aspekt bei der Wahl des Arbeitgebers. „Wer Leistung fordert, muss Sinn bieten,“ ist das Motto, das in Günther Kokols Masterthesis klar im Vordergrund steht. Es ist ein aktuelles Thema, das viele Branchen umtreibt und fast zwangsläufig zu einem Umdenken bewegt. Flexiblere Gestaltung der Arbeitszeiten, Möglichkeiten für Home-Office, betriebsinterne Angebote für MitarbeiterInnen – all das kann die „Leuchtkraft“ eines Unternehmens stärken. Doch es liegt an den einzelnen Betrieben, herauszufinden, was den Bedürfnissen ihrer MitarbeiterInnen wirklich entspricht und welche Ressourcen dafür freigemacht werden können.

MSc Masterstudium Handelsmanagement Pappas Lehrlinge
Auch die Lehrlinge in der KFZ-Technik von PAPPAS sind mehr als nur Mitarbeiter – sie sind wertvolle Fachkräfte mit Potenzial für die Zukunft des Unternehmens.

Fünf Säulen der Leuchtkraft für Unternehmen

Im konkreten Fall von PAPPAS GmbH hat das Unternehmen fünf Bereiche definiert, denen besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird. Sie spiegeln sich symbolisch im Logo des Unternehmens den Werte-Stern wider und verstehen sich als strategische Ausrichtung nach innen wie nach außen:

  • PEOPLE: Die MitarbeiterInnen als wichtigstes Kapital des Unternehmens profitieren von einem konzernweiten Entwicklungsprogramm. Unternehmensspezifisch gut geeignete Personen werden für den internen Nachwuchsführungskräftepool ausgebildet und so langfristig an den Betrieb gebunden.
  • PASSION: Die besten Ideen liefern immer noch die, die jeden Tag tatkräftig im Unternehmen mitarbeiten. Darum hat PAPPAS GmbH ein internes Kommunikationstool ins Leben gerufen, um Ideen für das Unternehmen einzubringen. Zahlreiche MitarbeiterInnen beteiligten sich bereits mit ihren Vorschlägen. Ein Zeichen, dass Mitspracherecht ein wichtiges Kriterium ist.
  • PERFECTION: Mit internen Projekten zur Neuausrichtung und Weiterentwicklung des Unternehmens bleibt der Konzern zukunftsfit und immer auf dem neuesten Stand. Etwa in den Bereichen Organisation oder Personalmanagement.
  • PERFORMANCE: MitarbeiterInnen werden aktiv in Neuerungen und Erweiterungen des Unternehmens eingebunden – etwa durch exklusive Events oder Einladungen zu Sneak Peeks.
  • PROFITABILITY: Am Ende des Tages sind natürlich auch die Zahlen für den Unternehmenserfolg ausschlaggebend. Eine möglichst transparente Darstellung ist hierbei besonders wichtig.

Diese fünf „Säulen“ sind bereits für Lehrlinge bei der Bewerbung ersichtlich und ziehen sich so vom Nachwuchs bis in die Geschäftsführungsebene. So stellt PAPPAS sicher, dass das Wertesystem für alle MitarbeiterInnen gültig ist.

Handelsmanagement: Herausforderung angenommen

Wie viele Unternehmer, die sich an eine akademische Weiterbildung wagen, ist auch Günther Kokol mit der Herausforderung eines berufsbegleitenden Studiums gewachsen. „Zuallererst war ich im Zwiespalt, ob ich alles zeitlich schaffe und ob das Masterstudium „MSc Handelsmanagement“ für mich geeignet ist. Aber schon bei den Informationsabenden am WIFI Graz war klar, dass alle meine KollegInnen sehr ähnliche Voraussetzungen haben wie ich,“ erzählt Herr Kokol. „Sie stammen aus den unterschiedlichsten Branchen. Produkthandel, Kosmetikindustrie, Tourismus, Logistik, Transportwesen… fast jeder Unternehmer kann daraus etwas für sich mitnehmen. Und das Netzwerk, das sich aus dem Austausch untereinander ergibt, ist mindestens genauso wertvoll.“

Der „MSc Handelsmanagement“ schult also noch viele weitere Kompetenzen, die über das reine Handelssegment hinausgehen. Verkaufspsychologie, Managementsysteme oder Marketing sind nur einige Inhalte des Curriculums, die Günther Kokol auch schon während des Studiums in seinem Arbeitsumfeld anwenden konnte. Und auch auf persönlicher Ebene hat das Masterstudium viel Veränderung mit sich gebracht. „Es hat meinen Horizont und meinen Blick für das Wesentliche geweitet. Man sieht plötzlich viel mehr Dinge, die einem wichtig sind. Und das ist besonders im Umgang mit unseren MitarbeiterInnen ein wesentlicher Faktor und Pluspunkt.“

 

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