NEIN sagen will gelernt sein: Erfolgreich Grenzen setzen

Eigentlich hatten wir uns auf einen harmonischen Abend gefreut. Wir wollten pünktlich Feierabend machen, eine Kleinigkeit essen und anschließend ein Entspannungsbad nehmen. Einfach mal an uns selbst denken, um morgen fit und erholt aufzuwachen. Doch dann erscheint der Mitarbeiter mit einem Stapel Akten in der Hand. Das sieht nach Überstunden aus. Zu Hause wartet der Partner, der nicht allein ins Kino gehen will. Auf den neuen Action-Film hat er so lange gewartet, uns interessiert er überhaupt nicht. Doch was sollen wir machen?

Wir müssen endlich lernen, Nein zu sagen! Es ist gar nicht so schwer, Grenzen zu setzen, ohne die Kollegen und den Partner zu verletzen. Nachfolgende Strategien zeigen, wie es geht.

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Im voraus eine klare Position beziehen

Bahnen sich Situationen an, in denen wir um eine Entscheidung gebeten werden, sollten wir umgehend eine klare Position beziehen. Sind wir guten Gewissens bereit, anderen einen Gefallen zu tun oder ärgern wir uns später über unsere Gutmütigkeit? Unsere innere Einstellung spiegelt sich in unserem späteren Auftreten. Unsicherheiten in unserer Mimik und Gestik sowie in unserer Körpersprache nimmt unser Gegenüber mindestens so wahr wie die Worte, die wir sagen. Er wird alles daran setzen, uns zu überreden. Besser ist es, wenn wir ein klares Ziel vor Augen haben.

Die Absage geschickt einleiten

Wird würden unseren Gesprächspartner jedoch verprellen, wenn wir ihm an den Kopf werfen: „Nein, das mache ich nicht.“ Es empfiehlt sich, Absagen geschickt einzuleiten, damit sie vom anderen weniger negativ empfunden werden. Beispielsweise bedanken wir uns für das Vertrauen des Kollegen, das er in uns setzt. Damit öffnen wir uns der anderen Seite und geben dem Gesprächsverlauf eine positive Richtung.

Auf den Gesprächspartner eingehen

In der Folge versetzen wir uns in die Situation des Mitarbeiters. Wir zeigen Verständnis für seine Situation und seine Bitte. Damit schaffen wir uns einen Verbündeten. Da in einem Bündnis ein Geben und ein Nehmen selbstverständlich sind, können wir davon ausgehen, dass unser Gegenüber später auch Verständnis für uns zeigen wird.

Ein klares Nein aussprechen

Zwar denken wir an ein Nein, doch leider sprechen wir es meist nicht aus. Wir trauen uns nicht. Vielmehr gehen wir davon aus, der andere würde uns schon verstehen, wenn wir ihm erzählen, wie viel dringende Arbeiten wir noch durchzuführen haben. Der Kollege allerdings argumentiert, dass unsere kleine Hilfe für ihn dann gar nicht mehr ins Gewicht fallen würde.

Das Nein nicht an den Satzanfang stellen

Damit unser Gesprächspartner nicht verärgert reagiert, stellen wir das Nein nicht an den Satzanfang. Dies würde eine ähnliche Wirkung erzielen, als wenn wir uns ihm mit verschränkten Armen präsentieren würden. Das Nein am Satzanfang wirkt wie eine unüberwindbare Schranke. Doch wir wollen ja gesprächsbereit bleiben. Daher beginnen wir den Satz mit: „Es tut mir leid, aber ich kann dir leider nicht helfen.“

Die Absage erklären

Würden wir uns jetzt von unserem Gesprächspartner abwenden, bliebe er mit einer unbeantworteten Frage zurück. Warum können wir ihm nicht helfen? Wenngleich wir ihm nicht über jede unserer Aufgaben in Einzelheiten Rechenschaft schuldig sind, klären wir ihn allgemein auf. Sätze wie: „Gleich muss ich an einer dringenden Besprechung teilnehmen.“ oder „Ich habe noch eine Frist abzuarbeiten.“ wirken überzeugend. Unser Gesprächspartner wird Verständnis zeigen. Natürlich dürfen wir uns keine plumpen Ausreden einfallen lassen. Kämen diese ans Tageslicht, stünden wir wie Lügner dar.

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Eine andere Lösung anbieten

Letztlich bieten wir unserem Mitarbeiter eine andere Lösung an. Vielleicht kann der Kollege X ihm helfen. Ebenso verfahren wir im privaten Bereich. Wenn wir partout nicht ins Kino gehen wollen, sollte der Partner seinen besten Kumpel fragen. Der sieht Action-Filme doch gern. Dann hätten die beiden doch einen spaßigen Abend. Und wir hätten erreicht, was wir eigentlich wollten: einen harmonischen Abend mit einem Entspannungsbad – nur für uns ganz allein.

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