Wie Extended Reality die Lehre am WIFI Steiermark ergänzt

Extended Reality ist schon lange keine Utopie mehr. Vor allem in der Gaming-Industrie sorgen unterschiedliche Anwendungen für einzigartige Spielerlebnisse. Technologien, die sich auch das WIFI Steiermark zunutze machen will, um die Lehre noch ansprechender zu gestalten und zu ergänzen. Intensive Forschung und Entwicklung soll nun ermitteln, welche Kursinhalte in der virtuellen Realität spielerisch geübt und erlernt werden können – und wo es am sinnvollsten ist.

„Extended Reality“ ist kein genau definierter Begriff. Vielmehr bezieht er sich auf alle möglichen Technologien, die virtuelle und reale Inhalte miteinander kombinieren. So mancher kennt das bereits in Form von VR-Brillen diverser Konsolen, die uns in virtuelle Welten eintauchen lassen. Oder auf dem Smartphone, das via Kamera virtuelle Inhalte und Objekte in die reale Welt projiziert (die beliebte App „Snapchat“ ist ein bekanntes Beispiel). Gemeinsam haben all diese Technologien eines: Sie ermöglichen es uns, etwas zu erleben, das in Wirklichkeit nicht existiert, und das wann und wie oft wir wollen.

Eigenschaften, die auch das WIFI Steiermark zukünftig nutzen will. Unter dem Titel „Extended Reality Hub“ forschen MitarbeiterInnen und Partner des WIFI Steiermark an Möglichkeiten, um Lehrinhalte virtuell erlebbar zu machen. Mit „DigiLernSicher“ ist bereits ein erstes Projekt in der Umsetzung. Doch das ist erst der Anfang.

Extended Reality: Moderne Tools für vielfältiges Lernen

„Wir alle kennen das aus unserer Schulzeit. Wir lernen und lernen für eine bestimmte Prüfung, schmeißen das gesamte Wissen aufs Papier und dann – vergessen wir das meiste wieder. Doch wir wollen es schaffen, dass das Lernen bei uns tiefer geht. Durch Erleben und aktives Einsetzen des Gelernten verinnerlichen wir es und verankern es tiefer im Hirn“, erklärt Dr. Reinhild Wallner, Psychologin und Lehrbeauftragte am WIFI Steiermark. Sie zeichnet sich für den didaktischen und psychologischen Teil der Projekte verantwortlich, die zukünftig am WIFI Steiermark ins Laufen kommen sollen.

„Genau hier kommt Virtual Reality ins Spiel. Virtuelle Anwendungen oder Apps erlauben es uns, Situationen durchzuspielen und zu wiederholen – so oft wir wollen, in unserem eigenen Tempo und ohne Materialverschleiß. Das Projekt „DigiLernSicher“ ist dafür ein gutes Beispiel. Hier lernen die TeilnehmerInnen der Elektrotechnik-Lehrgänge in sicherer, virtueller Umgebung die wichtigsten fünf Sicherheitsregeln der Elektrotechnik. Aber: Sie lernen sie nicht nur auswendig, sie wenden sie zugleich auch an. Das ist ein ganz anderes Lernerlebnis, als wenn ich nur darüber lese.“

Forschung und Entwicklung am WIFI Steiermark

Genau dieses „Lernen durch Erleben“ soll zukünftig das Kursangebot am WIFI Steiermark ergänzen. Nicht ersetzen, bekräftigt auch Reinhild Wallner: „Wir schauen uns genau an, wo es sinnvoll ist, virtuelle Tools zusätzlich anzubieten. Am allerwichtigsten ist für uns am Ende immer der Lernerfolg unserer KursteilnehmerInnen.“

Um diesen auch sicher zu erreichen, bedarf es einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema Extended Reality, der Technik und dem Angebot des WIFI Steiermark. Der „Extended Reality Hub“ beschäftigt sich damit in unterschiedlichen Bereichen, die aber fließend ineinander übergehen. „In der Forschung und Entwicklung schauen wir uns an, welche Technologien es bereits gibt und wo und mit wem wir sie umsetzen können. Wichtig ist uns auch, dass unsere Projekte einen gewissen Forschungseffekt erzielen und wir Lehren daraus ziehen können. Also: Hat das „virtuelle Lernen“ Effekte, die über das bloße Lernen hinausgehen? Können wir mit unseren Tools Motivation verstärken oder Ängste mindern? All das ist Teil der Entwicklungsarbeit“, erklärt Reinhild Wallner.

