• 14. April 2021 12:07

Dobrodošli! – Den Sommer verbringen viele Kroaten am Meer …

„Bei uns ist das Meer im Sommer extrem populär. Auch wenn man im Landesinneren lebt, ist es ein Must-have, in der heißen Jahreszeit am Meer zu sein. Ich war als Kind JEDES Jahr mit meiner ganzen Familie am Meer“, gibt die WIFI-Kroatisch-Sprachtrainerin Maja Simin einen Einblick in die Gewohnheiten ihrer Landsleute. Ihr Zusatz: „Im Winter fährt man dann zum Schiurlaub nach Österreich. Das wird von Jahr zu Jahr populärer.“

Kroatisch, Bosnisch, Serbisch …

Wer also (ein wenig) Kroatisch kann und im Land Urlaub macht, hat viel Gelegenheit, sich in der Sprache zu üben. Und die Kroaten wissen es zu schätzen, wenn jemand in ihrer Sprache mit ihnen kommuniziert – es muss grammatikalisch auch nicht perfekt sein. Hat man in Bosnien oder Serbien zu tun, nutzen die Kroatisch-Kenntnisse auch dort. „Kroatisch zu Bosnisch oder Serbisch ist ein wenig wie Österreichisch zu Deutsch“, erklärt die Sprachenexpertin. Sie muss es wissen, hat sie ihre Diplomarbeit als Dolmetsch doch über genau dieses Thema verfasst …

Wie pünktlich ist man in Kroatien?

„Also eine Viertel- bis halbe Stunde muss man bei Terminvereinbarungen schon dazurechnen“, weiß die Sprachtrainerin. „Wenn wir uns für sieben Uhr verabreden, kann es durchaus dreiviertel acht werden. Wir verspäten uns viel öfter als in Österreich üblich, das ist bei uns ganz normal. Für die Kroatisch-Kurse am WIFI gilt aber natürlich nicht“, lacht sie. Außerhalb der Coronazeiten begrüßt man sich in Kroatien übrigens mit einem emotionalen Küsschen und mit einem „Bok!“ für „Hallo!“. Ist es mehr offiziell oder ein Business-Termin sagt man „Dobar Dan!“, also Guten Tag!“

Kinder als lautstarker Mittelpunkt

Um die Kinder dreht sich in kroatischen Familien alles“, meint Maja Simin. Man feiert Kindergeburtstage oder auch die Matura riesengroß. „Ich glaube manchmal, wir übertreiben damit fast ein bisschen. Aber wir feiern einfach gerne. Hochzeiten dauern oft drei Tage lang und haben 300 Gäste. Die Familie geht uns über alles – die Großeltern finden es auch ganz normal, auf die Enkel zu schauen. Viel öfter als in Österreich.“

Sprachtrainerin und viel mehr …

Wenn Maja Simin aus ihrer alten Heimat erzählt, ist es immer authentisch – unverfälschtere Infos über Land, Kultur, Kulinarik und Leute kann man kaum bekommen. Und all das liefert sie in den WIFI-Sprachkursen fast wie nebenbei mit: Zum Beispiel, dass die schönsten Strände und Inseln in Mitteldalmatien zu finden sind. Oder dass man zum Fisch natürlich kroatischen Rotwein genießt: „Es darf aber auch ein Šljivovica sein!“ – Wobei Das Wort šljiva natürlich von der Zwetschke kommt. Auch das gehört zum gemeinsamen Essen, zum Urlaub und zum Feiern einfach dazu …

Heimweh nach „Sarma“ …

Auch Gordana Đuričić [ˈdschu:ritschitsch] aus der Nähe von Zagreb ist Kroatisch-Trainerin am WIFI Steiermark. „Ja sam Gordana“, stellt sie sich im Anfängerkurs einfach vor. Wer übrigens glaubt, er kenne kein einziges kroatisches Wort, wird sich jetzt gleich wundern. Ćevapčići, ražnjići, pršut (Schinken), palačinke (Palatschinke), pivo (Bier), kava (Kaffee), čaj (Tee), Doviđenja! (Auf Wiedersehen) … Nach so einem Anfängerkurs kann man sich nicht nur rund ums Essen und Trinken unterhalten. Auch viele andere Themen des täglichen Lebens erschließen sich einem in Kroatisch. Dafür wird im Kurs gelesen, gesprochen, geschrieben, gespielt, Video geschaut und Musik gehört, wobei aktuell eventuell auch Online-Stunden im Kurs integriert sind.

 

… die Sauerkrautroulade

Auch beliebt: Rezepte tauschen. Während Gordana Đuričić meint, Österreicher und Kroaten seien sich in der Mentalität durchaus ähnlich, vermisst sie hierzulande doch auch etwas schmerzhaft: die Sauerkrautrouladen, sarma! Dafür werden ganze Blätter Sauerkraut benötigt und die gibt es in Österreich einfach nicht. Gefüllt werden diese Blätter mit faschiertem Fleisch, gekochtem Reis und Wurzelgemüse.

Kroatische Dialekte und Hrvatski

Und weil Gordana Đuričić neben Deutsch auch Steirisch gelernt hat, erklärt sie uns, dass es natürlich auch im kleinen Kroatien (ca. vier Mio. Einwohner) Dialekte gibt. In den Küstenregionen, auf vielen Inseln und in der Region Lika wird Chakavian gesprochen. Im nördlichen und nordwestlichen Kroatien ist Kajkavian angesagt. Und im restlichen Kroatien wird Štokavian gesprochen. Am WIFI lernt man aber natürlich die kroatische Schriftsprache hrvatski standardni jezik.

Sie haben Lust auf mehr Kroatien und Kroatisch?

Mag. Maja Simin hat in Graz Dolmetsch für Bosnisch, Kroatisch, Serbisch, Deutsch und Englisch studiert und unterrichtet Kroatisch samt der „angrenzenden“ Sprachenfamilie seit bald 15 Jahren: „Schon vor der Matura in Bosnien war es mein Wunsch, Deutsch zu studieren. Sprachen haben mich immer interessiert. Schon als Kind, als ich noch kein einziges Wort Deutsch konnte, habe ich deutsches und britisches Fernsehen geschaut.

Graz ist von meiner Heimatstadt etwa 370 Kilometer entfernt, das sind an die vier Stunden Fahrt. Mein Vater hat mir damals angeboten, dass er mein Studium hier finanziert. Die Idee war, dass ich ihm mit meinen Sprachkenntnissen danach in seiner Export-Import Firma helfe … Das Schicksal hat es aber anders gewollt und ich bin in Graz geblieben. Heute bin ich verheiratet, mein Mann ist Pianist und hat sein Jazz-Studium an der Kunstuni Graz abgeschlossen. Unsere ältere Tochter besucht die dritte Klasse Volksschule und die Kleine ist gerade ein Jahr alt geworden. Graz ist heute mein Zuhause. Umso mehr freue ich mich, Interessierten hier meine Muttersprache weitergeben zu können!“

 

 

Die Professorin für kroatische Sprache und Literatur, Schulassistentin und WIFI-Trainerin Gordana Đuričić ist in Križevci geboren [ˈkriːʒɛʋtsi] (deutsch Kreuz), einer 21.000-Einwohner-Stadt 60 Kilometer von Zagreb entfernt. Heute wohnt sie in der Weststeiermark. „Das Meer und die Familie fehlen mir natürlich“, sagt sie. „Umso schöner ist es, wenn ich meine Sprache am WIFI unterrichten darf.“

 

Willkommen in den einzigartigen Sprachkursen am WIFI Steiermark!

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