• 5. August 2021 22:41

WBL-Q: Gemeinsam die Qualität des berufsbegleitenden Lernens heben

Eventmanagement ist mehr als eine Idee

Work-Based Learning Quality – kurz WBL-Q – ist ein EU-weites Projekt mit einem hochgesteckten Ziel: Die Qualität des berufsbegleitenden Lernens in Europa zu verbessern und zu vereinheitlichen. Gelingen soll dies mit einem hochwertigen Tool für Unternehmen zur Selbstevaluierung. In Österreich nehmen dafür WKO und WIFI Steiermark als Projektpartner teil.

Work-Based Learning, was so viel bedeutet wie „Lernen am Arbeitsplatz“, ist in der hiesigen Arbeitswelt gang und gäbe. Beispielsweise erlangen Lehrlinge den Großteil ihrer Kenntnisse während der eigentlichen Arbeit in ihrem Betrieb. Auch praxisorientierte Weiterbildung wie in den Kursen des WIFI Steiermark zählen zu WBL. In Österreich sind diese arbeitsbasierten Lernmethoden sowohl in der Unternehmenslandschaft als auch in Bildungsbereich also bereits feste Bestandteile.

Doch österreich- sowie EU-weit unterscheiden sich diese Modelle oftmals sehr stark – teilweise sogar auf regionaler Ebene. Das bedeutet nicht, dass die Ausbildungen in anderen EU-Ländern oder Regionen deshalb besser oder schlechter sind. Allerdings erschweren die unterschiedlichen Zugänge den Vergleich untereinander erheblich.

Mit dem EU-geförderten ERASMUS+-Projekt „WBL-Q“ sollen nun Richtlinien geschaffen werden, um WBL in Betrieben europaweit zu integrieren. Vor allem die Unternehmen sollen dadurch einen Anhaltspunkt haben, wie es um die Ausbildungsqualität in ihrem eigenen Betrieb steht. Ziel des Projektes ist ein für alle verfügbares Produkt, mit dem Unternehmen selbst testen können, ob sie zukunftssicher aufgestellt sind – gerade im Hinblick auf gegenwärtige und zukünftige Entwicklungen (wie Demographie und Fachkräftemangel). Kernpunkte des Projektes sind ein ausgiebiges Evaluierungstool mit „Stress-Test“ sowie ein Handbuch für Mentoren.

 

WBL für Unternehmen zugänglich machen

Das Projekt „WBL-Q“ („Work-Based Learning Quality”) ist die nächste Stufe der Projekte „ECVETgoesBusiness“ und „WBL Accelerator“. Beide Projekte lieferten bereits wichtige Grundlagen für die weiteren Phasen des Gesamtprojektes. Dieses ist eine Partnerschaft von Organisationen aus Österreich, Deutschland, Slowenien, Spanien, Irland und Ungarn und setzt sich in der aktuellen Phase intensiv mit dem europäischen Verständnis von Ausbildungsqualität auseinander. Unternehmen soll es zukünftig möglich sein, ihre eigene Ausbildungsqualität zu evaluieren und mit anderen Firmen zu vergleichen. Dadurch können Unternehmen auf individuelle Stärken und Schwächen ihrer Ausbildung reagieren und so die Qualität erhöhen. Hier taucht bereits eine erste Schwierigkeit auf, denn: Bildungssprache ist nicht gleich Unternehmenssprache. Erstere ist meistens sehr komplex und für Firmen schwer verständlich. Das Projekt soll diese Informationen zukünftig also „handlicher“ verpacken, damit wirklich jeder sie auch nutzen kann.

Hinzu kommt, dass jedes Bildungssystem in jedem EU-Land anders aufgebaut ist. Entsprechend gibt es auch in Unternehmen unterschiedliche Leitlinien für Aus- und Weiterbildung. Auch Zukunftsthemen wie die Digitalisierung werden verschieden gehandhabt.

 

Selbstevaluierung für Unternehmen

Aufgrund dessen war der erste, wichtige Schritt im Rahmen des Projektes eine umfassende Studie. Sie bezog ausgewählte Experten aus den Partnerländern und in weiterer Folge 300 Akteure des arbeitsbasierten Lernens mit ein. In einer breiten Online-Umfrage wurden die eigenen Qualitätskriterien für WBL und Meinungen zu den europaweiten Plänen des Projektes abgefragt. Diese Pläne beinhalten unter anderem ein Selbstevaluierungstool für Unternehmen, in das auch ein Stress-Test integriert ist. Diese Tools sollen es Firmen ermöglichen, die Qualität ihrer eigenen Lehrlingsausbildung und arbeitsplatzorientierten Qualifizierungssysteme besser zu beurteilen, auch im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen. Die Studienergebnisse lassen sich online auf der Projektseite von WBL-Q abfragen.

Der Studienbericht bildet aber nicht nur die Basis für das Evaluierungstool, sondern auch für ein Handbuch für verantwortliche Mitarbeiter/innen (meist die Ausbildenden, zusammenfassend „Mentoren“ genannt). Mithilfe dieses Handbuchs lassen sich die Evaluierungsergebnisse interpretieren und in konkrete Verbesserungs- und Weiterentwicklungsmaßnahmen im Unternehmen umsetzen – und das europaweit. Zusätzlich soll das Handbuch die effektive Anwendung eines WBL-Systems erklären und die schwer verständliche Bildungs- in Unternehmenssprache „übersetzen“. Voraussichtlich mit Projektende 2022 werden diese Instrumente für interessierte Betriebe zugänglich.

 

WKO und WIFI Steiermark als Partner

Mit Projekten wie „WBL-Q“ rückt Ausbildungsqualität also mehr und mehr in den Fokus. Und damit auch Bildungseinrichtungen wie das WIFI Steiermark. Aus- und Weiterbildung bedeutet heutzutage schließlich nicht nur, sich Wissen anzueignen. Es geht darum, Fachkräfte auszubilden, die auch tatsächlich gebraucht und spezifisch eingesetzt werden. Zusammen mit der WKO unterstützt das WIFI Steiermark deshalb die Produktentwicklung und Umsetzung der EU-weiten Tools und gibt dadurch Unternehmen in ganz Europa die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und weiterhin als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben. Zugleich schließt es Lücken zwischen Bildungsbereich und Arbeitswelt und eröffnet Arbeitskräften von morgen neue Perspektiven.

 

Agreement Number: 2020-1-AT01-KA202-077966
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