Soziale Netzwerke gewinnen seit Jahren immer mehr an Bedeutung für Unternehmen. Spätestens seit dem Siegeszug von Facebook kommen Unternehmen nicht mehr umhin, sich diesem Marketing-Kanal, unabhängig von der Plattform, ernsthaft zu widmen. Web- und Social-Media-Marketing-Management und eCommerce sind die Schlagworte.

Kaum ein Unternehmen kann es sich heute noch leisten, eine Marketingstrategie ohne Berücksichtigung von Social-Media-Marketing aufzubauen. Allerdings zeigt die Praxis, dass die meisten Unternehmer noch die Ernsthaftigkeit bei deren Aktivitäten vermissen lassen. Social Media – das ist ein Job, der oft noch nebenbei erledigt wird.

Das ist jedoch der falsche Ansatz, denn wie im klassischen Marketing steckt hinter Social-Media-Marketing nicht nur ein enormer Aufwand, sondern auch echtes Know-how. Es reicht nicht, blind darauf loszuposten. Ein eigener Social-Media-Manager muss also her. Dieser Artikel soll die Arbeit eines solchen Experten beschreiben und Klarheit in dessen Berufsbild bringen.

Was muss ein Social-Media-Manager an Qualifikationen mitbringen?

Die erste wichtige Voraussetzung ist, dass ein Social-Media-Manager in der Lage sein muss, die Struktur, die Arbeitsweise, die Öffentlichkeitsarbeit und die Zukunftspläne des Unternehmens zu verstehen und diese im Kontext seiner Arbeit zu bewerten. Konkret ausgedrückt bedeutet das, dass der Social-Media-Manager mit den unterschiedlichen Zielgruppen in den sozialen Netzwerken interagieren und kommunizieren muss, um das von ihm vertretene Unternehmen wirkungsvoll in der relevanten Zielgruppe darzustellen. Er muss antizipieren, was die Fans und Follower von dem Unternehmen erwarten und diese Erwartungshaltung befriedigen. Allerdings geht die Aufgabe dieses Experten heute weit über die Betreuung von Unternehmen in den sozialen Netzwerken hinaus. Um zu verstehen, wie das Berufsbild eines Social-Media-Managers eigentlich aussieht und welche Vorteile dessen Mitarbeit für Unternehmen bedeutet, schauen wir uns die Arbeit einmal genauer an.

Brauchen Social-Media-Manager eine Ausbildung?

Grundsätzlich ist die Berufsbezeichnung Social-Media-Manager nicht geschützt. Allerdings haben die meisten Social-Media-Manager studiert und/oder eine entsprechende Berufsausbildung absolviert und sich anschließend – etwa beim WIFI – zum Social-Media-Manager weitergebildet. So bietet das WIFI Steiermark neben Grundkursen wie „Social Media für Ihr Unternehmen“ und „Digitalmarketing und eCommerce Kompakt“ auch aufwendige Ausbildungen wie den Diplomlehrgang „Web- und Social-Media-Marketing Management“.

Social Media und die Power, die für Unternehmen dahinter steckt

Neben der Suchmaschine zählen die sozialen Medien mittlerweile zu den großen Traffic-Generatoren von Unternehmensseiten. Umso wichtiger ist es für Unternehmen, sich auf den verschiedenen Plattformen professionell zu präsentieren und mit den Followern zu interagieren. Spätestens wenn die Mitbewerber in den sozialen Netzwerken bereits aktiv auf Kundenfang sind, gibt es kein Aufschieben mehr. Anderenfalls verlieren sie massiv an Wahrnehmung und am Ende des Prozesses auch an Kunden. Kunden suchen direkten Kontakt zu Unternehmen, weil sie es gewohnt sind, schnell und unkompliziert Kontakt mit ihnen aufnehmen zu können. Ist man aber nicht mehr sichtbar, sucht der Kunde nach anderen Angeboten. Sehr viele Zielgruppen sind täglich bei Facebook & Co aktiv und „abonnieren“ die Auftritte von den für sie wichtigen Unternehmen und suchen mit diesen auch den Austausch in Form von News, Angeboten und Empfehlungen bereits bestehender Kunden (sog. Testimonials).

