• 5. August 2021 22:40

Talent Management 4.0 – machen wir die Welt der Arbeit zukunftsfit!

„Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die am Montag mit dem gleichen Feuer zur Arbeit gehen, wie sie es bisher nur in Richtung Wochenende gezeigt haben. Das ist meine Vision von einer funktionierenden Arbeitswelt. Für die Umsetzung brauchen die Unternehmen allerdings professionelle Unterstützung.“ – DI Claudia Reithner, Lehrgangsleiterin des neuen WIFI-Bildungsangebots „Talent Management 4.0“, fordert einen Paradigmenwechsel: „Wer den War for Talents gewinnen will, braucht einen neue Unternehmenskultur. Die Generationen Y und Z, geboren ab 1980 bzw. ab 1994, wechseln ihre Jobs, wenn es ihnen nicht mehr gefällt, sofort. Leben und Arbeit sind für sie eins, beides muss erfüllend und sinnstiftend sein. Nur wenn sie das, was sie machen, gerne tun, werden sie mitdenken und sich mit ihrer Leistung aktiv für den Unternehmenserfolg mit einbringen.“ – Dafür braucht es ein gelungenes Talent Management 4.0 – aber wie funktioniert das?

Was wollen die umkämpften Generationen?

Mitarbeitende im Alter von zirka 20 bis 40 Jahren wollen, abgesehen von Jobs mit Sinn, vor allem drei Dinge, weiß DI Reithner aus ihrer Berufserfahrung als New Work Coach. Das sind

  • flexible Arbeitszeiten,
  • die Möglichkeit zum Homeoffice und
  • vollzeitnahe Jobs.

„Immer weniger wollen tatsächlich 40 Stunden pro Woche oder noch länger mit All-In-Verträgen arbeiten“, berichtet die Talent-Management-Expertin. Oft teilen sich bereits zwei Personen einen Job, auch als Führungskraft. Dafür müssen neue Strukturen im Unternehmen etabliert werden. Das Modell kommt übrigens auch jungen Eltern zugute.“

„Vielerorts werden Mitarbeitende immer noch um acht Uhr angestellt und um 17 Uhr abgestellt und dazwischen passt man auf, dass sie nichts anstellen. Das kann’s doch nicht sein! Mir geht das Herz auf, wenn ich Unternehmen sehe, die Arbeit nicht nur neu denken, sondern sie auch neu leben. Der WIFI-Lehrgang Talent Management 4.0 gibt den Unternehmen Tools und Know-how für eine diesbezügliche Neuorientierung an die Hand. Damit die Unternehmen endlich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden und gewinnen, die sie schon so dringend suchen und die anschließend gemeinsam mit ihnen wachsen!“ – DI Claudia Reithner.

Was ist überhaupt ein „Talent“?

„Ja, genau das sollte sich jedes Unternehmen wirklich gut überlegen“, so Reithner. Welche Talente braucht man für die Gegenwart und Zukunft? Oft nehme die Geschäftsführung diesen Ball auf und werfe ihn einfach dem HR-Bereich zu. Das sei zu wenig. „Für das Talent Management 4.0 braucht es ALLE im Unternehmen. Das Thema muss strategisch angegangen, mit einem Umsetzungsplan nachhaltig integriert werden und ständig am Schirm sein.“ Dabei reiche es nicht, wie bisher die so genannten High Potentials als Leistungsträger zu identifizieren und zu fördern: „Diese Vorgehensweise ist nicht nur sehr frustrierend für all jene, die nicht in diese gesonderten Förderprogramme kommen. Dem Unternehmen entgeht zudem auch wertvolles, nicht erkanntes Potenzial“, warnt sie.

Jeder hat ein Talent!

Es ist Claudia Reithners tiefste Überzeugung, dass jede und jeder ein Talent hat. Das könne fachspezifisches Know-how sein, das es auf die Straße zu bringen gilt. Das könne zum Beispiel aber auch die Fähigkeit einer Führungskraft sein, Potenziale wahrzunehmen und die Werte, Bedürfnisse und Kompetenzen anderer zu erkennen. Mitarbeitende wollen gesehen und wertgeschätzt werden, das motiviert. Dabei sei es auch ok, wenn sich jemand nicht ununterbrochen weiterbilden, sondern einfach in Ruhe seinen Job erledigen wolle. „Man muss dann allerdings genau hinschauen, ob die Einstellung der Person eventuell deshalb vorliegt, weil sie an falscher Stelle eingesetzt ist …“

Wie erkennt man Talente?

„Es braucht eine achtsame Führungskultur“, sagt Reithner klar und stellt Tools dafür vor:
Die Führungskräfte sollten sich regelmäßig über die Potenziale der Mitarbeitenden austauschen und Gespräche mit den Mitarbeitern führen, um noch schlummernde Potenziale zu erkennen und zu heben. Dafür sind so genannte „Talente-Konferenzen“ sinnvoll, samt dem Einsatz einer Kompetenz-Matrix. Darüber hinaus ist der Einsatz professioneller Software wie beispielsweise „Skilltree“ von blueroots technology, einem Grazer Unternehmen, sehr wertvoll. Mit dem Tool werden die Kompetenzen im Unternehmen strukturiert erhoben und Mitarbeiter auch dazu motiviert, selbst ihre Skills und Talente zu erfassen sowie zu bewerten.

Schlüsselfaktoren beim Talent Management 4.0

Dabei denken wir natürlich an klassische Maßnahmen zur Weiterbildung, an Kurse, Trainings (on the Job), Coaching – aber bei weitem nicht nur. „Mindestens so wichtig ist es, Aufgaben und Verantwortung zu übertragen und den Mitarbeiter, die Mitarbeiterin bei der Umsetzung vertrauensvoll auf Augenhöhe zu begleiten“, schildert Reithner eine zentrale Rolle von Führungskräften. „Es fördert die Fähigkeiten wie auch die Motivation ungemein, Mitarbeitende als Mit-Unternehmer zu behandeln.“

Claudia Reithner leitet den WIFI-Lehrgang „Talent Management 4.0“

„Die ganzheitliche Organisations- und Mindset-Entwicklung durch Talent Management verhilft Ihrem Unternehmen zu deutlich mehr Klarheit, Effizienz und Raum für Innovation. Zudem wird Ihre Arbeitgebermarke sowie die Motivation Ihrer Mitarbeitenden nachhaltig gestärkt.“ – DI Claudia Reithner ist New Work Coach und Expertin für die Transformation von starren Organisations- und Arbeitsformen hin zu zukunfts- sowie mitarbeiterzentrierten Arbeitswelten. Durch ihre fundierte Erfahrung im Bereich Prozess- und Qualitätsmanagement sowie Recruiting, aber auch durch die Ausbildung zum systemischen Coach gelingt es ihr, die Schlüsselfaktoren für erfolgreiches Talent Management praxisnah, greifbar und lebendig zu vermitteln.

Sie finden es auch spannend und wichtig, Ihr Unternehmen in Bezug auf den War for Talents zukunftsfit zu machen und wollen das Potenzial von „Talent Managements 4.0“ am WIFI Steiermark für sich heben?

Fotos: Reithner, © AdobeStock / fizkes