Warum immer mehr steirischen Unternehmen die Ideen ihrer Mitarbeiter als Kapital sehen. Und wie man Ideenmanagement auch in kleinen Unternehmen erfolgreich umsetzen kann.

8 von 10 Mitarbeitern haben sich bereits mit Ideen oder Verbesserungsvorschlägen in ihr Unternehmen eingebracht, allerdings kommt aus Sicht der Mitarbeiter momentan nur ein Viertel der Vorschläge beim Management an (laut Haufe-Trendstudie unter rund 12.000 Arbeitnehmern im deutschsprachigen Raum ). Das wird sich rasch ändern, ist der Grazer Innovationsexperten Reinhard Willfort überzeugt. Seine Erfahrungen aus der Arbeit mit Unternehmen wie AVL, Atomic, KWB und voestalpine zeigen, dass eine große Veränderung im Gange ist.

Verstärktes Bedürfnis zum Mitgestalten

„Die Ideen der Mitarbeiter haben am Arbeitsplatz enorm an Bedeutung gewonnen“, weiß Willfort, der u.a. an der TU Graz und an zahlreiche Fachhochschulen unterrichtet sowie EDV-Tools für Ideenmanagement entwickelt. „Vor allem junge Mitarbeiter sind es aus sozialen Medien gewöhnt, ihre Meinungen öffentlich kund zu tun und ihre Ideen zu kommunizieren. Deshalb haben sie auch im Unternehmen verstärkt das Bedürfnis, sich aktiv in die Unternehmensentwicklung einzubringen“, begründet der Experte. Dies bestätigt auch die Haufe-Studie: 77 Prozent der befragten Mitarbeiter gaben an, dass sich die Einbindung in Unternehmensentscheidungen positiv auf ihre Motivation und Leistungsbereitschaft auswirkt.

Wettbewerbsvorteil

Das Know-how der Mitarbeiter wird außerdem immer stärker zum Wettbewerbsvorteil. Willfort: „In einer wissensbasierten Ökonomie kann es sich kaum ein Unternehmen leisten, auf die Ideen und das Wissen seiner Mitarbeiter zu verzichten.“

Konkrete Umsetzungstipps für Ideenmanagement

Auch am WIFI Steiermark bestätigt man, dass sich immer mehr Unternehmen Interesse am Ideenmanagement zeigen und sich für Kurse in diesem Bereich interessieren – unter anderem den Lehrgang für Projektmanagement. Lehrgangsleiter Martin Gschwend, der auch Geschäftsführer im Liebherr-Werk Bischofshofen ist, nennt einige Umsetzungstipps für Ideenmanagement im Unternehmen:

  1. Ziele definieren: Wie bei jedem Projekt gilt auch beim Ideenmanagement: Für jeden Beteiligten – und somit für jeden Mitarbeiter – sollte klar sein, worum es geht und was von ihm erwartet wird.
  2. Einfaches System: „In kleinen Unternehmen reicht schon ein Postkasten, in dem die Mitarbeiter anonym ihre Ideen deponieren können“, weiß Gschwend. Deutlich effizienter sei das Ganze natürlich, wenn man ein EDV-System nutzt.
  3. Transparenz: Jede Idee sollten ernst genommen werden, d.h. Feedback an die Mitarbeiter zu den Ideen ist unerlässlich – egal ob die Idee weiterverfolgt wird oder nicht.
  4. Dokumentieren: Auch wenn eine Idee derzeit noch nicht umsetzungsreif ist, sollte sie dokumentiert werden. „Nur weil eine Idee momentan nicht relevant ist heißt das nicht, dass das auch in Zukunft so bleibt“, motiviert Gschwend, Ideen auch etwas Zeit zu geben.
  5. Anreize schaffen: Mit einfachen Mitteln wie einem Sticker auf dem Kaffeeautomat oder einem persönlichen Brief kann man die Mitarbeiter regelmäßig daran erinnern, dass ihre Ideen gefragt sind. Gschwend: „Auch mit einem regelmäßigen Statusbericht, in dem man auf eingebrachte Ideen eingeht, schafft man neue Anreize.“
  6. Kritik ernst nehmen: Für Verbesserungsvorschläge am Ideenmanagement selbst sollte immer Platz sein.

Auch Mitarbeiter sind gefordert

Nicht nur die Geschäftsführung, auch der Mitarbeiter selbst kann zum erfolgreichen Ideenmanagement beitragen. „Es ist für Mitarbeiter unter anderem wichtig, dass man eine Idee auch mit Argumenten untermauert und sie ausführlich erklärt“, sagt Melanie Potocnik, Absolventin des Lehrgangs für Projektmanagement am WIFI Steiermark und Projektmanagerin beim Grazer Medienunternehmen CMC Petpartner. „Außerdem finde ich es wichtig, im Team gemeinsam an der Verbesserung von Ideen zu arbeiten und sich aktiv einzubringen. Diesen Input von anderen sollte man natürlich auch für die eigenen Ideen zulassen.“

Titelbild: © lassedesignen – Fotolia.com

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