Das Aufstehen in der Früh fällt schwer. Die Arbeitskollegen nerven und die ToDo-Liste so-wieso. Die einzige Motivation ist die Vorfreude auf den Urlaub. Mit diesem Symptomen ist die Therapieempfehlung wohl klar: berufliche Veränderung. Allerdings ist die Sache meist nicht so eindeutig …

54 Prozent der Arbeiter und 42 Prozent der Angestellten können sich einen Berufswechsel gut vorstellen, so das Ergebnis einer Marketagent-Studie. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie das in der Praxis auch tun. Denn erst einmal gilt es herauszufinden, ob es sich „nur“ um ein kurzzeitiges Motivationstief handelt oder ob es tatsächlich Zeit für Veränderung ist.

Die entscheidende Frage: Übt man einen Beruf aus oder geht man seiner Berufung nach. Toni Monsberger, zuständig für den Karriere-Check am WIFI Steiermark, erläutert den Unterschied:

  • Beruf: Man macht seinen Job in erster Linie deshalb, weil man das Geld braucht. Die Arbeitsmotivation ist eher gering.
  • Berufung: Man ist mit Herzblut bei der Sache und fühlt sich wohl.

„Man muss dabei natürlich realistisch bleiben, zu 100 Prozent perfekt ist wohl kaum ein Job. Aber die positiven Aspekte sollten in jedem Fall überwiegen“, so Monsberger.

Was passt nicht?

Wichtig ist es herauszufinden, ob das Umfeld demotivierend wirkt oder die Tätigkeiten an sich. „Da muss man sich einfach selbst beobachten.“ Welche Emotionen kommen hoch, wenn ich an die Arbeit denke? Fühle ich mich bei den Tätigkeiten wohl, aber das Umfeld passt irgendwie nicht? Oder ist es eher umgekehrt? Am besten über Monate hinweg sich immer wieder diese Fragen stellen und die Antworten notieren. Für solche Notizen gibt es eine Reihe von Tools, auf die man von unterschiedlichen Endgeräten zugreifen kann und dann jederzeit „seine Liste“ parat hat (z.B. Trello).

Feedback einholen

Auch Reflexion kann helfen – Gespräche mit Menschen im persönlichen Umfeld, aber auch mit Menschen, die im angestrebten Beruf arbeiten. Und natürlich der 2-stufige Karriere-Check am WIFI Steiermark.

Alter ist kein Kriterium

Für Veränderung ist man nie zu alt. Monsberger hat auch schon Menschen Mitte 50 bei beruflichen Veränderungen begleitet. Die größte Gruppe, die den Karriere-Check am WIFI Steiermark in Anspruch nimmt, ist jene der 35- bis 40-Jährigen. „Da ist man schon ein bisschen in den aktuellen Beruf hineingewachsen und fragt sich aber, ob es das ist, was man bis zur Pensionierung machen will.“

Wie läuft der Karriere-Check ab?

Der Test dauert rund 2 Stunden und analysiert die persönlichen Begabungen, Fähigkeiten und Neigungen. Das Ganze ist kein Intelligenztest, wie Monsberger betont: „Es geht darum, wo man sich beruflich wohlfühlt und nicht was man jetzt schon kann. Das erforderliche Wissen kann man sich aneignen.“ Danach folgt ein ausführliches persönliches Beratungsgespräch, in dem die Ergebnisse besprochen werden.

Auch viele Unternehmen nutzen dieses WIFI-Angebot, um damit die Potenziale der Mitarbeiter zu analysieren und sie so einzusetzen, dass Unternehmen und Mitarbeiter profitieren. Nähere Infos auf stmk.wifi.at.

Titelbild: © stockphoto-graf – Fotolia.com

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