Der grundlegende Wandel durch den Einzug der sozialen Medien in den Alltag der Menschen ist die Umkehr vom Verkäufer- in einen Käufermarkt. Musste bisher das Unternehmen an die Zielgruppe herantreten, um anschließend sein Produkt zu promoten, so sieht das heute völlig anders aus. Mit nur wenigen Klicks kann ein potenzieller Kunde mit einem Unternehmen Kontakt aufnehmen. Aufgabe des Social-Media-Managers ist es unter anderem, durch Reputation-Marketing, Vertrauensaufbau und inhaltliche Qualität dafür Sorge zu tragen, den Interessenten klar zu zeigen, dass das Unternehmen die bestmögliche Lösung für deren Problem bereithält. Und da ein guter Social-Media-Manager am besten weiß, wie er mit diesen Personen interagieren muss, ist er in der Lage, anhand eines klaren Redaktionsplans die Postings des Unternehmens, das Bewerben der Produkte oder Dienstleistungen und den Reputationsaufbau stringent zu steuern. Das findet natürlich in enger Absprache mit der restlichen Marketingabteilung oder der Geschäftsführung statt.

Welche Eigenschaften sollte ein Social-Media-Manager mitbringen?

Die erste und sogleich eine der wichtigsten Anforderungen ist die Kommunikationsfähigkeit. Das ist nachvollziehbar, denn in dieser Position ist ein ständiger Austausch erforderlich – sowohl mit dem unternehmensinternen Team, den externen Agenturen und natürlich auch mit der entsprechenden Zielgruppe. Und diese Tätigkeit beschränkt sich nicht alleine auf Online-Aktivitäten, sondern besteht durchaus auch aus Besprechungen, Telefonaten, Meetings und ähnlichen „Offline“-Aktionen.

Kreativität

Als nächste wichtige Eigenschaft sollte ein Social-Media-Manager über eine ausgeprägte Kreativität verfügen. Denn die Anforderung besteht auch darin, kreative Inhalte zu erstellen, um in der relevanten Zielgruppe entsprechend wahrgenommen zu werden. Denn durch kreative und innovative Maßnahmen entstehen schnell virale Effekte innerhalb der relevanten Zielgruppe.

Digital-Affinität

Eine eigentlich selbstverständliche Fähigkeit ist die Digital-Affinität. Idealerweise hat ein Social-Media-Manager bereits viele Erfahrungen in seinem privaten Umfeld in den sozialen Netzwerken gesammelt, die er dann in seinen Job gewinnbringend einfließen lassen kann.

Sprachgewandtheit

Eine grundsätzliche Sprachgewandtheit ist auch von Vorteil. Ein Social-Media-Manager weiß, wann er was zu sagen hat und wie er das tut. Er hat auch die Gabe mal zu schweigen, wenn es besser ist, einfach mal abzuwarten. Gerade bei sogenannten „Shitstorms“, die ein Unternehmen durchaus in Bedrängnis bringen können, weil eine ungewollte Botschaft von der Zielgruppe falsch verstanden wurde, muss der Experte in der Lage sein, diese kritische Phase mit kühlem Kopf und guter Argumentation im Interesse des Unternehmens zu deeskalieren.

Sprachkenntnisse

Social-Media-Marketing ist nicht auf den deutschsprachigen Raum beschränkt, sondern ein internationales Marketing-Instrument. Gerade in den USA werden oft neue Strategien entwickelt, die in den D-A-CH-Ländern zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt sind. Daher ist es wichtig, dass ein Social-Media-Manager aufgrund seiner Sprachkenntnisse und seiner Fähigkeit, andere Märkte im Auge zu behalten und dort nach neuen Strategien Ausschau zu halten, in der Lage ist, neue Marketing-Trends zu erkennen und seinem Unternehmen vorzuschlagen.

Analytisches Denken

Analytisches Denken hilft dem Social-Media-Experten dabei, anfallende Reportings zu erstellen, zu analysieren und logische Rückschlüsse daraus zu ziehen. Er muss Markt-Trends aufspüren, bevor andere Unternehmen davon erfahren und diesen Wissensvorsprung für seinen Auftrag beziehungsweise Arbeitgeber gewinnbringend nutzen.