Ein anderer Bereich ist die App-Entwicklung, in der auch Reinhild Wallner mitwirkt. Hier werden basierend auf dem WIFI Kursangebot die Anwendungen und Programme entwickelt. So fanden auch schon vereinzelt Anwendungen ihren Eingang in das Angebot des WIFI Steiermark – zum Beispiel im Rahmen des Talentcenters oder während der EuroSkills.

Mit extended Reality kommt man schnell ins „Tun“.

Mit Extended Reality effektiver lernen

Die Möglichkeiten, mit Extended Reality die Realität zu erweitern und damit das Lernen neu zu gestalten, sind extrem vielfältig. So ist für den Einstieg an der CNC-Drehmaschine ebenfalls ein Programm kurz vor dem Start. Es erlaubt, die CNC-Maschine virtuell „in Betrieb zu nehmen“. Das hat zahlreiche Vorteile: Alle TeilnehmerInnen können üben so oft sie wollen, ohne dass dafür permanent eine echte CNC-Maschine verfügbar sein muss.

„Außerdem ist es im Präsenzunterricht oft zu zeitaufwändig, dass alle TeilnehmerInnen alles ausprobieren. Hier schaffen wir mit Virtual Reality für alle dieselben Voraussetzungen. Und auch die Lehrenden profitieren davon. Wenn alle, die wollen, virtuell üben konnten, können sie davon ausgehen, dass alle ungefähr auf demselben Wissensstand sind. So kann die Zeit in Präsenz wiederum effektiver genutzt werden“, ist auch Markus Karlseder überzeugt. Er ist Creative Lead bei MINDCONSOLE, das als XR Partner für das WIFI Steiermark fungiert und gemeinsam an Lösungen für die digitale Lehre arbeitet. Bereits bei „DigiLernSicher“ war MINDCONSOLE maßgeblich für die Umsetzung mitverantwortlich.

„Für mich als Außenstehender ist der Extended Reality Hub der Versuch, das bisherige Kursformat dort, wo es sinnvoll ist, digital unterstützend anzureichern, um den TeilnehmerInnen am WIFI Steiermark ein noch besseres Angebot zu machen“, sagt Markus Karlseder, „Eines unserer nächsten Projekte richtet sich etwa speziell an die Gesundheitsberufe, die viel Theorie über den menschlichen Körper lernen. Diese theoretischen Inhalte muss man dann zwar immer noch lernen, aber durch VR kommt ein spielerischer Aspekt dazu, der das Lernen erleichtert.“

Zukunftsfeld Extended Reality

Natürlich sind nicht jeder Bereich und jeder Kurs gleich für eine digitale Ergänzung geeignet. Und vor allem bei „Soft Skills“ wie dem Lernen von Sprachen muss man die bisherige Lernerfahrung neu denken.

„Doch unsere aktuellen Projekte beweisen, dass man keine „Angst vor dem Digitalem“ haben muss. Im Gegenteil! Die Zukunft der Lehre ist eng mit den digitalen Möglichkeiten verknüpft. Als WIFI Steiermark ist es uns darum ein besonderes Anliegen, dieses Zukunftsfeld intensiv zu nutzen und voranzutreiben. Wir sehen uns hier als Vorreiter und Impulsgeber und sind davon überzeugt, dass wir gemeinsam mit unseren Partnern völlig neue Lernerlebnisse schaffen können“, zeigt sich auch WIFI Steiermark Institutsleiter Martin Neubauer überzeugt.

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