Verantwortungsbewusstsein

Zu guter Letzt ist eine gehörige Portion Verantwortungsbewusstsein in dem Job eines Social-Media-Managers unentbehrlich. Er präsentiert letztendlich das Unternehmen, für das er aktiv ist, in der sozialen Welt. Dazu braucht er auch ein gewisses Standing, wenn es mal brenzlig wird. Er kann heikle Situationen frühzeitig erkennen und darauf vermittelnd einwirken. Zielorientiertheit und Zuverlässigkeit runden das Profil ab.

Online steht jedem die Welt offen.

Aufgaben eines Social-Media-Managers

Entwicklung der idealen Online-Unternehmensstrategie

Ein Social-Media-Manager hat die Aufgabe, in enger Abstimmung mit dem Unternehmen, für das er tätig ist, eine Online-Unternehmensstrategie zu entwickeln. Dazu muss er herausfinden, wie genau die Zielgruppe des Unternehmens aussieht und wo sich diese Personen in den sozialen Medien aufhalten. Darauf basierend entwirft er eine Strategie, das Unternehmen in den relevanten Kanälen so zu positionieren, dass dabei der größtmögliche Nutzen entsteht.

Festlegung der Online-Kanäle, auf denen sich das vertretene Unternehmen präsentieren sollte

Basierend auf der Strategie analysiert der Social-Media-Manager alle relevanten Social-Media-Kanäle hinsichtlich der Platzierung des Unternehmens. Hierbei ist wichtig, dass bei den ausgewählten Plattformen die für das Unternehmen relevante Zielgruppe vertreten und aktiv ist.

Monitoring der durchgeführten Aktionen

Das Überwachen, Messen und Optimieren der Kennzahlen der ausgewählten Prozesse ist eine wichtige Aufgabe eines Social-Media-Managers. Denn nur wenn die eingeleiteten Maßnahmen im Zusammenhang mit der Erfüllung der klar definierten Ziele erfolgreich sind, ist Social-Media-Marketing sinnvoll. Zur Überwachung gehört es beispielsweise, genau zu messen, wie erfolgreich ein bestimmter Post oder Tweet in einem der sozialen Netzwerke ist. Also wie oft wurde der Beitrag geliked und bestenfalls auch geteilt? Wie oft wurde der Link geklickt? Für die meisten Monitoring-Aufgaben gibt es spezielle Software-Tools, welche die Arbeit signifikant erleichtern.

Festlegen und identifizieren der Zielgruppen

Ein Social-Media-Manager muss in der Lage sein, herauszufinden, wo sich die exakte Zielgruppe des von ihm vertretenen Unternehmens aufhält. Dazu entwickelt er in Abstimmung mit der Geschäftsleitung einen Kunden-Avatar, der den idealtypischen Kunden widerspiegelt. Ist dies geschehen, findet er heraus, wo und wie sich diese Personen im Netz bewegen. Sind diese Personen nur privat in den sozialen Netzwerken aktiv oder auch als Unternehmen? Diese Festlegung ist wichtig bei der Umsetzung der Online-Unternehmensstrategie.

Prüfen der Rahmenbedingungen für den Einstieg in Social-Media-Marketing

Vor der Umsetzung der entwickelten Strategie prüft der Social-Media-Manager die vorhandenen Rahmenbedingungen im Unternehmen.

  • Wie hoch ist das Budget für Online-Werbemaßnahmen?
  • Was sind die kurz-, mittel- und langfristigen Ziele, die das Unternehmen verfolgt?
  • Ist der vorhandene Web-Auftritt für die Umsetzung der Strategie geeignet oder muss
    ein Relaunch erfolgen?
  • Müssen die im Unternehmen für das Projekt benötigten Mitarbeiter geschult werden?
  • Wie hoch ist die Wahrnehmung des Unternehmens bereits in den sozialen
    Netzwerken?
  • Gibt es bereits vorhandenes Marketing-Material zur Verwendung in den sozialen
    Netzwerken? (Bild, Text-, Video-Inhalte)
  • Gibt es schon einen Unternehmens-Blog mit relevanten Inhalten zur Verwendung?

Wie soll man die verschiedenen Social-Media Marketing-Instrumente einsetzen?

Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Marketing-Instrumenten, die man im Social-Media-Marketing einsetzen kann (z.B. Social-Media-Newsroom, Unternehmens-Fanpage, Unternehmens-Gruppe, Online-Pressemeldungen, etc.). Der Social-Media-Manager prüft alle diese vorhandenen Instrumente auf deren Tauglichkeit für die ausgearbeitete Online-Strategie und erstellt einen konkreten Plan für den Einsatz der Tools.

Welche Einsatzgebiete von Social-Media-Marketing sollten genutzt werden?

Die häufigsten Disziplinen, die im Social-Media-Marketing eingesetzt werden, sind Werbung, Kundenbindung/Service, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Der Social-Media-Manager legt in Absprache mit der Unternehmensleitung fest, welche der genannten Möglichkeiten für das Unternehmen genutzt werden sollen.

Der Beruf des Social-Media-Managers ist besonders abwechslungsreich.

Auf welchen sozialen Netzwerken sollten Unternehmen vertreten sein?

Es gibt mittlerweile Dutzende unterschiedliche Social-Media-Plattformen. Nicht alle sind für Unternehmen geeignet.

– Facebook

Facebook ist das Netzwerk mit der weltweit größten Mitgliederzahl. Alleine im deutschsprachigen Raum sind derzeit ca. 40 Millionen User aktiv. Für Unternehmen ist es daher unerlässlich, dort auch präsent zu sein.

– Twitter

Spätestens seit US-Präsident Donald Trump Twitter als Kommunikationskanal nutzt, ist dieses soziale Netzwerk in aller Munde. Für Unternehmen ist es ideal geeignet, um kurze spontane Unternehmens-Nachrichten gezielt zu lancieren.

– Pinterest

Pinterest ist gerade dabei, sich zur größten Bildersuchmaschine weltweit zu entwickeln. Hier können Unternehmen über sogenannte Pinnwände ohne großen Aufwand Fotos einstellen. Das können sowohl Produktinformationen in Form von Bildern sein als auch Bilder aus dem unternehmerischen Alltag.

– Instagram

Über Instagram können gerade kleine und mittlere Unternehmen leicht Bekanntheit und
Aufmerksamkeit aufbauen. Denn kein anderes soziales Netzwerk hat eine so hohe Interaktionsrate unter den Usern, die überproportional gute Beiträge liken und kommentieren. Instagram ist daher bestens geeignet, um eine Marke aufzubauen beziehungsweise zu festigen.

– YouTube

YouTube ist die weltweit größte Videoplattform und gehört zum Unternehmen Google.
Hier lassen sich Unternehmensvideos hervorragend vermarkten. Somit ist ein Vertrauensaufbau möglich, ohne konkret mit Werbebotschaften an die relevante Zielgruppe heranzutreten.

– LinkedIn

LinkedIn wird, gerade wenn es um Employer Branding und die Rekrutierung neuer Mitarbeiter geht, für viele Unternehmen immer wichtiger.

Fazit

Das Marketing im Unternehmens-Umfeld vollzieht gerade einen gravierenden Wandel. Alte Werbe- und Marketing-Konzepte funktionieren nicht mehr so wie früher. Das Werben „mit der Gießkanne“ ist überholt und wird oft als verschwendetes Geld wahrgenommen. Die Unternehmen müssen daher neue Wege finden, ihre Zielgruppe anzusprechen.
Social-Media-Marketing ist dazu bestens geeignet. Denn die Nutzungsgewohnheiten der Menschen haben sich extrem geändert und ihr Leben findet immer häufiger in den sozialen Medien statt. Gerade der Siegeszug des mobilen Internet unterstützt dieses Verhalten, denn die Menschen können ohne ihr Smartphone kaum noch leben. Social Media ist kein kurzfristiger Hype, der wieder vorübergeht.
Bei Social-Media-Marketing geht es nicht nur um Werbung. Vielmehr bedeutet es, mit der relevanten Zielgruppe in den (Online)-Dialog zu treten. Darüber lassen sich bestehende Produkte optimieren, neue innovative Produktideen entwickeln und eine treue Stammkundschaft aufbauen.
Es gibt also viele gute Gründe, Social-Media-Marketing im Unternehmen einzusetzen. Damit diese Aufgabe zum Erfolg wird, bedarf es der kompetenten Unterstützung eines Profis in Person eines Social-Media-Marketing-Managers

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Fotos: adobe Stock – tashatovango – vectorstory

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